Online-Shop eröffnen in 5 Schritten – Systeme, Kosten und Tools

Als Gründer mit einem eigenen Onlineshop Geld verdienen, hat großes Potenzial: der E-Commerce ist ein wachstumsstarker Markt. Damit ihr einen erfolgreichen Onlineshop aufbaut, solltet ihr mit Plan und Marktübersicht starten und ein geeignetes Shopsystem und die richtige Zahlungsart wählen. Wir zeigen euch in unserem Beitrag, wie ihr in 5 Schritten euren eigenen Onlineshop eröffnen könnt.

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Der Weg zum eigenen Onlineshop ist gar nicht so kompliziert. Ihr

  • braucht eine gute und aussagekräftige Domain (auch Webadresse und URL genannt)
  • ein Onlineshop-System (hier habt ihr die Wahl zwischen Baukastensystemen wie von Jimdo oder auch einer aufwändigeren eigenen Website, die ihr aber wie mit kostenlosen Website Templates einfacher gestalten könnt)
  • für eure Zielgruppe passende Payment-Anbieter (wie PayPal oder Kreditkarte)
  • und natürlich einen Plan, was ihr wie verkaufen wollt.

Potenzial eures Onlineshops

Im Jahr 2021 lag die Höhe der Umsätze im Onlinehandel bei knapp 100 Milliarden Euro – das bedeutet ein erneutes Plus von fast 20 % auf die schon während der Lockdown-Zeiten stark gestiegenen Umsätze. Der Schluss ist klar: Menschen kaufen immer mehr online und der Trend geht weiter nach oben. Zudem erlaubt der Onlinehandel Umsätze weit über die Landesgrenzen hinaus.

Schritt 1: Das Shop-Konzept

Als erstes braucht ihr ein tragfähiges Shop-Konzept. Beantwortet euch zunächst einmal ausführlich folgende Fragen:

  • Was genau wollt ihr verkaufen?
  • Wie genau sieht euer Produktportfolio aus, wie wollt ihr es eingrenzen (Was verkauft ihr, was verkauft ihr nicht?)
  • Wo liegt der Vorteil der Produkte, die ihr verkauft, für den Kunden?
  • Wo liegt der Vorteil für den Kunden, wenn er die Produkte bei euch kauft? (zB besserer Service, umfassende Online-Beratung und Erklärung, bessere Preise, schnellere Lieferung, nachprüfbare Qualität der Produkte …)
  • Welches Geschäftskonzept wollt ihr wählen? (Lieferung aus eigenem Warenlager oder Dropshipping?)
  • Wer sollen eure Partner und Lieferanten sein?
  • In welchem Bereich liegt eure Marge?
  • Wollt ihr Produkte selbst herstellen und dann verkaufen? (In diesem Fall werdet ihr noch eine Reihe von Überlegungen anstellen müssen, um eure Produktion möglichst effizient zu planen.)

Wenn ihr diese Fragen für euch ausführlich beantwortet habt, habt ihr schon ein sehr detailliertes Shop-Konzept vor euch.

Lager, Dropshipping oder Fullfilment-Anbieter?

In den oben genannten Fragen ist grundsätzlich von „Produkten“ die Rede – wenn ihr digitale Produkte (z. B. E-Books, Software, Apps) oder eure eigenen Dienstleistungen verkaufen wollt, gelten sie im Grundsatz aber genauso.

Bei digitalen Produkten fällt weitgehend der „Lageraufwand“ weg, ähnlich ist das bei Dropshipping-Konzepten.

Eine weitere Möglichkeit, den Ablauf von Lager zum Versand zu koordinieren, sind darauf spezialisierte Anbieter wie Paralo, den wir euch in dieser Gründerstory vorstellen.

Wenn ihr eigene Dienstleistungen über den Online-Shop verkaufen wollt, müsst ihr im Hintergrund (ebenso wie beim Verkauf von selbst hergestellten Produkten) auch eure Dienstleistung selbst noch ausführlich Planen , etwa hinsichtlich Effizienz, Wirtschaftlichkeit, Einzugsgebiet , etc.).

Schützt euch von Anfang an gegen existenzbedrohende Risiken wie Cyberdiebstahl oder Hackerangriffe. Mit einer spezialisierten Versicherung für Onlineshops!

Schritt 2: Die Marktanalyse und der Marketing-Plan

Im zweiten Schritt geht es darum, euer Konzept an der harten Realität zu testen. In diesem Fall sind das vor allem eure Mitbewerber. Versucht deshalb, möglichst umfassende Antworten auf die folgenden Fragen zu finden. Dadurch könnt ihr …

Markt und Mitbewerber analysieren

  • Wer sind eure direkten Mitbewerber, die vergleichbare Produkte anbieten?
  • Wer sind eure indirekten Mitbewerber? (Ein Beispiel: Wer Kaffee verkaufen will, muss auch einen Blick auf die Verkäufer von Tee werfen, da ein Produkt das andere oft substituiert bzw. die Käuferschicht sich stark überlappen kann.
  • Wie präsent sind die direkten Mitbewerber auf dem Markt, welche Marktanteile haben sie?
  • Welches Marktvolumen hat der Markt, in dem ihr verkaufen wollt (national, EU-weit, international)?
  • Welche wichtigen Haupt-Marktsegmente gibt es in eurem Markt? (Ein Beispiel: Bei Outdoor-Schuhen wären das etwa Wander- bzw. Hikingschuhe, Running-Schuhe, Trailrunning-Schuhe, Walking-Schuhe, Zustiegschuhe für Kletterer, MTB-Schuhe usw.)

Seht euch danach jeden einzelnen direkten Mitbewerber möglichst genau an und beantwortet folgende Fragen, die euch …

Potenziale und Marktnischen aufzeigen

  • Welchen Umsatz erwirtschaftet euer Mitbewerber? Wie viel davon in jedem wichtigen Haupt-Marktsegment?
  • Welche Marktposition nimmt euer Mitbewerber ein?
  • In welchen Marktsegmenten ist euer Mitbewerber besonders stark, in welchen besonders präsent und in welchen deutlich weniger oder gar nicht?
  • Worin ist euer Mitbewerber besonders gut und worin ist er weniger gut? Und: was könnt ihr besser?
  • Die technische Analyse: zu welchen Keywords rankt euer Mitbewerber besonders gut, zu welchen wenig bis gar nicht?

Mit ein wenig Recherchearbeit lassen sich diese Fragen meist gut beantworten, für einzelne Punkte könnt ihr euch natürlich auch professionelle Hilfe holen.

Am besten tragt ihr die gewonnenen Daten für eure wichtigsten direkten Mitbewerber in einer Tabelle ein: In die Zeilen stellt ihr die Mitbewerber und in die Spalten die Haupt-Marktsegmente. Die Felder füllt ihr mit den Daten zur Stärken und Schwäche, Keywords und Umsätzen.

Aus dem intensiven Studium dieser Tabelle könnt ihr meist gut erkennen, wo noch Potenzial ist, sich gegen Mitbewerber durchzusetzen oder wo sich ein noch sehr schwach besetzte Marktsegment auftut, die ihr besetzen könnt. Findet ihr eventuell noch selbst Nischen, die schwach oder gar nicht besetzt sind?

Ein Beispiel: Fahrradsättel mit Menschen mit Steißbeinschmerzen, Taubheitsgefühlen oder nach Prostata-Beschwerden werden beispielsweise kaum angeboten, obwohl das Problem eigentlich eine sehr große Zahl von Menschen betrifft, beim aktuellen E-Bike-Boom noch viel mehr.

Keywords und Potenziale – die technische Analyse

Der nächste Punkt ist die technische Analyse. Ihr habt zuvor schon ermittelt, zu welchen Keywords eure direkten Mitbewerber ranken. Nun geht es darum, herauszufinden, welche Keywords überhaupt wichtig sind. In jedem Online-Business und im Online-Marketing sind Keywords King. Verkaufbar ist grundsätzlich nur das, wonach Menschen auch suchen. Die Zahl der Suchanfragen pro Monat ist dabei ein sehr zuverlässiger Gradmesser dafür, welches Marktpotenzial insgesamt besteht.

Seht nach, zu welchen Keywords eure Mitbewerber ranken und zu welchen wenig bis gar nicht und gleicht diese Daten mit der Liste der „wichtigen“ Keywords ab. So findet ihr wenig umkämpfte oder schwach besetzte Bereiche, die ihr gezielt bei eurem Markteintritt attackieren könnt, oder vielleicht sogar die eine oder andere völlig unbesetzte Nische. Einen Mitbewerber in einem Segment zu attackieren, in dem er fest im Sattel sitzt, ist sehr, sehr schwierig – das solltet ihr gerade am Anfang besser nicht versuchen.

Werft dann auch einen Blick auf eure indirekten Mitbewerber und seht nach, wozu die so ranken. Das eine oder andere Keyword kann auch für euch nützlich sein, um zukünftig dem einen oder anderen schwächeren indirekten Mitarbeiter ein wenig das Wasser abzugraben.

Menschen etwas zu verkaufen, wonach sie bisher nur wenig bis gar nicht suchen, ist ein Vorhaben, das höchstwahrscheinlich wirtschaftlich scheitern wird. Eine kleine Ausnahme besteht, wenn ihr ein völlig neuartiges Produkt verkaufen wollt, dass es bisher so noch nicht gab (hohes Marktrisiko!) – selbst dann sollte es aber Suchanfragen geben, die zeigen, dass genügend Menschen nach Lösungsmöglichkeiten für das konkrete Problem suchen, das euer Produkt löst. Beim schmerzfreien Fahrradsattel wäre das etwa „Schmerzen beim Fahrradfahren“ oder ähnliches.

Marketingplan auf Basis der Marktanalyse erstellen

Nach der sorgfältigen Analyse dieser Daten hat sich euer Marketingplan praktisch von selbst ergeben – ihr müsst nun nur noch bestimmen, auf welchen Kanälen ihr für euren Shop werben wollt (ein Vergleich mit den Mitbewerbern ist auch hier sinnvoll um wenig genutzte Kanäle zu finden) und eure Vertriebswege (und gegebenenfalls Vertriebspartner) festlegen.

Gegebenenfalls müsst ihr euer Produkt-Portfolio und eure Überlegungen zu den Vorteilen für die Kunden noch ein wenig anpassen, damit euer Shop optimal in die erkennbare Nische oder das schwach besetzte Marktsegment passt. Das sollte euch dann aber nicht schwerfallen.

Schritt 3: Die Wahl des richtigen Shopsystems

Nachdem euer Shop-Konzept und eure Marketingplanung stehen, geht es nun direkt zur technischen Umsetzung. Die Frage nach dem richtigen und passenden Shopsystem ist nicht immer ganz leicht zu beantworten und ihr solltet eure Wahl nach reiflicher Überlegung treffen.

Zunächst gilt es einmal, die richtige Art des Shopsystems für euer Online-Shop-Vorhaben zu finden. Ihr solltet eure hier Wahl mit Bedacht treffen und gründlich die Vor- und Nachteile jeder Technologie abwägen. Nachfolgend eine kurze Übersicht mit Vor- und Nachteilen sowie typischen Einsatzbereichen.

Mietshops im Baukastensystem („SaaS“ = Software-as-a-Service)

Diese Shops sind vollständig vorgefertigt, ihr braucht sie praktisch nur noch mit Inhalten zu füllen, eure gewünschten Payment-Anbieter auszuwählen und der Shop ist fertig. Eine Liste von Mietshops mit ihren Features und Konditionen findet ihr in unserem Artikel Onlineshop aufbauen.

Vorteile des Mietshops

  • schnell und einfach einzurichten,
  • keine besonderen Kenntnisse notwendig,
  • gewünschte Module können einfach ausgewählt werden (modularer Shop),
  • kein Aufwand für die Wartung und kein Aufwand für Updates (übernimmt der Anbieter),
  • keine Kosten und kein Aufwand für das Hosting

Nachteile eines Mietshops

  • begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten,
  • „Shop von der Stange“ deutlich erkennbar (muss kein schwerwiegender Nachteil sein),
  • laufende Fixkosten für den Service (je nach Shopgröße und ausgewählten Modulen nicht unerheblich),
  • Sicherheitsprobleme durch die Cloudstruktur möglich

Sinnvoller Einsatz von Mietshops

  • „quick-and-dirty“ Shopgründungen,
  • kleinere Shops mit geringem bis mittelgroßem Warenangebot,
  • keine besonderen Designanforderungen,
  • Shopdesign ist nicht besonders marketingrelevant

On-Premise-Shopsysteme

Diese Shopsysteme sind die „Premium-Variante“ von SaaS-Lösungen, die das umfassende individuelle Konfigurieren des Shops erlaubt. Dabei handelt es sich aber immer noch um eine Komplettlösung.

Vorteile der On-Premise-Shopsysteme

  • sehr hohe Konfigurierbarkeit und
  • individuelle Gestaltung möglich, die meist professionell von einer Agentur umgesetzt wird,
  • bei einmal aufgesetztem Shop ebenfalls kaum Aufwand für die Wartung

Nachteile der On-Premise-Shopsysteme

  • hoher Zeitaufwand, bis der Shop online ist,
  • hohe bis sehr hohe (Vorab-)Kosten,
  • ihr solltet klare Vorstellungen über das Design haben

Einsatzbereiche der On-Premise-Shopsysteme

  • hochwertige Shops für Premium- oder Luxusprodukte,
  • Shops bei denen das Design marketingrelevant ist,
  • hoch emotionalisierte Werbewege (z. B. Kfz, Parfums, etc.)

Open-Source-Shoppingsysteme

Open Source Software hat einen großen Vorteil: sie ist grundsätzlich kostenlos und stehen für jeden zum Download zur Verfügung. Diese quellcode-offenen Systeme gibt es auch für den Onlineshop. Ihr könnt also ohne Anfangsinvestition starten – allerdings setzt das voraus, dass ihr programmieren könnt oder aber einen Programmierer ins Team holt.

Vorteile Open-Source-Shoppingsysteme

  • vollständig individuell konfigurierbar,
  • keine laufenden Kosten,
  • skalierbar (auch bei umfangreichem Produktangebot und hohem Traffic durch entsprechend gewähltes Hosting),
  • oft leistungsfähigere SEO möglich

Nachteile der Open-Source-Shoppingsysteme

  • Programmierkenntnisse erforderlich,
  • hoher Programmieraufwand erforderlich,
  • Hosting muss selbst organisiert werden,
  • Wartung und Updates müssen selbst gemacht werden,
  • müssen Programmierer bezahlt werden = oft sehr hohe Kosten,
  • Hosting muss selbst passend (ausreichend leistungsfähig) gewählt werden

Einsatzbereiche für Open-Source-Shoppingsysteme

  • große Shops mit sehr individueller Gestaltung,
  • gute vorhandene Programmierkenntnisse sind vorhanden,
  • umfassende Erfahrung mit Shops (und idealerweise auch dem gewählten Shoppingsystem)

CMS-Shop-Plugins

Für viele CMS-Systeme wie Wordpress, Joomla, Typo3 oder auch Contao gibt es Shop-Plugins, mit denen man zusätzlich einen eigenen kleinen Shop eröffnen kann. Eine Übersicht der wichtigsten und besten kostenlosen CMS bekommt ihr hier.

Vorteile der CMS-Shop-Plugins

  • meist sehr einfach einzurichten,
  • viel Support durch große Communities,
  • einfaches Shop-Management

Nachteile der CMS-Shop-Plugins

  • sehr wenig individualisierbar,
  • deutlich eingeschränkte Möglichkeiten,
  • Marketing oft schwierig (externe Kunden),
  • Blog muss als Ganzes immer in das Marketing-Konzept mit einbezogen werden,
  • oft nur eingeschränkte Bezahlmöglichkeiten verfügbar,
  • Anschluss verschiedener Payment-Anbieter oft aufwendig oder nicht möglich,
  • Shop kann instabil sein

Einsatzbereiche für CMS-Shop-Plugins

  • kleine „Side-Shops“, wenn man etwa seinen Blog durch den Verkauf eigener Produkte monetarisieren will,
  • geringe Zahl von Produkten und geringes Traffic-Aufkommen

Komplette Eigenentwicklung eures Online-Shops

Dieser Punkt steht nur der Vollständigkeit halber hier. Es ist nur in sehr wenigen Fällen tatsächlich sinnvoll, das Rad noch einmal neu zu erfinden und einen Shop komplett von Null selbst zu entwickeln.

Vorteile eines eigenen Onlineshop-Systems

  • maximale Konfigurierbarkeit,
  • komplett individuelle Lösungen abseits vom „Mainstream“ der üblichen Shops,
  • SEO ist komplett planbar (ohne Einschränkungen gezielt optimierbar)

Nachteile eines eigenen Onlineshop-Systems

  • hoher Zeitaufwand für das Erstellen (auch wenn man selbst programmiert),
  • hohes Bug-Risiko (kostet Umsätze und Reputation),
  • jeder einzelne Teil des Shopsystems muss aufwendig getestet werden,
  • UI/UX müssen sehr sorgfältig geplant werden

Einsatzbereiche für eigenes Onlineshop-System

  • hoch individuelle Shops mit sehr individueller Prägung,
  • Spezialshops mit besonderen benötigten Funktionen,
  • eigene Ideen für eine besonders erfolgreiche UI/UX, die sich mit anderen Lösungen nicht umsetzen lassen

Wenn ihr euch einmal grundsätzlich für die passende technische Lösung entschieden habt, geht es an die Wahl des richtigen Shopanbieters (bei Baukasten- und On-Premise-Systemen sowie bei CMS-Plugins seid ihr meist ohnehin auf einige wenige Alternativen festgelegt). In eure Auswahl sollten auch ein paar wichtige Überlegungen mit einfließen.

Wichtige Fragen zur Auswahl eures Shopsystem-Anbieters

  • Welche Menge an Produkten wollt ihr verkaufen?
  • Welche Kategorisierung wollt/müsst ihr haben?
  • Wie viel Information soll zu den einzelnen Produkten angeboten werden? An welcher Stelle?
  • Was braucht ihr, um eure Produkte überzeugend präsentieren zu können?
  • Welche speziellen Marketingmethoden wollt ihr nutzen? (Email-Marketing, Re-Engagement-Marketing oder Abandoned-Cart-Strategien, Retarging, etc.)
  • Welche und wie viele Landingpages braucht ihr?
  • Wie sieht euer spezieller Sales Funnel aus? Was benötigt ihr, um ihn auf der Shopseite umsetzen zu können?
  • Wie viele und welche Tracking-Funktionen benötigt ihr?
  • Welchen Traffic erwartet ihr a) am Anfang b) in der Zukunft?
  • Muss eure Shoplösung hoch skalierbar sein?
  • Wo wollt ihr verkaufen (ist eine mehrsprachige Shopoberfläche nötig, wenn ja in wie vielen Sprachen/Lokalisationen)?
  • Und nicht zuletzt: Welche SEO-Möglichkeiten braucht ihr?

Anhand dieser Kriterien könnt ihr meist schon gut eine Auswahl für einen geeigneten Shopanbieter wählen. Erfüllen mehrere Anbieter eure Kriterien, geht es dann am Ende natürlich auch immer um einen Vergleich von Kosten, Qualität und Service – diese Punkte solltet ihr ohnehin immer mit einbeziehen.

Beim Selbstprogrammieren (Open-Source-Systeme, komplette Selbstentwicklung) müsst ihr das Seitenkonzept entwerfen und die Inhalte für die einzelnen Seiten planen.

Schritt 4: Die Wahl des passenden Payment-Anbieters

Online-Shops, in denen man nur mit zwei verschiedenen Kreditkarten bezahlen kann, werden nur schlecht performen. Kunden erwarten heute, dass ihnen mehrere Zahlungsmöglichkeiten auf eurer Seite angeboten werden.

Im deutschsprachigen Raum sind als Bezahlungsmöglichkeiten besonders gefragt:

  • PayPal (auch wegen der Sicherheit, die PayPal verspricht)
  • SEPA-Pay (Bezahlung über das eigene Bankkonto im Lastschriftverfahren)
  • SEPA-Blitzüberweisungen, „Sofortüberweisung“ (etwas weniger)
  • Kauf auf Rechnung
  • Ratenzahlungen (in etwas geringerem Umfang, aber bei teuren Produkten von bestimmten Zielgruppen durchaus oft gewünscht)
  • Kreditkartenzahlungen und Zahlungen mit Debit Cards (Prepaid-Kreditkarten)
  • GooglePay, AmazonPay, Paysafecard (nur von wenigen Gruppen gewünscht)

Im ersten Schritt müsst ihr natürlich überlegen, welche Bezahlmöglichkeiten ihr euren Kunden überhaupt anbieten möchtet – und welche Bezahlmöglichkeiten von eurer Zielgruppe oder euren Zielgruppen präferiert werden. Im Wesentlichen bevorzugen Umfragen zufolge die meisten Nutzer generell die althergebrachten Zahlungsformen (Rechnung, Lastschrift) – nur PayPal steht einigermaßen vergleichbar hoch in der Gunst der Kunden.

Danach müsst ihr die Liste der möglichen Zahlungsdienstleister auf die eingrenzen, die eine Schnittstelle für euer Shopsystem anbieten. Bei der Auswahl des richtigen Paymentanbieter solltet ihr euch dann einige Punkte der einzelnen Paymentanbieter ansehen:

  • grundsätzliche Bedingungen des Payment-Anbieters
  • angebotene Zahlungsformen (sollte sich mit den Bezahlmöglichkeiten decken, die ihr anbieten wollt)
  • anfallende Gebühren (monatliche Grundgebühr, Setup-Kosten, Bearbeitungsgbühren, Kosten pro Transaktion)
  • Zeitraum bis zur Ausschüttung der Zahlungen
  • gebotene Zusatzfunktionen (z. B. Ratenzahlungen in verschiedenen Ausführungen)
  • Aufwand für die Anbindung und Bedienung
  • Reputation des Zahlungsanbieters und Vertrauen, das ihm Kunden entgegenbringen („Google“ und „Amazon“ sind für viele Menschen echte „Reizwörter“ und rufen oft instinktive Ablehnung hervor, während Dienste wie Klarna schon recht gut bekannt sind)
  • insgesamter Aufwand, den ihr mit dem Zahlungsanbieter habt (auch mit dem Steuerberater besprechen)
  • Möglichkeit, internationale Zahlungen anzunehmen und der anfallende Aufwand bei der Verarbeitung und den Gebühren

Welcher Payment-Provider sich am besten für euch eignet, entscheidet am Ende weitgehend eure Zielgruppe.

Schritt 5: Die Umsetzung

Wenn ihr alle vorhergehenden Schritte erfolgreich durchlaufen habt, seid ihr soweit, dass ihr mit eurem Shop starten könnt. Nun ist es Zeit,

  • einen Steuerberater zu suchen,
  • die Anmeldung beim Gewerbeamt und beim Finanzamt und bei der Krankenkasse (wenn ihr hauptberuflich mit eurem Shop starten wollt) zu erledigen,
  • Verträge mit euren Lieferanten abzuschließen und
  • euren Shop gefüllt mit Produkten online zu stellen –
  • und euer Marketing anzuwerfen.

Ihr solltet möglichst schon zuvor genau wissen, was ihr der Reihe nach tun müsst und so viel wie möglich bereits vorbereitet haben. In diesem Fall ist Zeit Geld – und je eher euer Shop online steht und euer Marketing läuft, desto eher fangen auch die Einnahmen an zu fließen.

Wie ihr die Conversions in eurem Onlineshop steigern könnt, erfahrt ihr in unserer Gründerstory shopstars.

 

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