Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Geschäfts­kon­to Ver­gleich: Die­se Kon­ten eig­nen sich für Grün­der und Startups

Ban­ken ver­die­nen vor allem durch Gebüh­ren bei der Kon­to­füh­rung. Doch es gibt enor­me Unter­schie­de bei den ein­zel­nen Gebüh­ren: Man kann als Unter­neh­mer sehr viel Geld spa­ren, wenn man das pas­sen­de Kon­to sucht. Wir haben einen Ver­gleich von sie­ben Ban­ken und ihren Ange­bo­ten für euch ange­stellt: hier das Ergebnis.

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Dass Ban­ken vor allem durch Gebüh­ren bei der Kon­to­füh­rung Geld ein­neh­men, ist hin­läng­lich bekannt. Dass es aller­dings tat­säch­lich enor­me Unter­schie­de bei den ein­zel­nen Gebüh­ren­sät­zen gibt, und man als Unter­neh­mer sehr viel oder sehr wenig Geld aus­ge­ben kann, ist nicht so vie­len bewusst. In die­sem Bei­trag unter­su­chen wir, ob man über­haupt ein Geschäfts­kon­to braucht, und stel­len eini­ge Ange­bo­te ein­an­der gegenüber.

Die güns­tigs­te Vari­an­te: Wozu ein Geschäfts­kon­to, reicht nicht das Privatkonto?

Um Pri­vat­kun­den wird mas­siv gewor­ben, kos­ten­lo­se Kon­to­füh­rung ist bei­na­he schon so etwas wie ein Qua­si-Stan­dard gewor­den und bei­na­he die gesam­te Kun­den­wer­bung fin­det allein über die Kon­to­ge­büh­ren statt. Das wäre doch eine rela­tiv gute Alter­na­ti­ve zu den sonst so teu­ren Geschäftskonten?

Das schei­tert in der Regel schon aus zwei Grün­den: Ers­tens schlie­ßen die meis­ten Ver­trags­be­din­gun­gen bei Pri­vat­kon­ten eine gewerb­li­che Nut­zung defi­ni­tiv aus – und auch für klei­ne, neben­be­ruf­lich Selb­stän­di­ge lohnt sich die Tren­nung zwi­schen pri­va­ter und geschäft­li­cher Kon­to­füh­rung alle­mal, um kei­ne Pro­ble­me mit dem Finanz­amt zu bekom­men, und sich die Buch­hal­tung deut­lich zu ver­ein­fa­chen. Um das Eröff­nen eines Geschäfts­kon­tos kommt man also prak­tisch so gut wie nie herum.

Grün­der­rat:

War­um ihr mit min­des­tens zwei Kon­ten arbei­ten soll­tet, erfahrt ihr in die­sem Fach­ar­ti­kel „Geschäfts­kon­to eröff­nen: Unbe­dingt getrenn­te Kon­ten füh­ren und wie ihr das rich­ti­ge Kon­to fin­det“.

Das kos­ten­lo­se Geschäfts­kon­to oder: 7 Ban­ken im Vergleich

Um euch ein wenig Über­sicht zu ermög­li­chen, was Geschäfts­kon­ten kos­ten kön­nen, und wel­che Unter­schie­de es geben kann, haben wir ein­mal einen klei­nen Ver­gleich gestar­tet. Ins Ren­nen gin­gen dabei die Deut­sche Bank, die Com­merz­bank und die Post­bank als alt­ein­ge­ses­se­ne Bank­in­sti­tu­te, dane­ben die Hypo­ver­eins­bank und wir haben noch die Ethik Bank ins Ren­nen geschickt, die Fidor Bank und die net­bank. Ver­gli­chen wur­de jeweils die ein­fachs­te und grund­le­gen­de Geschäfts­kon­to­va­ri­an­te (sofern es über­haupt ver­schie­de­ne Model­le bei der Bank gab).

Geschäfts­kon­to Ver­gleich Kri­te­ri­um 1: Die Kon­to­füh­rungs­ge­bühr bzw. monat­li­cher Grundpreis

Schon hier schei­det sich die Spreu vom Weizen.

  • Für das DB Busi­ness Aktiv Kon­to wird man monat­lich bereits 8,90 Euro an monat­li­chem Grund­ent­gelt los,
  • die Com­merz­bank ver­langt für das Com­merz­bank Klas­sik Geschäfts­kon­to monat­lich 6,90 Euro,
  • die Post­bank 9,90 Euro.
  • Das Busi­ness Klas­sik der Hypo­Ver­eins­bank schlägt monat­lich eben­falls mit 9,00 Euro zu Buche.
  • Bei der Ethik Bank begnügt man sich (fai­res Geld, wie der Slo­gan lau­tet) mit 5,00 Euro.
  • Fidor Bank und net­bank wol­len kei­ne monat­li­chen Gebüh­ren sehen…

… immer­hin schon ein Unter­schied von zwi­schen 50 bis 100 Euro pro Jahr im Ver­gleich zu den ande­ren Ban­ken. Je nach Gut­ha­ben auf dem Kon­to kann sich wie­der­um bei ein­zel­nen Ban­ken auch die monat­li­che Gebühr erüb­ri­gen – etwa bei der Deut­schen Bank (wenn durch­schnitt­lich 5.000 Euro Gut­ha­ben auf dem Kon­to erreicht werden).

Geschäfts­kon­to Ver­gleich Kri­te­ri­um 2: Kos­ten für Giro­kar­te und Kreditkarte

Jedes Kon­to braucht natür­lich auch eine Giro­kar­te, Kre­dit­kar­ten sind eben­falls prak­tisch im Geschäfts­le­ben. Über­rascht waren wir hier von der Fidor Bank – bei der gibt es kei­ne Giro­kar­te son­dern nur eine Kre­dit­kar­te mit Giro-Funk­ti­on – und die ist kos­ten­los. Das war bei kei­ner ande­ren Bank im Ver­gleich der Fall, jeden­falls nicht im güns­ti­gen Grund-Tarif.

  • Die Deut­sche Bank möch­te beim Busi­ness Aktiv Kon­to immer­hin auch für die Kar­te kein Geld sehen, ver­langt aber für die Kre­dit­kar­te 29 Euro. (Erst im Tarif Kom­fort, der monat­lich 19,90 Euro kos­tet, sind eben­falls bei­de Kar­ten kostenlos).
  • Die Post­bank ver­langt eben­falls nichts für die Giro­card, aber 30 Euro für die Kreditkarte.
  • Bei der Com­merz­bank kos­tet die Giro­card 10 Euro Gebüh­ren, die Kre­dit­kar­te kos­tet auch hier run­de 30 Euro (29,90) jährlich.
  • Die net­bank gibt sich mit 6 Euro für die Giro­card und 19 Euro für die Kre­dit­kar­te eher bescheiden.
  • Die Ethik Bank möch­te ger­ne 10,50 Euro für die Giro­card sehen und stellt die Kre­dit­kar­te immer dann kos­ten­frei, wenn min­des­tens 4.000 Euro Umsät­ze pro Jahr damit bezahlt wer­den, ansons­ten kos­tet sie 20 Euro.

Geschäfts­kon­to Ver­gleich Kri­te­ri­um 3: Zinsen

Hier gibt es ver­gleichs­wei­se die größ­ten Unter­schie­de. Gut­ha­ben­zin­sen bie­tet bei Geschäfts­kon­ten allein die Fidor Bank, mit 0,10 Pro­zent Ver­zin­sung für Gut­ha­ben auf dem Kon­to. Bei allen ande­ren Kon­ten im Ver­gleich ver­zinst nie­mand sonst das Guthaben.

Inter­es­sant wird es dage­gen beim Dis­po-Kre­dit: den bie­tet näm­lich bei den Geschäfts­kon­ten über­haupt nur die Ethik-Bank an – und ver­langt dafür 9,25 Pro­zent Zin­sen. Ins­ge­samt gese­hen scheint man Dis­po-Rah­men nur bei den weni­ger alt­ein­ge­ses­se­nen Bank­un­ter­neh­men zu bekom­men – dort kön­nen die Dis­po-Zin­sen dann aber durch­aus auch ein­mal bei bis zu 16 Pro­zent liegen.

Geschäfts­kon­to Ver­gleich Kri­te­ri­um 4: Kos­ten für Buchungen

Auch hier gibt es gro­ße Unter­schie­de, und oft ziem­lich kom­pli­zier­te Staf­fe­lun­gen. In man­chen Fäl­len lohnt sich dann wie­der­um auch der Wech­sel auf eine Pre­mi­um-Vari­an­te, die zwar monat­lich höhe­re Grund­ge­büh­ren kos­tet, dafür aber mit ein­ge­rech­ne­ten Buchun­gen in Sum­me wie­der­um güns­ti­ger kommt. Ein Ver­gleich ist hier äußerst schwie­rig, da die Zahl der beleg­lo­sen und beleg­haf­ten Buchun­gen von Unter­neh­men zu Unter­neh­men ja oft total unter­schied­lich ist. Zudem ändern sich Tari­fe auch manch­mal – was dann wie­der­um eine völ­lig ande­re Ver­gleichs­si­tua­ti­on her­stellt. Ohne Staf­fe­lun­gen kann man davon aus­ge­hen, dass bei allen von uns ver­gli­che­nen Ban­ken die Buchung ca. 0,10 – 0,15 Euro kos­tet, nur bei der Hypo­Ver­eins­bank schlägt sie mit 0,30 Euro zu Buche. Bei der Fidor Bank sind Buchun­gen (wie so vie­les ande­re) kostenlos.

Geschäfts­kon­to Ver­gleich Kri­te­ri­um 5: Sondergebühren

Dane­ben muss man immer noch zahl­rei­che wei­te­re mög­li­che Gebüh­ren berück­sich­ti­gen – etwa die Gebüh­ren für das Abhe­ben von Bar­geld, oder wei­te­re Ser­vice­leis­tun­gen. Oft lie­gen da auch gele­gent­lich Gebüh­ren­fal­len ver­steckt: So ist bei der Fidor Bank das Abhe­ben von Bar­geld nur vier­mal pro Monat kos­ten­los, danach wer­den Gebüh­ren verlangt.

Die 7 Ban­ken in der Übersicht

Deut­sche Bank
(Busi­ness Aktiv Konto)
Com­merz­bank
(Klas­sik Geschäftskonto)
Post­bank
(Busi­ness Giro­kon­to – Geschäftskonto)
Hypo­ver­eins­bank
(Busi­ness Klassik)
Ethik Bank
(Geschäfts­kon­to Ach­tung abwei­chend: Geschäfts­gi­ro­kon­to für NGOs)
Fidor Bank
(Smart Geschäftskonto)
net­bank
(Geschäfts­kon­to Basic)
Gebüh­ren
Kontoführung
8,90 Euro6,90 Euro9,90 Euro9,00 Euro5,00 Euro0 Euro0 Euro
Kos­ten Giro­kar­te pro Jahr0 Euro10 Euro0 Euro7 Euro10,50 Euronicht vor­han­den6 Euro
Kos­ten Kre­dit­kar­te pro Jahr29 Euro29,90 Euro30 Euro15 Euro (HVB Cor­po­ra­te Card)0 Euro (bei 4.000 Euro Umsatz)0 Euro (mit Giro-Funktion)19 Euro
Gut­ha­ben Verzinsungneinneinneinneinnein0,10 %nein
Zin­sen Dispokreditkein Dis­pokein Dis­pokein Dis­pokein Dis­po9,25 %kein Dis­pokein Dis­po
Kos­ten für Buchun­gen (Staf­fe­lung)10–15 Cent10–15 Cent10–15 Cent10–15 Cent10–15 Cent0 Euro10–15 Cent

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