Spionage-Alarm: Ausländische Geheimdienste greifen deutsche Firmen immer häufiger an
Ausländische Geheimdienste greifen deutsche Firmen immer häufiger an. Laut Bitkom lassen sich bereits 37 Prozent der betroffenen Unternehmen mindestens einen Angriff fremden Diensten zuordnen.
Ausländische Geheimdienste nehmen deutsche Unternehmen immer stärker ins Visier. 37 Prozent der Firmen, die von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen waren, konnten mindestens einen Angriff einem fremden Nachrichtendienst zuordnen. 2025 waren es 28 Prozent, 2023 lediglich 7 Prozent.
Das zeigt eine repräsentative Bitkom-Studie unter 1.003 Unternehmen ab zehn Beschäftigten. Insgesamt waren demnach 96 Prozent der Unternehmen nachweislich oder vermutlich von entsprechenden Angriffen betroffen. Der entstandene Schaden wird auf 211 bis 270,8 Milliarden Euro beziffert.
China und Russland besonders häufig als Ursprung genannt
Mehr als die Hälfte der sicher betroffenen Unternehmen (52 Prozent) konnte mindestens einen Angriff nach China zurückverfolgen. Russland folgt mit 49 Prozent. Dahinter liegen Osteuropa außerhalb der EU mit 34 Prozent, die USA mit 27 Prozent und andere EU-Länder mit 26 Prozent. Auffällig ist der Anstieg beim Iran: 9 Prozent der Unternehmen verorteten dort Angriffe, nach 4 Prozent im Vorjahr.
Die größte Tätergruppe bleibt allerdings die organisierte Kriminalität. 62 Prozent der betroffenen Unternehmen konnten Angriffe diesem Bereich zuordnen. Ausländische Nachrichtendienste folgen mit 37 Prozent.
Cyberattacken verursachen drei Viertel der Schäden
Besonders teuer sind digitale Angriffe: 76 Prozent des Gesamtschadens entfallen inzwischen auf Cyberattacken. Bitkom beziffert die Schäden auf 160,4 bis 205,8 Milliarden Euro. Fast zwei Drittel der Unternehmen registrierten zudem eine Zunahme der Cyberangriffe.
Dabei verändert Künstliche Intelligenz zunehmend die Angriffsmethoden. 82 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass Angreifer bereits verstärkt KI einsetzen. Schäden durch automatisierte Robo Calls stiegen von 3 auf 14 Prozent, bei Deepfakes von 4 auf 8 Prozent.
KI kann unter anderem dabei helfen, Angriffe stärker zu personalisieren, überzeugendere Phishing-Mails zu erstellen oder gefälschte Audio- und Videoaufnahmen zu produzieren. Gleichzeitig kann die Technologie Unternehmen dabei unterstützen, verdächtige Aktivitäten schneller zu erkennen.
Handlungsbedarf besteht weiterhin: Nur 43 Prozent der Unternehmen sehen sich selbst als sehr gut auf Cyberangriffe vorbereitet. Der Anteil des IT-Budgets, der durchschnittlich in IT-Sicherheit fließt, stagniert bei 18 Prozent. Bitkom und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfehlen 20 Prozent.