Zahlungseingänge sichern: Factoring-Anbieter für Startups im Überblick (2018)

Für Leistung fristgerecht bezahlt werden – jeder Unternehmer hat diesen Anspruch. Die Wahrheit sieht anders aus: Hohe Außenstände sind nicht selten und führen immer wieder auch zu Pleiten. Muss nicht sein: Wie ihr dank Factoring Anbietern eure Zahlungseingänge eintreiben könnt, bieten wir euch hier im Überblick.

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Wer ein Startup gründet, sieht sich mit unzähligen unterschiedlichen Belangen konfrontiert, die es für das dauerhafte Bestehen des Unternehmens zu vereinbaren gilt. Neben inhaltlichen Themen zu den eigentlichen Leistungen oder Produkten gehört die finanzielle Sicherheit des Betriebs zu den grundlegenden Aspekten, ohne die der langfristige Erfolg des Unternehmens nicht möglich ist.

Erreicht wird diese finanzielle Sicherheit zuallererst durch einen geregelten Ablauf des Zahlungsverkehrs für die erbrachten Leistungen des Startups. Da Unternehmen in der Gründungsphase meist nur geringe Kapazitäten für die Überwachung und Verfolgung der Zahlungseingänge aufbringen können, ist Factoring eine angemessene und sichere Möglichkeit, den gerade in der Anfangsphase so unerlässlichen Kapitalfluss in das Unternehmen sicherzustellen.

Factoring – das steckt dahinter

Was ist Factoring überhaupt? Mit dieser Frage sehen sich viele Gründer spätestens bei der Beschäftigung mit dem Thema der Zahlungseingänge von den Kunden konfrontiert.

Als Factoring wird die Auslagerung der Zahlungsverfolgung an externe Dienstleister beschrieben. Damit ist nicht nur die Verfolgung säumiger Schuldner und die Eintreibung von Zahlungsausständen gemeint, sondern ein deutlich umfassendere Auslagerungen von Dienstleistungen und auch finanziellen Risiken. Im Gegensatz zu klassischen Inkassounternehmen wird beim Factoring nicht nur das eigentliche Mahnwesen an einen externen Dienstleister ausgelagert. Wo beim Inkassounternehmen zwar meist eine Erfolgsprovision für das erfolgreiche Eintreiben der Ausstände vereinbart wird, geht Factoring noch einen Schritt weiter. Hier wird das gesamte finanzielle Risiko ausgelagert.

Das bedeutet für das Startup letztlich eine deutlich erhöhte Sicherheit hinsichtlich eines konstanten und sicheren Kapitalflusses aus der Veräußerung der eigenen Dienstleistungen oder Produkte. Im Gegenzug für die Übernahme des Mahnwesens und des finanziellen Risikos erhält der Factoring-Dienstleister eine Gebühr, sowie einen Zins für die vor Zahlungseingang vom Schuldner bereits durch das Factoring-Unternehmen geleistete Zahlung an das Startup. Bleibt eine Zahlung schließlich komplett aus, ist das Startup hiervon nicht betroffen, da das komplette finanzielle Risiko über Gebühr und Zins abgegolten ist und somit vom Factoring-Dienstleister getragen wird.

Die Vor- und Nachteile von Factoring für Startups

Doch wo liegen denn nun die Vor- und Nachteile des Factorings? Denn zweifelsohne gehen die Vorteile für ein Startup unvermeidbar mit Nachteilen einher, die an Stelle des Aufwands für die Eintreibung der offenen Zahlungen in Kauf zu nehmen sind.

Vorzüge von Factoring-Dienstleistungen

1. Sicherheit
Das größte Plus bei der Inanspruchnahme von Factoring-Dienstleistungen ist wohl die finanzielle Sicherheit, die gerade bei Startups in der ohnehin unsicheren Gründungsphase von besonderer Bedeutung ist. Da das finanzielle Risiko beim Dienstleister angesiedelt ist, können Beträge bereits unmittelbar nach Rechnungsstellung und Weiterleitung der Forderung an den Dienstleister positiv als Geldzufluss verbucht werden. Lange Wartezeiten und die damit verbundenen Unsicherheiten gehören mit Factoring der Vergangenheit an.

2. Regelmäßigkeit
Im Gegensatz zum immer wieder aufs Neue zu organisierenden Aufwand für ein eigenes Mahnwesen, oder auch für die Inanspruchnahme von klassischen Inkassounternehmen, wird beim Factoring die regel-mäßige Überwachung und Eintreibung von ausstehenden Zahlungen an den Dienstleister übertragen. Dieser wird nicht erst im Problemfall aktiv, sondern wickelt regulär alle, oder einen klar definierten Teil der an das Startup zu leistenden Zahlungen ab.

3. Geringer Aufwand im Startup
Da das Startup selbst nur einmalig die Zusammenarbeit mit dem Factoring-Anbieter organisieren muss, ist der Aufwand für die Zahlungsverfolgung in der heutigen Zeit digitaler Datenübermittlung sehr gering. Insbesondere Einzelfalllösungen und Problemlösungen säumiger Kunden werden komplett vom Dienstleister übernommen und entlasten somit das Startup.

Nachteile von Factoring-Dienstleistern

1. Kosten
Der gravierendste Nachteil von Factoring sind selbstredend die Gebühren und Zinsen, die das Startup für die Dienstleistung zu bezahlen hat. Hier gilt es, die Kosten gegenüber der Sicherheit und den ansonsten nicht verfolgten Zahlungsrückständen abzuwägen.

2. Kontrolle
Weniger schwerwiegend, aber definitiv nicht zu vernachlässigen ist auch die Außenwirkung von Factoring. Weil gerade der sensible Zahlungsverkehr an ein externes Unternehmen abgegeben wird, sollte daher unbedingt ein zuverlässiges und seriöses Unternehmen beauftragt werden. Denn bei finanziellen Aspekten kann durch ein unangemessenes Auftreten des Dienstleisters schnell Vertrauen der Kundschaft zerstört und somit der Kreis zufriedener Kunden verkleinert werden.

Die 10 wichtigsten Factoring-Anbieter in Deutschland

Wie in allen anderen Dienstleistungsbereichen auch, gibt es nicht den einen perfekten Factoring-Dienstleister für alle Unternehmen. Viel mehr orientieren sich die Dienstleister an Unternehmensgröße und Rechnungsumfängen und bieten ihre Leistungen zu einer darauf angepassten Gebühr. Nachfolgend werden zehn etablierte Factoring-Unternehmen kurz an Hand ihrer Ausrichtung, ihrer bearbeiteten Rechnungsumfänge und ihrer Gebühren vorgestellt.

Unternehmen: Finiata

Ausrichtung: kleine und mittlere Unternehmen, sowie Freiberufler und Selbstständige
Dimension der Rechnungsausstände: 500,- bis 200.000,- EUR
Gebühren: 3,50 bis 7,50% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://www.finiata.de

Unternehmen: Flex Payment

Ausrichtung: kleine und mittlere Unternehmen, sowie Freiberufler und Selbstständige
Dimension der Rechnungsausstände: 50,- bis 125.000,- EUR
Gebühren: 1,95 bis 3,95% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://www.flexpayment.de/

Unternehmen: Rhein-Main Factoring

Ausrichtung: kleine und mittlere Unternehmen, sowie Freiberufler und Selbstständige
Dimension der Rechnungsausstände: ohne Einschränkungen
Gebühren: ab 3,00% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://rhein-main-factoring-ag.de/

Unternehmen: ABN AMRO Commercial Finance

Ausrichtung: kleine und mittlere, sowie größere Unternehmen
Dimension der Rechnungsausstände: ab 0,01 EUR
Gebühren: 0,00 bis 3,00% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://www.abnamrocomfin.com/deu/de-de

Unternehmen: AFG Allgemeine Factoring Gesellschaft

Ausrichtung: kleine und mittlere, sowie größere Unternehmen
Dimension der Rechnungsausstände: ohne Einschränkungen
Gebühren: 1,00 bis 3,00% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://www.afg-stuttgart.de/

Unternehmen: EKF Finanz Frankfurt

Ausrichtung: kleine und mittlere, sowie größere Unternehmen
Dimension der Rechnungsausstände: ab 250.000,- EUR
Gebühren: 0,10 bis 1,60% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://www.ekf-frankfurt.de/

Unternehmen: EL-Factoring

Ausrichtung: kleine und mittlere, sowie größere Unternehmen
Dimension der Rechnungsausstände: ohne Einschränkungen ab 250.000,- EUR Factoringumsatz jährlich
Gebühren: 0,30 bis 2,00% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://el-factoring.de/

Unternehmen: Dresdner Factoring

Ausrichtung: kleine und mittlere, sowie größere Unternehmen
Dimension der Rechnungsausstände: ab 800.000,- EUR
Gebühren: 0,80 bis 1,20% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://www.dresdner-factoring.de/

Unternehmen: Opta Data Factoring

Ausrichtung: kleine und mittlere, sowie größere Unternehmen
Dimension der Rechnungsausstände: ab 0,00EUR
Gebühren: 2,00 bis 3,00% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://www.optadata-factoring.de/

Unternehmen: Raiffeisenbank Arnstorf

Ausrichtung: kleine und mittlere, sowie größere Unternehmen
Dimension der Rechnungsausstände: ab 50.000,- EUR
Gebühren: ab 3,15% zzgl. Zinsen und Umsatzsteuer
Web: https://www.rb-arnstorf.de/firmenkunden/factoring.html

Es wird schnell klar, dass die erforderlichen oder auch maximal zulässigen Rechnungsumsätze, sowie die damit verbundenen Gebühren, selbst bei Unternehmen derselben Ausrichtung teils deutlich variieren. Daher lohnt vor Abschluss eines Factoring-Vertrags jederzeit der Vergleich mehrerer Anbieter, sowie ein persönliches Beratungsgespräch zur Abstimmung des eigenen Bedarfs.

Quelle: https://www.kreditrechner.com/ratgeber/factoring/

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