So schreibt ihr einen Businessplan: Aufbau, Struktur, Inhalte

Der Businessplan hat ein Problem: Niemand mag ihn! Das mag einerseits daran liegen, dass Gründer den Aufwand scheuen, um ihn zu verfassen. Andererseits, dass sie nicht wissen, wie man überhaupt einen Businessplan schreibt. Mit Nicht-Wissen aber beginnt das Scheitern. Mit einem gut durchdachten Konzept startet es sich leichter in die Selbstständigkeit: Gründerküche.de zeigt, welche Inhalte in den Businessplan gehören, wie er strukturiert wird und wie er formuliert werden sollte.

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Der Businessplan ist in erster Linie ein Werkzeug für Gründer – das vielleicht wichtigste in der Startphase des Unternehmens – egal ob es dabei um ein Tech-Startup handelt oder um die Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit. Im Businessplan wird die Geschäftsidee klar formuliert, hier steht schwarz auf weiß, welche (finanziellen) Mittel benötigt werden, und es werden potenzielle Kunden und Zielgruppen klar definiert. Und schließlich ist der Businessplan das Maß, an dem sich Gründer selbst messen können – indem sie regelmäßig die darin formulierten Ziele überprüfen und anpassen.

Weil dieses Dokument so wichtig ist, zeigen wir euch hier, wie ihr einen Businessplan am besten aufstellt, welche Struktur ihr beachten müsst und welche Formate ihr einhalten solltet. Antworten auf folgende Fragen erwarten euch:

  • Struktur und Inhalt: Wie ist ein Businessplan aufgebaut und was steht drin?
  • Wie schreibt man ein Executive Summary?
  • Welche Inhalte gehören in den Textteil eines Businessplans?
  • Wie muss der Finanzplan innerhalb eines Businessplanes aufgebaut sein?
  • Verkaufsargumente: Welche zusätzlichen Motivationen könnt ihr Investoren mitgeben?
  • Sprache, Form und Stil – Wie formuliert ihr einen Businessplan richtig?
  • Businessplan Tools – Wie kann euch das bei der Erstellung helfen?

Struktur und Inhalt: Wie ist ein Businessplan aufgebaut und was steht drin?

Auch wenn es keine verbindlichen Regeln für die Struktur gibt, ist es wichtig, dass der Businessplan eine klare Gliederung aufweist. Neben den klassischen Inhalten und Aufbau gibt es verschiedene spezialisierte Varianten, schaut euch zum Beispiel mal den Businessplan für die Bank – das muss rein für einen Firmenkredit oder Den kleinste Businessplan der Welt – auf einem Bierdeckel. Das ist die Struktur, die ihr in jedem Falle beachten solltet.

Kapitel 1 eures Businessplans: Eure Idee, Angebot und Zielgruppe

Eure Idee in prächtigen Worten beschrieben, euer Angebot so konkret wie möglich formuliert und auf eure Zielgruppe abgestimmt – hier punktet ihr als Innovatoren.

Kapitel 2 eures Businessplanes: Markt und Wettbewerb

Wie groß ist euer Markt, wie das Marktvolumen? Welche Wettbewerber habt ihr, was könnte bei eurem Markteintritt schwierig werden? Hier müsst ihr mit einer umfangreichen Marktanalyse punkten.

Kapitel 3 eures Businessplanes: Eure Vision und Ziele

Noch ist euer Unternehmen mehr eine Idee als irgend was anderes … deshalb solltet ihr viel Mühe und Zeit in die Darstellung eurer Visionen und Ziele investieren. Wo soll die Reise hingehen? Das ist euer wichtigster Punkt.

Kapitel 4 eures Businessplanes: Eure Strategie

Mit welcher Strategie wollt ihr euch im Markt positionieren – wie eure Kunden überzeugen?

Kapitel 5 eures Businessplanes: Euer Marketing

Ohne Marketing geht es nicht: Welche Maßnahmen plant ihr, welche Erfahrungen habt ihr schon gesammelt? Gibt es Medienpartnerschaften, wie bespielt ihr die vielen Kanäle? Vergesst auch nicht, ein Budget aufzustellen.

Kapitel 6 eures Businessplanes: Recht & Steuern

Welche Rechtsform soll euer Unternehmen haben, welche Genehmigungen benötigt ihr, was ist der Firmenname – alles auf einen Blick.

Kapitel 7 eures Businessplanes: Gründerteam und Organisation

Wie seid ihr organisiert, welche Strukturen wollt ihr noch aufbauen, wer ist schon dabei, wer soll dazu kommen, das gesamte Team und eure (geplante) Organisation stellt ihr hier da.

Kapitel 8 eures Businessplanes: Finanzplan

Wo steht ihr, welches Geld braucht ihr, wie sollen die Einnahmen fließen, wann ist der Break even … eine klare Ansicht eurer Geldflüsse will der Leser im Finanzplan erkennen.

Kapitel 9 eures Businessplanes: Analyse eurer Stärken und Schwächen

Ehrlichkeit ist Pflicht: Investoren wollen kein rosarotes Vielleicht sondern eine knallharte SWOT Analyse: Zeigt eure Stärken aber auch Schwächen, formuliert die Chancen und Risiken und zeigt, wie ihr die Schwächen in den Griff bekommen wollt.

Kapitel 10 eures Businessplanes: Executive Summary

Die Executive Summary fassen alle wesentlichen Inhalte eures Geschäftsplans zusammen, wird am Ende des Businessplans erstellt aber dann an den Anfang der Paper gestellt.Es verschafft dem Leser einen Überblick über das Gründungsvorhaben.

Der Einstieg in den Businessplan: Executive Summary

Der Businessplan beginnt mit einer Executive Summary, einer Zusammenfassung, in der die wesentlichen Punkte des Gründungsvorhabens beschrieben werden. Der Einstieg entscheidet, ob der Businessplan weitergelesen wird: Er muss neugierig machen, darf aber nüchtern formuliert sein und sollte alle relevant Fakten enthalten.
Eine ausführliche Anleitung zu Executive Summary findet ihr hier: Das Executive Summary für den Businessplan – in 5 Schritten zur überzeugenden Zusammenfassung deiner Geschäftsidee.

Gründerrat

Die Executive Summary erst am Schluss schreiben, wenn der Businessplan steht!

Businessplan: Das gehört in den Textteil

Der Textteil des Businessplans beginnt mit einem Kapitel, in dem das Geschäftsvorhaben genauer erläutert wird. Hier ist Platz für Visionen, wenn Gründungsidee und das geplante Unternehmen beschrieben werden. Das Kapitel sollte Antworten auf folgende Fragen enthalten: Welches Produkt / Dienstleistung wird zu welchem Preis angeboten? Welchen Nutzen haben Kunden davon? In welcher Rechtsform wird gegründet? Wo wird gegründet? Wie sind die rechtlichen Rahmenbedingungen?

Das Team im Businessplan

Im Businessplan muss natürlich stehen, wer gründet. Die Persönlichkeit des Gründers oder der Gründerin ist essentiell für den Erfolg. In diesem Kapitel steht neben der Motivation für die Selbstständigkeit, welche fachlichen und unternehmerischen Fähigkeiten die Gründenden mitbringen.

Potenzielle und schon bestehende Kunden

Ohne Kunden ist die beste Geschäftsidee eine Luftnummer. Ein großer Teil des Businessplans befasst sich deshalb mit der Standort und Konkurrenzanalyse. Die Branche und den Markt zu kennen, ist enorm wichtig. Eine ordentliche Marktanalyse belegt mit soliden Zahlen und Fakten, ob das geplante Geschäft erfolgreich sein kann.

Sales, Sales, Sales

Das Marketing- und Vertriebskonzept zeigt detailliert auf, mit welchen Maßnahmen die Zielgruppe erschlossen werden soll und welche Kosten dafür kalkuliert werden.

Ehrliche Analyse

Wer gründlich gründet, ist sich nicht nur der Chancen bewusst, sondern auch der Risiken. In diesem Kapitel des Businessplans geht es darum, die Erfolgsaussichten realistisch einzuschätzen. Eventuelle Hindernisse gehören hier genauso hin, wie die Möglichkeiten, die sich in der Zukunft bieten.

Finanzplanung – der Zahlenteil: Das Rückgrat des Businessplans

Eine seriöse Finanzplanung ist das Rückgrat des Businessplans. Hier wird genau aufgelistet, welche finanziellen Mittel vorhanden sind und wieviel Kapital benötigt wird. Außerdem sind alle Kosten aufgelistet, und es wird eine Liquiditätsvorschau erstellt. Besonderes Augenmerk sollten Gründer auf die Rentabilitätsplanung und auf die Investitionsplanung legen: Sie sind nicht nur für potenzielle Geldgeber interessant, sondern auch für Gründer selbst wichtig, um die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens zu überprüfen.

Wichtig dabei ist auch immer wieder, wie ihr eure eigenen Einnahmen kalkuliert und das präsentiert. Eine Finanzplanung ganz ohne Geld zum Leben wird als unrealistisch gesehen. Wie das funktioniert, lest ihr im Fachartikel Businessplan schreiben: So kalkuliert Ihr Euren Unternehmerlohn.

Aussichten, Meilensteine, PR in eigener Sache

Zum Schluss befasst sich der Businessplan mit Aussichten und Meilensteinen. Hier sollten die Perspektiven ehrlich aufgezeigt werden und in einem Zeitplan stehen, mit welche Schritte wann notwendig sind, damit die Gründung erfolgreich ist.

In den Anlagen des Businessplans werden Grafiken, Diagramme, Zeugnisse, Zertifikate und Lebensläufe gesammelt, damit der Textteil nicht überladen wird.

Die Sprache: Wie wird ein Businessplan formuliert?

Ein Businessplan muss klar und verständlich formuliert sein, damit auch Laien die Gründungsidee verstehen. Fremdwörter und Branchenjargon sollten wenn möglich vermeiden werden. Mit einem seriösen und sachlichen Sprachstil lassen sich Argumente glaubhafter begründen, als mit überschwänglichen und emotionalen Ausführungen. Auch wenn verschiedene Personen daran mitgearbeitet haben, sollte der Businessplan sprachlich einheitlich sein: Deswegen empfiehlt sich ein Schlusslektorat.

Die Form und der Umfang: Wie sieht ein Businessplan aus?

Das Auge liest mit – das gilt auch für den Businessplan. Das Layout sollte elegant und übersichtlich sein. Dazu gehören kurze Absätze, nicht zu knapp bemessene Ränder und gut lesbare Schrifttypen. Dabei gilt weniger ist mehr:

  • Eine Schrift für den normalen Text und eine weitere für Überschriften und Legenden reicht im Normalfall aus.
  • Kopf- und Fußzeilen mit Firmennamen (wenn bereits vorhanden) und
  • Seitenzahlen sind Pflicht.

Der Umfang eines Businessplans richtet sich nach dem Gründungsvorhaben. Je komplexer das Vorhaben und die Branche, desto umfangreicher sollte der Plan sein. Als ideal haben sich Businesspläne mit einem Umfang von 20 bis 25 Seiten erwiesen, wobei „Ausreißer“ nach oben und unten möglich sind. Allerdings sollte ein seriöser Businessplan nicht weniger als 15 und nicht mehr als 30 Seiten haben.

Hilfe durch Technik: Businessplan-Tools

Es gibt Tools, die euch dabei helfen, einen guten Businessplan zu schreiben – sie geben in vielen Fällen die Struktur vor, erinnern euch an wichtige Inhalte und liefern vorgefertigte Designs. Unter anderem bietet die Gründerplattform des Bundeswirtschaftsministerium und der KfW ein solches Tool: Businessplan-Tool von gruenderplattform.de.

Wir haben die wichtigsten Businessplan-Tools unter die Lupe genommen und zeigen euch hier das Ergebnis: Top Businessplan-Tools zum Erstellen Ihres persönlichen Businessplans.

Zum Schluss noch ein wichtiger Rat: Um den Businessplan zu schreiben, sollten sich Gründer genügend Zeit nehmen. Je nach Gründungsvorhaben können das zwischen zwei und vier volle Arbeitswochen sein.

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