Büromieten für Startups: Das bezahlt ihr für passende Büro- und Gewerbeflächen

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Ein Blick auf die Entwicklung der Preise für Büros und Flächen, die von Berliner Startups angemietet wurden, verdeutlicht die hohe Dynamik in den vergangenen Jahren. Nach einer Studie des Immobilieninvestors Jones Lang Lasalle hat sich die mittlere Miete von etwa 10 Euro pro Quadratmeter und Monat für den Zeitraum von 2005 bis 2010 auf 12 Euro für den Zeitraum von 2011 bis 2015 erhöht. Parallel stieg der der durch Startups generierte Flächenumsatz von 20.000 auf über 100.000 Quadratmeter pro Jahr.

Die mittlere Miete für Startups liegt somit nur noch geringfügig unterhalb der traditionellen Büromieten in Berlin. Eine interessante Beobachtung am Berliner Immobilienmarkt ist der relativ hohe Anteil von Mietverträgen mit einer vergleichsweisen kurzen Laufzeit von drei Jahren. Nach einer Studie von Colliers International liegt dieser bei etwa einem Drittel. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt in Berlin etwa 5 Jahre. Hier macht sich der Einfluss der Gründer- und Startup-Szene bemerkbar.

Tabelle 2 zeigt die Durchschnittmieten für die Vergleichsstandorte für den gesamten Büro-Vermietungs- und Investmentmarkt. Ein Rückschluss auf das Flächenangebot für Startups ist jedoch nur schwer möglich. Allgemein zeigt sich, dass München und Frankfurt deutlich teurer sind als Köln und Stuttgart. Dazwischen liegen Berlin mit 13,75 Euro und Hamburg mit 14,50 Euro pro Quadratmeter.

Durchschnittsmiete Quartal 3/15
Köln 11,70 in Euro/m²
Stuttgart 12,30 in Euro/m²
Berlin 13,75 in Euro/m²
Hamburg 14,50 in Euro/m²
München 15,60 in Euro/m²
Frankfurt/Main 20,00 in Euro/m²

Tabelle: Durchschnittliche Mietpreise am Büroimmobilienmarkt nach Regionen (Quelle: Colliers International)

Eine Reaktion erfolgt bei privatwirtschaftlichen Immobiliengesellschaften selbstverständlich nur dann, wenn eine profitable Umsetzung möglich ist. Am Beispiel Berlin zeigt sich, dass sich Startups tendenziell dem Immobilienmarkt anpassen und nicht umgekehrt. Offensichtlich bietet das angestrebte Verhältnis zwischen Rendite und Risiko für die Immobilien- und Investmentgesellschaften kaum Spielraum. Für Startups eröffnen sich Verhandlungsmöglichkeiten zumindest bei der Gestaltung der Flächen. Hierzu gehören beispielsweise die hochwertige Ausstattung von Gemeinschaftsflächen wie Küchen, Meetingräumen oder Außenflächen, um die Kommunikation und Kollaboration der Mitarbeiter zu verbessern. Auch ein modulares Raumdesign wird immer häufiger umgesetzt, um eine größere Flexibilität zu gewährleisten.

Darüber hinaus sind die Vermieter durchaus bereit, etwas kürzere Laufzeiten einzugehen oder Startups vorzeitig aus ihrem Mietverhältnis zu entlassen, falls diese einen adäquaten Nachfolger akquirieren.

Die sparsame Alternative: Coworking für Gründer

Gründer und Startups, die sich in einer sehr frühen Phase ihrer Entwicklung befinden und (noch) nicht in der Lage sind, marktgängige Büromieten zu zahlen, müssen sich nach anderen Möglichkeiten umsehen. Co-Working-Einrichtungen stellen hier wohl die bekannteste Alternative dar. Zwischen den erfolgreichsten Gründerregionen in Deutschland bestehen jedoch deutliche Unterschiede hinsichtlich der Zahl an Coworking-Spaces.

Ein Blick auf die Zahl der auf www.coworking.de gelisteten Einrichtungen führt zu folgendem Ergebnis:

  • Berlin bietet über 40 Co-Working-Spaces,
  • danach folgen mit großem Abstand die Rhein-Main-Region mit 14,
  • Hamburg mit 13 und
  • München mit 8 Einrichtungen.
  • Für Köln sind zwei Einrichtungen aufgeführt und
  • für Stuttgart wird immerhin noch eine Co-Working-Immobilie genannt.

Berlin hat hier demnach am meisten zu bieten. Bei der Auflistung besteht jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit. Darüber hinaus erfährt das alte Konzept der Technologie- und Gründerzentren aus den 1990er Jahren derzeit eine Art Wiederbelebung.  Dabei geht es jedoch nicht um Gebäude in den städtischen Randlagen sondern um innovative Konzepte in den urbanen Zentren. In diesem Bereich wird in den nächsten Monaten und Jahren einiges passieren. Für Gründer lohnt es sich also, die Augen und Ohren offen zu halten.

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