Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Smar­ter Rei­sen mit digi­ta­len Technologien

Die Inter­na­tio­na­le Tou­ris­mus-Bör­se Ber­lin steht im Zei­chen digi­ta­ler Rei­se-Ange­bo­te: eine Chan­ce, die sich inno­va­ti­ve Start­ups nicht ent­ge­hen las­sen sollten.

Auf der Inter­na­tio­na­len Tou­ris­mus-Bör­se Ber­lin (9. bis 13. März) steht das digi­ta­le Rei­sen im Mit­tel­punkt. Der Fami­li­en­ur­laub wird mit Hil­fe von Big-Data-Ana­ly­sen maß­ge­schnei­dert, das Hotel durch­streift man vor der Buchung mit einer Vir­tu­al Rea­li­ty Bril­le und eine Smart­pho­ne-App hilft beim Kof­fer­pa­cken. Digi­ta­le Tech­no­lo­gi­en machen Rei­sen beque­mer, effi­zi­en­ter, intel­li­gen­ter – Start­ups kön­nen die Rei­se­bran­che von Grund auf verändern.

 

Das Wett­be­werbs­um­feld der Toru­is­mus­bran­che hat sich im Zuge der Digi­ta­li­sie­rung ver­än­dert. Jedes vier­te Tou­ris­tik­un­ter­neh­men (26 Pro­zent) betrach­tet gro­ße Digi­tal­un­ter­neh­men bei dis­rup­ti­ven Neu­ent­wick­lun­gen im Tou­ris­tik­sek­tor als Kon­kur­renz. 16 Pro­zent sehen zudem Start­ups als ernst­haf­te Mit­be­wer­ber, wenn es um bahn­bre­chen­de Inno­va­tio­nen geht.

Start­ups soll­ten von eta­blier­ten Unter­neh­men unbe­dingt sehr ernst genom­men wer­den – auch und vor allem als mög­li­che Geschäfts­part­ner“, sagt Bit­kom-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Bern­hard Roh­le­der. „In vie­len Fäl­len ent­wi­ckeln jun­ge Unter­neh­men Lösun­gen, die hel­fen, bestehen­de Geschäfts­mo­del­le für das digi­ta­le Zeit­al­ter fit zu machen. Start­ups kön­nen für eta­blier­te Tou­ris­tik­un­ter­neh­men der Tür­öff­ner zum E-Tou­ris­mus sein.“

Dass die Online-Buchung längst selbst­ver­ständ­lich ist, zeigt eine reprä­sen­ta­ti­ve Stu­die im Auf­trag des Digi­tal­ver­bands Bit­kom. Dafür wur­den 803 Inter­net­nut­zer sowie 103 Mana­ger von Tou­ris­tik­un­ter­neh­men befragt. Dem­nach haben acht von zehn Inter­net­nut­zern (80 Pro­zent) bereits Flü­ge, Unter­künf­te oder Miet­wa­gen im Netz gebucht. Wenn es um kom­mer­zi­el­le Unter­künf­te geht, sind vor allem Web­sites wie Boo​king​.com oder HRS beliebt – 67 Pro­zent der Inter­net­nut­zer, die online eine Unter­kunft gebucht haben, haben schon sol­che Ange­bo­te genutzt.

Mit inno­va­ti­ven Geschäfts­mo­del­len zum Erfolg

Doch die Digi­ta­li­sie­rung wird das Rei­sen noch viel tief­grei­fen­der ver­än­dern. Nach Ansicht der meis­ten Exper­ten (71 Pro­zent) wird im Jahr 2025 die gesam­te „Custo­mer Jour­ney“ – also der Pro­zess von der Buchung bis zur Rück­schau auf die Rei­se – digi­tal abge­wi­ckelt. Und die Bran­che reagiert auf die­sen Trend: Bereits heu­te inves­tie­ren gut zwei Drit­tel (68 Pro­zent) der Tou­ris­tik-Unter­neh­men in digi­ta­le Ange­bo­te, die über einen ein­fa­chen Web­auf­tritt hin­aus­ge­hen, bei­spiels­wei­se Apps.

Fast jeder zwei­te Anbie­ter wer­tet sozia­le Medi­en aus, um Rei­sen­den indi­vi­du­el­le Ange­bo­te machen zu kön­nen. „Wie wir die schöns­ten Wochen des Jah­res pla­nen, orga­ni­sie­ren und ver­brin­gen, wird künf­tig auch ganz ent­schei­dend vom Ein­satz digi­ta­ler Tech­no­lo­gi­en wie Big Data und Vir­tu­al Rea­li­ty, Soci­al Media und neu­en Platt­for­men geprägt sein“, so Rohleder.

Unter­neh­men der Tou­ris­tik­bran­che müs­sen sich inten­siv mit die­sen Inno­va­tio­nen aus­ein­an­der­set­zen, ihre Geschäfts­mo­del­le prü­fen und gege­be­nen­falls anpas­sen oder sogar kom­plett erneu­ern“, so Roh­le­der. Die Unter­neh­men sind hier­für offen­bar auf­ge­schlos­sen: So sehen die befrag­ten Mana­ger die Digi­ta­li­sie­rung mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit (94 Pro­zent) eher als Chan­ce denn als Risi­ko.

Rei­se­bu­chun­gen vor allem im Internet

Das Inter­net ist für die Ver­brau­cher schon heu­te zum Dreh- und Angel­punkt bei der Rei­se­pla­nung gewor­den, vor allem was die Rei­se­bu­chung angeht. 66 Pro­zent haben bereits Über­nach­tun­gen im Netz gebucht, 56 Pro­zent Flü­ge und 45 Pro­zent Miet­wa­gen. Aber auch Bahn­fahr­kar­ten (39 Pro­zent), Pau­schal­rei­sen (35 Pro­zent) oder Fern­busti­ckets (14) wer­den von den Ver­brau­chern online orga­ni­siert. Ein Vier­tel (24 Pro­zent) erklärt sogar: Ich buche mei­ne Rei­sen fast aus­schließ­lich im Internet.

Die Befra­gung von 103 Geschäfts­füh­rern bzw. Vor­stän­den von Unter­neh­men aus dem Tou­ris­tik­sek­tor zeigt wei­te­re Trends im E-Tou­ris­mus. Dem­nach wird es im Jahr 2025 ver­brei­tet sein, dass Rei­sen mit­hil­fe von Big-Data-Ana­ly­sen per­sön­lich auf Ver­brau­cher zuge­schnit­ten wer­den – das sagen 97 Pro­zent der Tou­ris­mus­ma­na­ger. 74 Pro­zent erwar­ten zudem, dass es in neun Jah­ren schon üblich sein wird, nur noch ein digi­ta­les Ticket für alle Rei­se­dienst­leis­tun­gen zu nut­zen, also bei­spiels­wei­se für Flü­ge, Miet­wa­gen oder Bahn­fahr­ten. Außer­dem wird sich der Trend zum Sharing fort­set­zen. Ver­brau­cher wer­den sich zum Bei­spiel zu Rei­se­ge­mein­schaf­ten zusam­men­schlie­ßen und so von Ver­güns­ti­gun­gen profitieren.

Dis­rup­ti­ves Gründerpotenzial

Das viel­leicht größ­te dis­rup­ti­ve Poten­zi­al für die Rei­se­bran­che bie­tet Vir­tu­al Rea­li­ty (VR). Urlau­ber wer­den künf­tig mit Hil­fe von VR-Bril­len schon vor dem Urlaub ihr Hotel­zim­mer in Shang­hai erkun­den, den Aus­blick vom Pari­ser Eif­fel­turm genie­ßen oder am kari­bi­schen Traum­strand lie­gen kön­nen. Drei Vier­tel der Mana­ger (74 Pro­zent) sagen, dass die­ses Sze­na­rio im Jahr 2025 ver­brei­tet sein wird.

Die Bran­che reagiert auf die­se Ent­wick­lun­gen teils schon und treibt sie selbst vor­an, wie die Umfra­ge zeigt. Gut zwei Drit­tel (68 Pro­zent) der Unter­neh­men inves­tie­ren in digi­ta­le Ange­bo­te, die über den ein­fa­chen Web­auf­tritt hin­aus­ge­hen, etwa Apps. Und schon 43 Pro­zent sam­meln und ana­ly­sie­ren Daten aus dem Netz, zum Bei­spiel aus Foren und sozia­len Netz­wer­ken, um indi­vi­du­el­le Rei­se­an­ge­bo­te für ihre Kun­den zu erstellen.

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