Unternehmensnachfolge: So schreibt ihr einen Fortführungsplan | mit Übersicht

Wer ein bestehendes Unternehmen als Nachfolger weiterführen möchte, muss natürlich die gleichen Voraussetzungen erfüllen, wie jemand, der neu gründet: Ein Businessplan ist Pflicht, im Falle einer Nachfolge heißt er Fortführungsplan. In unserem Fachartikel findet ihr alle Informationen über den Fortführungsplan und in welchen wesentlichen Punkten er sich vom Businessplan unterscheidet als praktische Übersicht.

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Eine Idee und ein ziemlich genauer Plan sind die wichtigsten Vorraussetzungen für eine Gründung. Dabei müsst ihr nicht einmal ein Unternehmen neu gründen: Die Unternehmensnachfolge ist eine ernstzunehmende Alternative zur Neugründung. Es gibt viele gute Gründe, den Weg in die Selbstständigkeit mit einer Firmenübernahme zu beginnen.

Hier findet ihr alle Informationen zur Unternehmensnachfolge als praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Wer ein bestehendes Unternehmen als Nachfolger weiterführen möchte, muss natürlich die gleichen Voraussetzungen erfüllen, wie jemand, der neu gründet: Ein Businessplan ist Pflicht, im Falle einer Nachfolge heißt er Fortführungsplan.

Die unternehmerische Planung ist der einer Neugründung ähnlich, in einigen wesentlichen Punkten aber gibt es Unterschiede und Besonderheiten. Denn beim Fortführungsplan geht es darum, die Geschäftsidee im Zuge der Weiterführung zu beschreiben.

In unserem Fachartikel findet ihr alle Informationen über den Fortführungsplan als praktische Übersicht.

Aufgebaut wird der Fortführungsplan auf dem bereits laufenden Geschäft, den vorhandenen Kundenpotenzialen, auf vorhandene Lieferanten und Mitarbeiter. Markt, Konkurrenzsituation und Zielgruppe für bestehende und für zukünftig beabsichtigte Geschäftsbereiche sollten ebenso genau beschrieben werden wie die vorhandene, interne Organisation und die beabsichtigten Veränderungen.

Ihr müsst die IST-Situation möglichst genau beschreiben, damit ihr den SOLL-Zustand der Firma nach eurer Übernahme definieren könnt.

Wie findet man einen Unternehmer, der seinen Betrieb gern weitergeben will? Dafür gibt es so genannte Nachfolger-Börsen, die wichtigsten haben wir hier für euch zusammengestellt.

Besondere Angaben im Fortführungsplan

Auch auf den Zahlenteil müsst ihr viel Sorgfalt verwenden. Bei einem Fortführungsplan werden in der Regel noch detailliertere Zahlen und Fakten erwartet, da man aus einem laufenden Geschäftsbetrieb sehr klare Angaben ableiten kann. Angegeben werden müssen:

  • ein Stichtag für die Unternehmensübergabe
  • der Kaufpreis
  • die Rechtsform, in der das Geschäft nach der Übernahme weitergeführt wird
  • einen Notfallplan für die Geschäftsführung, falls ihr kurzfristig (Krankheit, Unfall) ausfallt

Punkte wie Kapitalbedarfsplanung, Liquiditätsplanung und Risikoplanung sind hier genauso erforderlich wie bei einem Businessplan.

Denkt daran, bei der Finanzplanung eine möglichst genaue Abschätzung zu treffen, bis wann sich die Übernahmekosten aus dem laufenden Betrieb amortisiert haben werden.

Eine gute Auswahl an Businessplan-Mustern findet ihr auf der Gründerplattform. Zu den kostenlosen Businessplan-Vorlagen »

Geschäftsmodell und Produkte

Im Fortführungsplan solltet ihr genau beschreiben, was ihr nach der Firmenübernahme mit dem Unternehmen vorhabt. Dazu analysiert ihr zunächst das bestehende Geschäftsmodell sowie die angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Dann schreibt ihr auf, was Bestand haben und was geändert werden soll.

  • Welche Produkte/Dienstleistungen gibt es bereits? vs. Welche Produkte/Dienstleistungen soll es nach der Übernahme geben?
  • Welche Zielgruppen werden bereits bedient? vs. Welche Zielgruppen kommen nach der Übernahme dazu?
  • Ändern sich die Preise für die Produkte/Dienstleistungen nach der Übernahme?
  • Welche Lieferantenverträge gibt es? Sollen sie angepasst werden?

Markt- und Konkurrenzsituation

Mit der Markt- und Konkurrenzanalyse seht nicht nur, was ihr besser als eure Mitbewerber machen könnt, sondern ihr seht auch, was in euren Unternehmen bislang gut lief und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Aus diesen Erkenntnissen entwickelt ihr euer Konzept für die Ausrichtung eures Unternehmens nach der Übernahme.

  • Ändert sich das Marktvolumen nach der Übernahme?
  • Ändert sich das Absatzgebiet nach der Übernahme?
  • Welche Konkurrenten gibt es bereits?
  • Wird es nach der Übernahme neue Konkurrenten geben?
  • Ändert sich die Marketingstrategie?

Wie ihr eine Marktananalyse fundiert erstellt, welche Tools ihr nutzen könnt und worauf es dabei ankommt, erfahrt ihr in diesem Fachartikel.

Personal, Ausstattung und Räumlichkeiten

Ein Blick in das Innenleben eurer zu übernehmenden Firma ist maßgeblich für den Fortführungsplan. Macht euch ein genaues Bild über Räumlichkeiten, Standort und Personalstruktur, damit ihr eine begründete Einschätzung über die zukünftige Entwicklung abgeben können.

  • Wie ist der Zustand der Räumlichkeiten? Muss renoviert werden?
  • Wie lange und zu welchen Konditionen laufen Miet- oder Pachtverträge? Muss nachverhandelt werden?
  • Reichen die Räumlichkeiten und der Standort für die zukünftige Ausrichtung der Firma aus?
  • Welche Ausstattung (Maschinen, Geräte) ist vorhanden und in welchem Zustand?
  • Sind Reparaturen notwendig?
  • Müssen Geräte ersetzt werden?
  • Reicht die Ausstattung für die Ausrichtung der Firma nach der Übernahme?
  • Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen?
  • Wie viele Mitarbeiter soll es nach der Übernahme haben?

Ein sorgfältig ausgearbeiteter Fortführungsplan erfordert intensive Recherchearbeit und eine so nüchterne wie kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen. Er hilft nicht nur potentielle Geldgeber zu überzeugen, sondern zeigt euch noch einmal detailliert auf, was euch erwartet, wenn ihr euch für eine Unternehmensnachfolge entscheidet.

Leichter und schneller geht das Schreiben des Businessplans mit einer hilfreichen Software, die euch durch die einzelnen Punkte führt. Wir haben die besten Businessplan-Tools für euch getestet: Zu den TOP 5 Businessplan-Tools »

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