Gewer­be­an­mel­dung – so mel­det man ein Gewer­be rich­tig an (inklu­si­ve Gewer­be­an­mel­dung Formular)

Die Gewer­be­an­mel­dung ist an und für sich eine recht unkom­pli­zier­te Sache. Den­noch tau­chen dabei immer wie­der Fra­gen auf: Wer muss über­haupt ein Gewer­be anmel­den, wo mel­det man ein Gewer­be an, wel­che Vor­aus­set­zun­gen sind nötig? Wel­che Unter­la­gen muss ich mit­neh­men – und was ist der Gewer­be­schein? Grün­der­kü­che erklärt die Gewer­be­an­mel­dung Schritt für Schritt.

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Gewer­be­an­mel­dung – so geht´s!

1. Wie mache ich eine Gewerbeanmeldung?

Um ein Gewer­be anzu­mel­den benö­tigt man im Grun­de nur 5 ein­fa­che Schritte:

  • Schritt 1: Klä­ren Sie, ob Sie über­haupt ein Gewer­be anmel­det müssen.
  • Schritt 2: Über­prü­fen Sie die Vor­aus­set­zun­gen, etwa, ob Sie eine beson­de­re Erlaub­nis wie zum Bei­spiel einen Meis­ter­brief benötigen?
  • Schritt 3: Je nach Bun­des­land gehen Sie zur IHK oder dem Gewer­be­amt – ver­ges­sen Sie Ihre Unter­la­gen nicht, dazu gehö­ren Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass mit Mel­de­be­schei­ni­gung. Je nach Gewer­be­zweig kann es sein, dass wei­te­re Unter­la­gen mit­ge­bracht wer­den müs­sen, wie Geneh­mi­gun­gen, Erlaub­nis­nach­wei­se o.ä.
  • Schritt 4: Fül­len Sie das For­mu­lar „Gewer­be­an­mel­dung“ aus.
  • Schritt 5: Geben Sie das For­mu­lar ab und neh­men eine Kopie mit Stem­pel mit nach Hause.

Fer­tig – jetzt ist das Gewer­be ange­mel­det. Die Beschei­ni­gung dar­über, dass man ein Gewer­be offi­zi­ell ange­mel­det hat, nennt man umgangs­sprach­lich „Gewer­be­schein“.

Tipp „Gewer­be­an­mel­dung For­mu­lar“ schon vorbereiten:

Hier haben wir das For­mu­lar Gewer­be­an­mel­dung schon mal zur Ansicht als pdf vor­be­rei­tet. In vie­len Gemein­den kön­nen Sie es her­un­ter­la­den und bereits zuhau­se aus­fül­len – das spart Zeit im Amt. Wenn Sie das Bild ankli­cken, laden Sie das For­mu­lar Gewer­be­an­mel­dung des Anbie­ters Form­blitz her­un­ter, dem wir hier aus­drück­lich für den Ser­vice dan­ken wol­len. Damit kön­nen Sie alle Daten direkt am Rech­ner ein­ge­ben und das For­mu­lar ausdrucken.

Gewerbeanmeldung-Vorlage-Screenshots

2. Wer darf die Gewer­be­an­mel­dung machen?

Das Gewer­be wird immer von dem Gewer­be­trei­ben­den bean­tragt. Heisst, bei einem Ein­zel­un­ter­neh­men mel­det der Inha­ber das Gewer­be an. Bei einer Per­so­nen­ge­sell­schaft wird es durch den Geschäfts­füh­rer oder auch durch die geschäfts­füh­ren­den Gesell­schaf­ter ange­mel­det, bei einer Kapi­tal­ge­sell­schaft (z.B. GmbH) durch den Geschäftsführer.

3. Wo mel­det man ein Gewer­be an?

Das ist unter­schied­lich. Je nach Bun­des­land über­nimmt die Gewer­be­an­mel­dung die IHK oder die Hand­werks­kam­mer bzw. die Gemeinde.
Gewer­be­an­mel­dung bei der IHK: Das ist bei­spiels­wei­se in Bay­ern, in Ham­burg und in Rhein­land-Pfalz mög­lich. In ande­ren Bun­des­län­dern über­nimmt die Gewer­be­an­mel­dung nor­ma­ler­wei­se die Gemein­de, in der das Unter­neh­men sei­nen Sitz haben soll. Es wird dort dann auch im ent­spre­chen­den Gemein­de­ge­wer­be­re­gis­ter ein­ge­tra­gen und verwaltet.

4. Was kos­tet eine Gewerbeanmeldung?

Die Gewer­be­an­mel­dung ist an sich schnell erle­digt und auch kos­ten­güns­tig. In vie­len Gemein­den lie­gen die Gebüh­ren für die Gewer­be­an­zei­ge bei gera­de ein­mal zwi­schen 10 und 20 Euro, maxi­mal wer­den in Deutsch­land dafür 60 Euro ver­langt. Das ist aber eher schon die Ausnahme.

Nicht ver­ges­sen: Je nach Art des Gewer­bes müs­sen Sie aller­dings Mehr­kos­ten ein­pla­nen. Bei­spiels­wei­se ent­ste­hen Ihnen Gebüh­ren für das poli­zei­li­che Füh­rungs­zeug­nis oder auch Gebüh­ren für den Aus­zug aus dem Gewerbezentralregister.

5. Gewer­be­an­mel­dung per­sön­lich, per Post oder auch online möglich?

Ob man per­sön­lich erschei­nen muss, hängt vom jewei­li­gen Gewer­be­amt ab. Bei eini­gen kann auch der Antrag schrift­lich per Post ein­ge­reicht wer­den. Das For­mu­lar kann oft online aus­ge­füllt wer­den, da man aber die per­sön­li­che Unter­schrift braucht, kann die kom­plet­te Anmel­dung meist nicht online erfol­gen. Nur in Ber­lin kann die kom­plet­te Anmel­dung online erfol­gen. Dafür muss man aller­dings das exta ange­bo­te­ne Online-For­mu­lar nut­zen, hier der Link dazu.

Gewer­be­an­mel­dung Basics: Wer muss über­haupt ein Gewer­be anmelden?

Das sind zwei häu­fig gestell­te Fra­gen, die immer wie­der auftauchen.

Sind Frei­be­ruf­ler nun Gewer­be­trei­ben­de oder nicht?

Frei­be­ruf­li­che Tätig­kei­ten unter­lie­gen nicht der Gewer­be­ord­nung und sind von der Anzei­ge­pflicht einer Gewer­be­aus­übung gesetz­lich befreit. Das heißt: Frei­be­ruf­ler müs­sen kein Gewer­be anmel­den. Und sie müs­sen auch kei­ne Gewer­be­steu­er zah­len. Wel­che Tätig­kei­ten zu den frei­en Beru­fen gehö­ren, fin­det man in §18 Ein­kom­men­steu­er­ge­setz. Dort auf­ge­führt sind die soge­nann­ten Kata­log­be­ru­fe wie

  • Ärz­te,
  • Rechts­an­wäl­te,
  • Apo­the­ker,
  • Künst­ler,
  • Schrift­stel­ler und Journalisten,
  • Vor­tra­gen­de und Designer,
  • Bera­ter und Dozenten.

Alle Beru­fe, die ein ähn­li­ches Berufs­bild haben, wer­den eben­falls zu den frei­en Beru­fen gezählt. Die­se Lis­te der Frei­en Beru­fe ist jedoch nicht abschlie­ßend. Die Fest­le­gung, ob Sie Frei­be­ruf­ler wer­den, erfolgt stets durch das Finanzamt.

Befreit von der Gewer­be­an­mel­dung sind auch alle, die soge­nann­te Urpro­duk­ti­on betrei­ben. Dazu gehö­ren die

  • Land­wirt­schaft,
  • Vieh­zucht,
  • Fisch­zucht,
  • Fische­rei und ähn­li­che Tätigkeiten.

Für sie ist eine Gewer­be­an­mel­dung nicht notwendig.

Muss ich auch ein Hob­by als Gewer­be anmel­den, wenn ich damit kein Geld verdiene?

Ein Gewer­be muss nur anmel­den, wer mit sei­ner Tätig­keit tat­säch­lich eine Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht hat. Die Beto­nung liegt hier auf dem Wort Absicht. Wer Holz­spiel­zeug fer­tigt, um es danach zu ver­schen­ken oder dem Kin­der­gar­ten für den Holz­preis über­lässt, betreibt kein Gewerbe.

Dar­über hin­aus muss die Tätig­keit auf Dau­er ange­legt sein. Wer sein Holz­spiel­zeug ver­kauft, das aber nur ein ein­zi­ges Mal einen Som­mer macht, betreibt eben­falls kein Gewer­be im recht­li­chen Sinn. Die Ein­künf­te, die erzielt wer­den, müs­sen aber den­noch selbst­ver­ständ­lich ver­steu­ert werden.

Wel­che Vor­aus­set­zun­gen sind für eine Gewer­be­an­mel­dung nötig?

In Deutsch­land ist das Aus­üben von einem Gewer­be nicht an eine Erlaub­nis gebun­den. Jeder darf gewerb­lich tätig sein. Ver­pflich­tend ist ledig­lich die Bekannt­ga­be, dass man ein Gewer­be aus­übt. Das ist die Gewerbeanmeldung.

Geprüft wird dabei nur, ob man auch die grund­sätz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen erfüllt – etwa Voll­jäh­rig­keit, Geschäfts­fä­hig­keit, und wel­che Art von Gewer­be man aus­üben möchte.

Beson­de­re Vor­aus­set­zun­gen gibt es nur für ein­zel­ne Gewer­be, in denen man auch sei­ne Befä­hi­gung nach­wei­sen muss, das Gewer­be aus­zu­üben. Das gilt für

  • zulas­sungs­pflich­ti­ge Hand­werks­be­ru­fe (Meis­ter­ab­schluss oder ver­gleich­ba­re Qualifikation)
  • für Pfle­ge­diens­te,
  • für Mak­ler und Versicherungsmittler,
  • für Taxi- oder Güterbeförderungsgewerbe,
  • für Fahr­schu­len,
  • für Gast­stät­ten­be­trie­be und Spielhallen,
  • für den Han­del mit Tie­ren, aber auch Waf­fen, Muni­ti­on und Sprengstoffen,
  • für das Bewa­chungs­ge­wer­be und für Inkassobüros,
  • für Arbeits­kräf­te­über­las­sung und für selb­stän­di­ge Buchführungshelfer.

In die­sen Fäl­len muss die Behör­de die Gewer­be­aus­übung erst ein­mal erlau­ben. Mit der erteil­ten Erlaub­nis darf man das Gewer­be dann aber aus­üben. Eine sol­che Erlaub­nis der Behör­de heißt auch „Kon­zes­si­on“.

Hin­weis zur Gewerbeanmeldung

Die Gewer­be­an­mel­dung ist nur der ers­te Schritt zum eige­nen Unter­neh­men – Anmel­dung beim Finanz­amt und gege­be­nen­falls auch bei der Kran­ken­kas­se und ande­ren Stel­len sind eben­falls erforderlich.

Wei­ter­füh­ren­de Links zur Gewerbeanmeldung

Hier fin­den Sie die IHK in Ihrer Nähe.

Sie wis­sen nicht, ob Sie als Frei­be­ruf­ler gel­ten? Fra­gen Sie nach: Hier geht es zum Bun­des­ver­band Frei­er Berufe.

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