Wie viele Business Angels gibt es wirklich?

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Business Angels sind die wichtigsten Finanziers innovativer Startups in der frühen Unternehmensphase. Aber wie viele Angel Investoren gibt es in Deutschland und Europa, wie viele davon sind weiblich? Wie hoch ist die Gesamtsumme ihrer Finanzierungen, wie groß die durchschnittliche Beteiligung in Euro und in Prozent? Sind es in Deutschland 1510 Angels Investoren, wie in einem europaweiten „Statistic Compendium 2014“ behauptet wird oder zwischen 6.500 und 9.000, wie das ZEW Mannheim vorsichtig annimmt?

 

Auf diese scheinbar einfachen Fragen gibt es also oft viele verschiedene Antworten und die meisten davon halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Das Problem: Wie soll man seriöse statistische Daten ermitteln in einem Markt, der informell und privat abläuft und in dem die Beteiligten Informationen über ihre Deals oft ungern weitergeben? Wissenschaftlich akzeptabel geht das nur, wenn man Methoden und Quellen offen legt und dann zeigen sich bei dem, was an Daten ermittelt ist, schnell riesige Lücken und Widersprüche.

„Zahlen nicht zusammenfantasieren!“

Der 2. Europäischen Angel Investment Forschungskongress in Essen setzte sich sehr kritisch mit der Europäischen Kommission, die von Luuk Borg vertreten wurde, auseinander. Die Kommission hat einen Forschungsauftrag erteilt, der die Ermittlung umfangreicher und tiefgestaffelter Daten über Business Angels nicht nur für die 28 EU Staaten, sondern für insgesamt 41 europäische Staaten erwartet.

„Was da verlangt wird, ist ein Ding der Unmöglichkeit,“ fasst Dr. Ute Günther, Vorstand Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) und zugleich Vizepräsidentin des europäischen Angel Verbandes BAE, die Meinungen zusammen. „Wir müssen jetzt vermeiden, dass wieder Zahlen zusammenfantasiert werden.“

Es genügt nicht nur, den sogenannten sichtbaren Markt zu erforschen – das sind im Wesentlichen die Angels, die Mitglieder in Netzwerken sind, für die es aber auch nur zum Teil Daten gibt. Der unsichtbare Markt – sozusagen der Teil des Eisbergs, der unter Wasser liegt, – dürfte viel größer sein, ist aber nur schwer zu ermitteln.

Einen möglicherweise gangbaren methodischen Weg hierfür wies Dr. Georg Licht vom renommierten Forschungsinstitut ZEW in Mannheim auf. Das ZEW ermittelt die Angels über ihre Beteiligungsunternehmen, denn deren Daten sind leichter zugänglich. Dass Business Angels für Venture Capital die wichtigsten Partner nicht mehr nur in der Frühphase sind, belegte Dr. Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds mit den Zahlen dieses größten deutschen Seedfonds. Seine Daten, das ist jedenfalls sicher, stimmten bis hin zur Einerstelle.

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4. März 2016

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