Was ist die Kleinunternehmerregelung?

FRAGE:

Ich habe mich bei Anmeldung der Selbständigkeit für die Kleinunternehmerregelung entschieden, komme aber voraussichtlich doch auf einen Umsatz von mehr als 17.500,- €. Muss ich beim FA die Angaben rückwirkend korrigieren?

ANTWORT:

Eines vorweg: Die Kleinunternehmerreglung können Sie in Anspruch nehmen, wenn Ihr Gesamtumsatz im Vorjahr unter 17.500 € lag und im laufenden Jahr die Marke von 50.000 € voraussichtlich nicht überschreitet. Wenn Sie mit Ihrer Selbstständigkeit beginnen, ist im Gründungsjahr für Sie die Umsatzgrenze von 17.500 € maßgebend; sie ist allerdings zeitanteilig anzuwenden. Das heißt: Wenn Sie im Juli starten, dann darf der voraussichtliche Umsatz 8.750 € (= 6/12 x 17.500 €) nicht überschreiten. Angefangene Monate sind bei der Umrechnung als volle Monate zu berücksichtigen.
Für das laufende Jahr ist immer auf den voraussichtlich erzielbaren Umsatz abzustellen. Sollte sich der tatsächliche Umsatz im Nachhinein als höher herauskristallisieren, dann haben Sie für dieses Jahr keine Strafen oder Nachzahlungen zu befürchten. Aber: Im Folgejahr fallen Sie automatisch aus der Kleinunternehmerregelung raus, weil die Vorjahresumsatzgrenze überschritten ist. Wichtig ist, dass Sie Ihre Umsätze stets im Blick haben. Sobald Sie in einem Jahr die 17.500-€-Grenze geknackt haben, greift im Folgejahr sofort die Umsatzsteuerpflicht. Stellen Sie erst später fest, dass Sie Umsatzsteuer auf Ihre Rechnungen hätten aufschlagen müssen, ist es meistens zu spät. Rechnungen sind oft nicht mehr änderbar. Die Konsequenz: Sie müssen die fällige Umsatzsteuer aus Ihren eingenommenen Umsätzen nachzahlen, obwohl Sie sie von Ihren Kunden gar nicht bekommen haben. Das tut weh!

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