Deine eigene Marke aufbauen in 10 Schritten

Erfolgreiches Branding kann über Erfolg oder Misserfolg eines Startups entscheiden. Sorgfältig aufgebaute und gepflegte Marken ermöglichen es eurer Zielgruppe nicht nur, sich mit eurer Marke zu identifizieren, sondern heben euch auch von Mitbewerbern ab und steigern eure Reichweite und das Potenzial eures Unternehmens erheblich. Es lohnt sich deshalb, Zeit und Ideen in den Markenaufbau zu investieren. Wir geben euch einen Überblick, wie ihr sinnvoll damit startet, eine eigene Marke aufzubauen.

Schritt 1: Markenrecherche – wie ticken Marken?

Bevor ihr daran denkt, eure eigene Marke aufzubauen, schaut euch in der Markenwelt erst einmal genau um…

  • Welche Marken sind in eurer Branche am erfolgreichsten?
  • Was macht sie aus?
  • Wie haben sie sich im Laufe der Zeit verändert?
  • Wie reagieren Kunden auf sie, was schätzen sie an der Marke besonders?

Wenn ihr euch mit der Markenentwicklung anderer Unternehmen auseinandersetzt (auch solcher außerhalb eurer eigenen Branche), schärft ihr euer Bewusstsein dafür, was eure eigene Marke für euch sein soll, und entwickelt neue eigene Ideen für eure spezifische Zielgruppe.

Ihr könnt Marken Management auch in einem Masterstudium erlernen. So lernt ihr, wie Marketingstrategien aussieht, nach welchen Regeln Kommunikation funktioniert und welche Rolle die digitale Transformation spielt.

Nicht vergessen: Recherchiert vor dem Markenaufbau unbedingt auch, ob der Markenname, den ihr im Sinn habt, schon existiert! Was deutsche Marken betrifft, geht das ganz einfach mit einer Recherche beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA).

Schritt 2: Gebt eurer Marke einen Kern!

Ein gut entwickelter Markenkern trägt eure Marke im Idealfall viele Jahre lang. Dazu zählen die

  • grundlegendsten Werte,
  • Visionen und
  • Zielvorstellungen, die euch motivieren und
  • eure Produkte oder Dienstleistungen von denen eurer Mitbewerber unterscheiden.

Eure Marke ist auch ein Leistungs- und Qualitätsversprechen.

Wofür steht sie?

Nicht nur die Kunden sollten sich durch die Marke angesprochen und repräsentiert fühlen. Eure Marke sollte auch authentisch sein, euren Werten und eurer unternehmerischen Vision entsprechen. So entsteht Markenauthentizität für den Vertrauensaufbau. Der Markenkern sollte einfach und verständlich gehalten werden, dann könnt ihr ihn eurer Zielgruppe leichter vermitteln.

Schritt 3 Marke aufbauen: Kommunikationsplanung

Bei der Planung eurer Außendarstellung geht es darum, welche Kanäle ihr online und offline nutzen wollt, um eure Zielgruppe auf eure Marke aufmerksam zu machen. Homepage, Social Media, Podcasts? Plakate, Flyer, Google Ads, Buswerbung, Giveaways oder Email-Marketing?

In der Gründungsphase gilt meist schon wegen des begrenzten Budgets: klein anfangen und später erweitern – aber für den Markenaufbau solltet ihr von Anfang an wissen, wohin ihr eure Markenkommunikation langfristig entwickeln möchtet, um ein Konzept für euer Markendesign zu haben.

Zielorientierte Strategie: Von der Marketingstrategie zum Marketingkalender – so startest du erfolgreich in den Markt | Anleitung in 8 Schritten.

Schritt 4: Markendesign

Wie wollt ihr eure Marke darstellen? In welchen Farben, mit welchem Wording, welchen Signalen und Buzzwords? Bevor wir als Konsumenten rational auf etwas reagieren, reagieren wir emotional. Große Luxusmarken in der Autobranche zum Beispiel setzen in ihrer Kommunikation weniger auf technische Details als auf ein bestimmtes Lebensgefühl, das ihre Zielgruppe erleben möchte.

Wo auch immer potenzielle Kunden und Kundinnen auf eure Marke stoßen, sollten sie

  • emotional angesprochen werden,
  • im gleichen Wording und Stil angesprochen werden,
  • eure Marken- oder Corporate-Farben und -Logos sehen,
  • möglichst widerspruchsfrei euren Markenkern – Werte, Vision, Versprechen – wahrnehmen können.

Schritt 5: Marke eintragen und schützen lassen

Schutz für eure Marke innerhalb Deutschlands erhaltet ihr durch eine Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA). Die Anmeldung solltet ihr frühzeitig erledigen, denn es dauert sieben bis acht Monate, bis sie gültig ist.

Kostenpunkt für die Eintragung: 290 Euro (online) beziehungsweise 300 Euro (postalisch) für bis zu drei Klassen (einfach mal „Nizza-Klassifikation“ recherchieren).

Ab da gilt der Markenschutz für zehn Jahre, dann ist ein Verlängerungsantrag fällig.

Europaweite Anmeldung erfolgt bei Bedarf beim EUIPO, dem Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum, international oder gar weltweit beim WIPO, der Weltorganisation für geistiges Eigentum – ab 850 Euro EU-weit.

Schritt 6: Markenbezogenen Content schaffen

Um eine Marke über längere Zeit aufzubauen, müsst ihr eine dauerhafte Kommunikation mit eurer Zielgruppe unterhalten. Was für Kanäle auch immer ihr nutzt, ihr braucht immer wieder ansprechenden, zielgruppenbezogenen Content mit Markenbezug und Nutzwert für eure Zielgruppe.

Das kann zum Beispiel Fun-Content, Info-Content oder Ratgeber-Content sein, eine eigene App, Textformate, Videos, Fotos, Cartoons, Downloads, Podcasts, Musik und vieles mehr. Contentplanung und -management ist im Zeitalter von Social Media eine wichtige Unternehmensaufgabe geworden. Plant dabei auch schon über euren Markenlaunch hinaus!

Schritt 7: Den Markenlaunch planen

Alles startklar? Dann müsst ihr nur noch einen möglichst viralen Launch hinlegen. Legt fest, welche Ziele ihr erreichen wollt, damit ihr später nachhalten könnt, ob ihr sie erreicht habt. Hier sind Kreativität und strategische Kommunikation im Vorfeld gefragt.

  • Macht schon Wochen vor dem Launch auf euch aufmerksam, um Neugier zu wecken – je nach eurer Zielgruppe auch in der Lokalpresse, in regionalen Radios und natürlich im Internet.
  • Welche Location, welcher Termin ist am besten geeignet, wie begleitet ihr den Launch online?
  • Braucht ihr Anmeldungen oder Versicherungen?
  • Plant, wie viel Geld ihr ausgeben könnt und wollt und wofür, ob ihr zum Beispiel Eventtechnik, Security oder Catering braucht.
  • Verteilt Aufgaben, stellt einen Zeitplan auf.
  • Denkt auch daran, dass ihr nach dem Launch Anfragen beantworten müsst, und plant entsprechend Zeit und Leute ein.
  • Wenn ihr ein Event veranstaltet, informiert die Presse, tragt euch in Veranstaltungskalender ein und sorgt selbst für Video- und Fotoaufnahmen, die ihr später verwenden könnt.

Entscheidend in dieser Phase: Möglichst viele Leute neugierig auf euren Launch zu machen.

Schritt 8: Der Markenlaunch

Die Menschen, die zu eurem Launch kommen, wollen vor allem etwas erleben, also bietet ihnen etwas! Kommt mit den Leuten ins Gespräch, knüpft Kontakte, bringt genügend Infomaterial, Flyer, Visitenkarten mit und gebt den Menschen etwas mit nach Hause, das sie an euch erinnert und den Kontakt erleichtert – jeder freut sich über Giveaways.

Schafft auf eurer Homepage auch Möglichkeiten, sich direkt vom Event aus zum Beispiel für Gewinnspiele, Registrierungen, Downloads, Anfragen oder Newsletter via Handy oder QR-Code anzumelden, um später nachhaken zu können und Leads zu generieren.

Schritt 9 Marke aufbauen: Launch auswerten

  • Habt ihr eure Ziele erreicht oder übertroffen?
  • Wo nicht?
  • Wer sind eure neuen Kontakte?
  • Welches Potenzial steckt in welchem Kontakt?
  • Gibt es Multiplikatoren, die helfen können, euch sichtbarer zu machen oder Word-of-Mouth-Marketing zu stärken?
  • Gibt es vielversprechende Leads und Interessenten?
  • Was könnt ihr für zukünftige Events lernen?

Die Auswertung eures Launchs sollte euch helfen, weitere Strategien für den Markenaufbau zu entwickeln.

Schritt 10: Marke nachschärfen – Markenaufbau hört nie auf

Ist die Marke einmal im Umlauf, bleibt der Markenaufbau ein Dauerthema. Die Kundenkommunikation via Social Media, Umfragen, Customer Services und Feedbacks ist dabei der Dreh- und Angelpunkt. Langfristig überlebt eine Marke nur, wenn sie bei den Bedürfnissen der Zielgruppe am Ball bleibt – und die können sich über die Jahre ändern. Anpassungen im Markendesign und in der Zielgruppenansprache und strategische Upgrades des Markenkerns gehören deshalb zur Markenpflege – und die bleibt eine der wichtigsten Führungsaufgaben im Unternehmen.

X
X