Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Der kleins­te Busi­ness­plan der Welt – auf einem Bierdeckel

Einen Busi­ness­plan schrei­ben Grün­der sel­ten für sich selbst. Für vie­le ist das Doku­ment ein läs­ti­ges Übel, um För­der­gel­der, Inves­to­ren oder Part­ner zu gewin­nen. Ent­spre­chend strot­zen die meis­ten Busi­ness­plä­ne vor Zweck­op­ti­mis­mus und malen die Markt­chan­cen in schil­lern­den Far­ben aus. Eine Arbeits­grund­la­ge für die Geschäfts­ent­wick­lung sieht anders aus. Ganz anders der Bier­de­ckel-Busi­ness­plan: Er zwingt Grün­der, ihr Geschäfts­mo­dell auf den Punkt zu brin­gen. Kurz, kna­ckig und mit anschau­li­cher Gra­fik hilft er Start­ups bei der Orientierung. 

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Einen Busi­ness­plan schrei­ben Grün­der sel­ten für sich selbst. Für vie­le ist das Doku­ment ein läs­ti­ges Übel, um För­der­gel­der, Inves­to­ren oder Part­ner zu gewin­nen. Ent­spre­chend strot­zen die meis­ten Busi­ness­plä­ne vor Zweck­op­ti­mis­mus und malen die Markt­chan­cen in schil­lern­den Far­ben aus. Eine Arbeits­grund­la­ge für die Geschäfts­ent­wick­lung sieht anders aus. Ganz anders der Bier­de­ckel-Busi­ness­plan: Er zwingt Grün­der, ihr Geschäfts­mo­dell auf den Punkt zu brin­gen. Kurz, kna­ckig und mit anschau­li­cher Gra­fik hilft er Start­ups bei der Orientierung.

Kein Wun­der, dass Busi­ness­plä­ne oft nur Wri­te-only-Doku­men­te sind. Sie wer­den pflicht­be­wusst geschrie­ben, aber sel­ten gele­sen. Kaum ist das Start­up gegrün­det, gera­ten die Ide­en aus dem Busi­ness­plan ent­spre­chend schnell in Ver­ges­sen­heit. Sobald die ers­ten unvor­her­ge­se­he­nen Ent­wick­lun­gen ein­tref­fen, ist der ursprüng­li­che Plan oft hin­fäl­lig. Dann müs­sen Grün­der schwie­ri­ge Ent­schei­dun­gen tref­fen: Was bringt mein Geschäfts­mo­dell vor­an? Womit ver­zett­le ich mich womöglich?

In die­ser Situa­ti­on hilft kein noch so aus­führ­li­cher Plan. Jetzt kommt es auf den inne­ren Kom­pass an, um die Ori­en­tie­rung zu behalten.

Der Bier­de­ckel-Busi­ness­plan – ein Kom­pass für Startups

Um das eige­ne Start­up stra­te­gisch vor­an­zu­brin­gen, gilt es, die tra­gen­den Säu­len des Geschäfts­mo­dells im Blick haben. Die­se sind:

  • die Lösung / das Produkt
  • der Kun­den­wunsch, der damit erfüllt wer­den soll
  • die Ziel­grup­pe hin­ter die­sem Wunsch
  • die Ver­füg­bar­keit des Angebots
  • der Wert des Angebots
  • und die Kern­bot­schaf­ten der Kommunikation

Der Bier­de­ckel-Busi­ness­plan ist ein Modell, um die­se sechs Säu­len bild­haft darzustellen:

© Matthias Barth
© Mat­thi­as Barth

So funk­tio­niert der Bierdeckel-Businessplan:

Es ist nicht gera­de Malen nach Zah­len – aber mit dem Bier­de­ckel erstellt ihr einen Busi­ness­plan, an dem ihr nicht so sehr viel schrei­ben müsst son­dern sehr genau über­le­gen und in kür­zes­ter Form die Eck­da­ten euer Idee und eures Unter­neh­mens zusam­men­fas­sen soll­tet. Und hier sind die ver­schie­de­nen Berei­che des Bier­de­ckels, die ihr aus­fül­len solltet.

Wel­cher Kun­den­wunsch wird erfüllt?

Im Zen­trum jeder Geschäfts­idee steht ein Kun­den­wunsch, für den es noch kein idea­les Ange­bot auf dem Markt gibt. Im Bier­de­ckel-Busi­ness­plan steht er des­halb in der Mit­te der Gra­fik. Der Kun­den­wunsch ist der Maß­stab für die zukünf­ti­ge Ent­wick­lung des Unter­neh­mens. Nur Inno­va­tio­nen, die hel­fen, auf die Bedürf­nis­se der Kun­den ein­zu­ge­hen, brin­gen das Geschäfts­mo­dell voran.

Was ist die Lösung für die­sen Wunsch?

Eine Geschäfts­idee besteht dar­in, den Kun­den die­sen Wunsch zu erfül­len. Die­se Lösung fin­det auf der lin­ken Sei­te des Bier­de­ckel-Busi­ness­plans Platz. Vie­le Grün­der glau­ben, nur ein­zig­ar­ti­ge Ide­en hät­ten eine Chan­ce auf Erfolg. Das stimmt jedoch nicht. Ein­fa­cher und weni­ger ris­kant ist es, sich an bereits erfolg­rei­chen Lösun­gen zu ori­en­tie­ren. Und die­se in einem rele­van­ten Aspekt für die Ziel­grup­pe zu ver­bes­sern, um so ein Allein­stel­lungs­merk­mal zu schaffen.

Wer ist der Wunschkunde?

Es ist unmög­lich, für alle theo­re­tisch denk­ba­ren Ziel­grup­pen eine per­fek­te Lösung anzu­bie­ten. Gegen­über der ange­bo­te­nen Lösung steht des­halb der idea­le Wunsch­kun­de. Es geht um jene spe­zi­el­len Kun­den, die den größ­ten Nut­zen aus der Lösung zie­hen. Für einen gelun­ge­nen Markt­ein­tritt ist hier ein enger Fokus not­wen­dig. Nur so kann das Start­up eine Lösung ent­wi­ckeln, die tat­säch­lich den bis­he­ri­gen Ange­bo­ten auf dem Markt über­le­gen ist.

Wie und wo ist die Lösung verfügbar?

Ver­füg­bar­keit hat durch das Inter­net eine neue Dimen­si­on ange­nom­men. Alles ist im Grun­de jeder­zeit von über­all auf der Welt ver­füg­bar. Die Her­aus­for­de­rung liegt daher nicht dar­in, die Lösung irgend­wie zur Ver­fü­gung zu stel­len. Es kommt dar­auf an, ein Erleb­nis für den Kun­den zu schaf­fen. Des­halb teilt sich der Punkt Ver­füg­bar­keit in zwei Hälften:

  • Rechts oben geht es um das Erleb­nis: Was bie­tet das Unter­neh­men sei­nen Kun­den im per­sön­li­chen Kon­takt? Wel­ches Gefühl soll ihm in Erin­ne­rung bleiben?
  • Um die­ses Kun­den­er­leb­nis zu schaf­fen, erfor­dert es natür­lich auch die ent­spre­chen­de Infra­struk­tur. Die­se wird oben links im Bier­de­ckel-Busi­ness­plan vermerkt.

Was ist der Wert des Angebots?

Was darf die Lösung kos­ten? Das hängt vor allem davon ab, wel­chen Wert die Kun­den dar­in sehen. Auch der Wert eines Ange­bots ist von zwei Fak­to­ren abhängig:

  • Da ist zunächst der finan­zi­el­le Wert (links unten): Wel­chen mess­ba­ren Gegen­wert bie­tet das Start­ups sei­nen Kun­den für ihr Geld?
  • In vie­len Fäl­len ist der Wert aber vor allem emo­tio­na­ler Natur. Wel­che Pro­ble­me nimmt der Dienst­leis­ter dem Kun­den von den Schul­tern? Wel­che Sehn­sucht stillt das Ange­bot? Hier­für ist im Bier­de­ckel-Busi­ness­plan das Feld rechts unten vorgesehen.

Was ist die Bot­schaft an den Kunden?

Grund­la­ge für jede Mar­ke­ting­stra­te­gie ist die Fra­ge: Wie soll unser Pro­dukt vom Kun­den wahr­ge­nom­men wer­den? Wel­che Bot­schaft möch­ten wir ihm geben?

Für effek­ti­ves Mar­ke­ting ist es wich­tig, dass die Bot­schaft den Wunsch der Kun­den trifft. Sie muss sei­ne Neu­gier wecken und ihn der Erfül­lung sei­nes Wunschs ein Stück­chen näher brin­gen. Hier­für gibt es wie­der zwei bewähr­te Stra­te­gi­en: Infor­ma­ti­on und Inspiration.

Hier­für ist der blaue Bereich des Bier­de­ckel-Busi­ness­plans vor­ge­se­hen: Im obe­ren Teil geht es um hilf­rei­ches Wis­sen und Infor­ma­tio­nen, die für die Kun­den wich­tig und wert­voll sind. Im unte­ren Teil geht es um die Fra­ge, wie das Unter­neh­men die Kun­den inspi­rie­ren kann. Denn oft­mals haben Kun­den noch kei­ne kon­kre­te Vor­stel­lung davon, wie eine Lösung für ihren Wunsch aus­se­hen könn­te. Die­se mit der Lösung zu inspi­rie­ren, ist eine höchst effek­ti­ve Marketing-Strategie.

Der Bier­de­ckel-Busi­ness­plan zum Download

Mit die­sen Ele­men­ten erfasst der Bier­de­ckel-Busi­ness­plan die Säu­len des Geschäfts­mo­dells. Natür­lich kann er nur ein extrem ver­kürz­tes Bild davon zeich­nen. Für lan­ge Erklä­run­gen ist auf einem Bier­de­ckel ein­fach kein Platz.

Doch in der Kür­ze liegt sei­ne Stär­ke. Sie zwingt Grün­der dazu, den Kern ihrer Geschäfts­idee auf den Punkt zu brin­gen. So haben sie bei der Ent­wick­lung und Kom­mu­ni­ka­ti­on ihres Geschäfts­mo­dells eine kon­kre­te Visua­li­sie­rung vor Augen. Das macht es ein­fa­cher, die Idee ande­ren zu erklä­ren. Und die Über­sicht dient als Kom­pass vor wich­ti­gen Entscheidungen.

Den Bier­de­ckel-Busi­ness­plan könnt ihr hier kos­ten­los als PDF-Vor­la­ge herunterladen.

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