Mehr Kapital, mehr Startups: Was Deutschland jetzt für eine neue Gründerzeit braucht
Deutschlands Startup-Szene boomt. Doch wie entstehen daraus internationale Marktführer? Der Startup-Verband zeigt in einem neuen E-Paper, welche politischen Maßnahmen jetzt gefragt sind.
Deutschlands Startup-Szene wächst kräftig: Rund 3.000 neue Tech-Startups wurden allein im ersten Halbjahr 2026 gegründet. Mit acht Milliarden Euro haben junge Unternehmen bereits mehr Kapital eingesammelt als im gesamten Vorjahr. Zudem sind 2026 bislang zehn neue Unicorns entstanden – Startups mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar.
Doch wie können aus erfolgreichen Gründungen international wettbewerbsfähige Unternehmen werden? Mit einem neuen E-Paper zur Initiative „Für eine neue Gründerzeit, jetzt!“ liefert der Bundesverband Deutsche Startups konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik.
Zehn Forderungen für den Startup-Standort Deutschland
In dem E-Paper erläutern 35 Experten aus Wissenschaft, Finanzwirtschaft und Unternehmen, welche Veränderungen notwendig sind, um das deutsche Startup-Ökosystem langfristig zu stärken.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
- Finanzierung: Bessere Bedingungen für Investitionen und Wachstumskapital schaffen.
- Fachkräfte: Internationale Talente gewinnen und halten.
- Wissenschaft: Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen erleichtern.
- Digitalwirtschaft: Den Digital Markets Act (DMA) konsequent durchsetzen.
- EU Inc.: Einheitliche europäische Unternehmensstrukturen voranbringen.
Zu den Mitwirkenden gehören Vertreter der Deutschen Börse, der KfW und der ESMT Berlin. Ergänzt werden die Beiträge durch Einschätzungen erfolgreicher Gründer und Investoren, darunter Robert Gentz (Zalando), Hanno Renner (Personio) und Miriam Wohlfarth (Banxware).
Startup-Verband drängt auf Umsetzung
Die Initiative wurde im Juni 2026 gestartet und erhielt Unterstützung von mehr als 100 Erstunterzeichnenden aus der Startup-Szene und der etablierten Wirtschaft. Inzwischen ist die Zahl der Unterstützer deutlich gestiegen.
Für Christoph J. Stresing, Geschäftsführer des Startup-Verbands, kommt es jetzt vor allem auf die Umsetzung politischer Vorhaben an. Die Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung biete dafür einen Handlungsrahmen.
Das Ziel: Deutschland und Europa sollen nicht nur erfolgreiche Gründungsstandorte sein, sondern auch bessere Voraussetzungen bieten, damit junge Unternehmen langfristig wachsen und international erfolgreich werden können.