Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Geschäfts­kon­to eröff­nen: Unbe­dingt getrenn­te Kon­ten füh­ren und wie ihr das rich­ti­ge Kon­to findet

Klar: Ohne Kon­to geht es nicht. Zur Grün­dung eines Unter­neh­mens gehört auch die Eröff­nung eines Geschäfts­kon­tos. Aller­dings ver­schie­ben vie­le Jung-Unter­neh­mer das gern und nut­zen das pri­va­te Kon­to für Trans­ak­tio­nen. Nicht so cle­ver! War­um ihr unbe­dingt meh­re­re Kon­ten nut­zen soll­tet und geschäft­li­che Trans­ak­tio­nen nicht über euer Pri­vat­kon­to abwi­ckeln soll­tet, erfahrt ihr in die­sem Fachartikel.

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Klar: Ohne Kon­to geht es nicht. Zur Grün­dung eines Unter­neh­mens gehört auch die Eröff­nung eines Geschäfts­kon­tos. Aller­dings ver­schie­ben vie­le Jung-Unter­neh­mer das gern und nut­zen das pri­va­te Kon­to für Trans­ak­tio­nen. Nicht so cle­ver! War­um ihr unbe­dingt meh­re­re Kon­ten nut­zen soll­tet und geschäft­li­che Trans­ak­tio­nen nicht über euer Pri­vat­kon­to abwi­ckeln soll­tet, erfahrt ihr in die­sem Fachartikel.

Die Ein­rich­tung eines Geschäfts­kon­tos schreibt das Gesetz nicht vor. Doch – die wenigs­ten Grün­der wis­sen das – Ban­ken ver­bie­ten in der Regel in ihren Geschäfts­be­din­gun­gen geschäft­li­che Trans­ak­tio­nen auf pri­va­ten Kon­ten. Außer­dem: In Deutsch­land sind Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten (wie zum Bei­spiel AG, UG und GmbH) gezwun­gen, ein Fir­men­kon­to zu besit­zen. Unab­hän­gig davon ist ein sepa­ra­tes Fir­men­kon­to emp­feh­lens­wert, und das am bes­ten gleich nach der Fir­men­grün­dung, noch bevor die ers­ten Trans­ak­tio­nen stattfinden.

Des­halb soll­tet ihr Geschäfts­kon­to und Pri­vat­kon­to drin­gend trennen

Abso­lut obers­te Prio­ri­tät in eurem Zah­lungs­ver­kehr: Über­sicht! Nichts ist schlim­mer, als wenn ihr nicht mehr aus­ein­an­der hal­ten könnt, was Ein­künf­te oder Umsät­ze sind und wel­che Aus­ga­ben für euren Betrieb und wel­che für euch per­sön­lich sind. Das zeigt auch das sta­tis­ti­sche Bun­des­amts: Es ver­zeich­ne­te im Jahr 2014 über 134.871 Insol­ven­zen. Die häu­figs­ten Ursachen:

  1. schlech­te Zah­lungs­mo­ral von Kunden,
  2. feh­len­des Controlling,
  3. Finan­zie­rungs­lü­cken,
  4. unzu­rei­chen­des Debitorenmanagement.

Sprich: Kein Über­blick über die Finan­zen. Gute Grün­de also, sei­ne Finanz­strö­me zu kon­trol­lie­ren. Am bes­ten geht das mit getrenn­ten Konten.

Die 2-Kon­ten-Metho­de: Geschäft­lich und privat

Mit 2 Kon­ten könnt ihr euer Geschäft bes­ser orga­ni­sie­ren: Plant ihr etwa eine Face­book-Kam­pa­gne, dann seht ihr auf einen Blick, ob dafür genü­gend Geld vor­han­den ist. Euren Unter­neh­mer­lohn müsst ihr nicht als Pri­vat­aus­ga­be für den Geschäfts­be­trieb gedank­lich ein­bu­chen son­dern über­weist ihr tatsächlich.

Alle geschäft­li­chen Ein­nah­men und Aus­ga­ben wer­den auf dem Geschäfts­kon­to erfasst. Für das Unter­neh­men rele­van­te Kos­ten kön­nen von Grün­der nicht ver­ges­sen wer­den. Und ihr müsst pri­va­te Buchun­gen nicht mehr extra kennzeichnen.

Ein wei­te­rer Vor­teil: Mal ange­nom­men die Bank schließt das Geschäfts­kon­to. Dann könnt ihr die noch offe­nen For­de­run­gen über das Pri­vat­kon­to aus­glei­chen – und euch eine neue Bank suchen. Ihr bleibt als Unter­neh­mer hand­lungs­fä­hig. Denn – das soll­tet ihr drin­gend wis­sen: Jede Bank – außer eine Spar­kas­se – darf einem Geschäfts­kun­den den Giro­ver­trag kün­di­gen, ohne dass es hier­für einen bestimm­ten Anlass geben muss (Urteil: OLG Bre­men vom 9.12.2011, Az. 2 U 2011). Des­halb soll­ten Unter­neh­mer immer auch eine zwei­te Bank­ver­bin­dung zu einer Spar­kas­se unter­hal­ten, weil die­se nach ihren AGBs nicht ein­fach den Giro­ver­trag kün­di­gen darf, ohne dafür sach­li­che Grün­de zu haben (BGH Urteil vom 11.3.2003, Az. XI ZR 40301).

Wich­tig dafür: Ihr soll­tet nicht nur eure Kon­ten tren­nen son­dern die­se auch bei ver­schie­de­nen Bank­in­sti­tu­ten haben.

Vor­tei­le der 2-Kon­ten-Metho­de im Überblick

1. Vor­teil der Zwei-Kon­ten-Metho­de: Die Über­sicht wahren

Da alle Ein- und Aus­ga­ben auf zwei Kon­ten erfol­gen, könnt ihr jeder­zeit einen Über­blick über eure Finanz­mit­tel ver­schaf­fen. Das ist nicht nur bequem, son­dern spart viel Zeit.

2. Vor­teil der Zwei-Kon­ten-Metho­de: Eure Finan­zen sind sicherer

Wer häu­fig im Aus­land unter­wegs ist und Leis­tun­gen oder Pro­duk­te kauft, möch­te nicht zwin­gend eine Kre­dit­kar­te mit sich füh­ren, die an das Geschäfts­kon­to mit den Ein­nah­men gebun­den ist. Siche­rer ist die Kar­te des Ausgabenkontos.

3. Vor­teil der Zwei-Kon­ten-Metho­de: Eure Finan­zen sind sicherer

Kapi­tal kön­nen Unter­neh­mer nie genug haben. In Zukunft könn­ten sie dar­auf ange­wie­sen sein, einen Kre­dit auf­zu­neh­men. Sie soll­ten das ers­te Kon­to (für Ein­nah­men) mit Bedacht aus­wäh­len. Bei einer Kre­dit­ver­hand­lung wird die Bank die Ein­nah­men der Fir­ma sehen, jedoch nicht die Ausgaben.

Für die früh­zei­ti­ge Ent­schei­dung für ein Geschäfts­kon­to spricht, dass ein spä­te­rer Umstieg mit einem gro­ßen Auf­wand ver­bun­den ist. Unter­neh­mer müss­ten jeden Part­ner und Kun­den über den Kon­to­wech­sel infor­mie­ren. Dadurch wür­dest du dei­nen Part­nern und Kun­den unnö­ti­ge Arbeit machen.

Die 3-Kon­ten-Metho­de: Noch siche­rer mit dem zwei­ten Geschäftskonto

Unter­neh­mer, die nichts dem Zufall über­las­sen möch­ten, kön­nen ein zwei­tes Geschäfts­kon­to eröff­nen. Sie füh­ren in die­sem Fall ein Zwei-Kon­ten-Modell inklu­si­ve Kapi­tal­kon­to. Das ers­te Geschäfts­kon­to ist aus­schließ­lich für Ein­nah­men zustän­dig. Unter­neh­mer nut­zen das zwei­te Geschäfts­kon­to für Ausgaben.

Eine sol­che Lösung bie­tet das Kapi­tal­kon­to Busi­ness von volks​wa​gen​bank​.de. Es han­delt sich um ein fle­xi­bles Anla­ge­kon­to, wel­ches Unter­neh­mern fol­gen­de Vor­tei­le bringt:

  • Zin­sen wer­den monat­lich gutgeschrieben
  • durch den Zin­ses­zins­ef­fekt wird ein Ver­mö­gens­auf­bau betrieben
    die Kün­di­gungs­frist beträgt 30 Tage

Kapi­tal­kon­ten wer­den in der Regel direkt mit dem Geschäfts­kon­to ver­bun­den. Unter­neh­mer kön­nen ihr Kapi­tal­kon­to bequem per Online­ban­king bedie­nen und Geld nach Bedarf zwi­schen den bei­den Kon­ten transferieren.

Die 4- oder 5-Kon­ten-Metho­de: Liqui­di­tät & Zin­sen mit Tagesgeldkonten

Vie­le Exis­tenz­grün­der sind in die­se Fal­le schon getappt: Weil die Umsatz­steu­er erst am Ende des Jah­res ans Finanz­amt gezahlt wer­den muss­te, haben sie sie die Mona­te davor schon aus­ge­ge­ben. Schlecht, denn nun muss man irgend­wie die Steu­er­schuld zusam­men­bor­gen. Hel­fen kann ein Tages­geld­kon­to, das aus­schließ­lich für Steu­er­rück­la­gen gedacht ist.

Ein zwei­tes Tages­geld­kon­to soll­te mit Inves­ti­ti­ons­rück­la­gen und Sicher­hei­ten gefüllt wer­den. Exper­ten raten dazu, für min­des­tens sechs Mona­te die lau­fen­den betrieb­li­chen Kos­ten anzusparen.

Das pas­sen­de Kon­to für das Unter­neh­men finden

Wie bereits bestä­tigt, kön­nen eini­ge Unter­neh­mer (zum Bei­spiel Frei­be­ruf­ler und Ein­zel­un­ter­neh­mer) durch­aus pri­va­te Giro­kon­ten für ihre Trans­ak­tio­nen nut­zen. Ob sich ein pri­va­tes oder beruf­li­ches Kon­to lohnt, hängt von den Umstän­den ab:

  • Ein Online­shop, wel­cher tra­di­tio­nell vie­le Buchun­gen besitzt, pro­fi­tiert von einem Geschäfts­kon­to mit kos­ten­lo­sen Buchungen.
  • Start­ups mit weni­gen Buchun­gen ent­schei­den sich für ein Geschäfts­kon­to mit nied­ri­gen Jahresgebühren.

In bei­den Fäl­len müs­sen die Unter­neh­mer mit jeweils einem Nach­teil rechnen:

  • Der Online­shop zahlt für die nied­ri­gen Buchungs­ge­büh­ren einen höhe­ren Jahresbeitrag.
  • Das Start­up zahlt eine höhe­re Gebühr für ein­zel­ne Buchungen.

Für Unter­neh­mer zäh­len nicht die ein­zel­nen Kos­ten, son­dern ihre Sum­me. Ihr müsst also für euren Bedarf genau prü­fen, wel­che Kon­to­lö­sung am güns­tigs­ten ist.

Grün­der­rat:

Bei eini­gen Ban­ken gibt es Geschäfts­kon­ten für Ein­zel­un­ter­neh­mer und Frei­be­ruf­ler zu beson­ders güns­ti­gen Kon­di­tio­nen. Eini­ge Ange­bo­te sind kom­plett kostenlos.

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