Deutsche Business Angels warnen eindringlich: Startup-Finanzierung in Gefahr

Der Business Angel Verband schlägt Alarm und in einem Manifest eine politische Task Force vor: Es braucht dringend ein Konzept, um die Rahmenbedingungen für Investitionen zu verbessern.

In einem Schreiben an die Minister Habeck, Lindner und Stark-Watzinger, das auch an die politischen Spitzen der Länder und an maßgebliche Bundestagsabgeordnete gegangen ist, hat Business Angels Deutschland (BAND) die immer schlechter werdenden Rahmenbedingungen für Business Angel Investments beklagt. Der Verband hat gleichzeitig ein „Business Angels Manifest Deutschland 2024“ vorgelegt. Das Manifest enthält Vorschläge für Verbesserungen und fordert schnelles Handeln der Politik.

BAND-Vorstand und Geschäftsführerin Ute Günther: „Die Stimmung in der Angels Community ist sehr schlecht. Wenn nicht bald die Rahmenbedingungen besser werden, haben Start-ups noch viel größere Probleme eine Finanzierung zu finden als bereits zurzeit.“ Laut einer Handelsregistererhebung des Startupdetectors erfolgen 74 Prozent aller Start-up Finanzierungen mit Eigenkapital in der Frühphase durch Business Angels.

In dem Manifest bedauert BAND eine Reihe von politischen Entscheidungen der letzten Zeit. So sei das INVEST Zuschussprogramm auf ein Minimum geschrumpft worden und der erfolgreiche European Angels Fund, der Co-Investments mit Angels „auf Augenhöhe“ durchgeführt hat, werde nicht fortgeführt. Kein gutes Zeichen sei, dass nach der Auflösung des „Beirats Junge Digitale Wirtschaft“ die gesamte Start-up Finanzierungsseite – nicht nur die Business Angels – beim Bundeswirtschaftsministerium nicht mehr in einem Beratungsgremium vertreten sei.

Zur Verbesserung der Start-up Finanzierung in der Frühphase schlägt der Verband in seinem Manifest vor, wieder zur früheren Förderung im INVEST Zuschussprogramm zurückzukehren und in Bund und Ländern Business Angels Co-Investmentfonds aufzubauen. Zur Stärkung der Liquidität solle der Staat Hilfestellung beim Aufbau eines Secondary Marktes leisten, das heißt eines Marktes für die Veräußerung von Beteiligungen an Start-ups schon vor einem möglichen Exit.

Zu mehr Liquidität führe auch ein steuerliches Roll-over, also die Stundung von Veräußerungserlösen aus der Beteiligung an Start-ups, für den Fall, dass diese Mittel für eine Neuinvestition genutzt werden. An die Länder richtet der Verband den Appell, Business Angels Netzwerk-Strukturen zu stärken oder neu aufzubauen, weil solche Netzwerke die Basis einer Infrastruktur der Frühphasenfinanzierung bilden.

Damit Bewegung in die Thematik kommt, schlägt BAND die Bildung einer politischen Angels Task Force vor, die binnen eines halben Jahres ein Konzept für bessere Rahmenbedingungen vorlegt.

Das komplette „Business Angles Manifest Deutschland 2024“ zum Download (PDF).

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