ChatGPT ist drei: So enorm sind die Auswirkungen – auch auf die Höflichkeit

Eine Studie zeigt, dass mehr als ein Drittel der deutschen Knowledge Worker seltener mit Kollegen sprechen, seit sie GenAI nutzen, und jeder Fünfte lieber Small Talk mit einem KI-Chatbot als mit einem Menschen führt.

Drei Jahre nach der Einführung von ChatGPT zeigt eine neue Studie von The Adaptavist Group, wie GenAI die Kommunikation am Arbeitsplatz grundlegend verändert hat. Dies wirkt sich auf alle Bereiche aus, seien es Small Talk und Höflichkeit oder aber Schreibfähigkeiten und Sprache.

Die Untersuchung wurde im Rahmen der jüngsten Studie des Unternehmens mit dem Titel „Digital Etiquette: Unlocking the AI Gates” durchgeführt. Basierend auf einer Umfrage unter 4.000 Wissensarbeitern (jeweils 1.000 aus Großbritannien, den USA, Kanada und Deutschland) und 900 Führungskräften, die für die Implementierung von KI verantwortlich sind, zeigen die Ergebnisse, dass zwar viele Arbeitnehmer der KI eine Verbesserung der Transparenz, des Vertrauens und der Produktivität bescheinigen, ein erheblicher Anteil jedoch Bedenken hinsichtlich „Suchtgefahr”, nachlassender Höflichkeit und dem Verlust von Kernkompetenzen äußerte.

Der Alleskönner am Arbeitsplatz

KI hat sich nicht nur schnell zu einem unverzichtbaren „Kollegen” für Millionen von Fachkräften entwickelt, sondern auch zu einem wichtigen Instrument für viele Aufgaben, die früher ausschließlich von Menschen erledigt wurden. Über die Hälfte der deutschen KI-Anwender (54 %) zieht es vor, KI in rechtlichen oder politischen Fragen zu konsultieren, und fast ebenso viele (49 %) nutzen sie für personalbezogene Themen.

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Mittlerweile gibt jeder fünfte Knowledge Worker (21 %) an, dass er lieber mit einem KI-Bot Small Talk betreibt als mit einem Menschen, wobei dieser Anteil bei Führungskräften, die für den Einsatz von KI verantwortlich sind, sogar bei 32 % liegt. Infolgedessen sprechen 37 % der Arbeitnehmer seit der Nutzung von GenAI weniger mit Kollegen. Dies zeigt, wie stark sich die Technologie auf die Beziehungen am Arbeitsplatz auswirkt.

Die Präferenz für einen KI-Chatbot gegenüber Menschen für „Small Talk“ ist besonders ausgeprägt bei jüngeren Berufstätigen im Alter von 25 bis 44 Jahren (25 %), verglichen mit nur 15 % der über 55-Jährigen. Über alle Märkte hinweg liegen die USA bei der Verlagerung hin zu KI-gesteuerter Interaktion an der Spitze (34 %), verglichen mit 21 % in Deutschland, 25 % im Vereinigten Königreich und 23 % in Kanada. Die Abhängigkeit von GenAI ist am Arbeitsplatz mittlerweile so tief verankert, dass eine beträchtliche Anzahl (38 %) der Befragten glaubt, „süchtig” nach dieser Technologie zu sein.

Unfreundlichkeit im realen Leben

Die Studie weist auch auf eine sich wandelnde Dynamik am Arbeitsplatz hin. Über ein Drittel (34 %)  geben zu, seit der Nutzung von GenAI weniger freundlich zu sein. Unter den KI-Anwendern in Deutschland steigt dieser Wert sogar auf 39 %.

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Allerdings hat die Einführung von KI auch die Kommunikation in vielerlei Hinsicht verbessert und die Art und Weise verändert, wie Menschen miteinander sprechen:

  • 50 % geben an, dass sie sich jetzt klarer ausdrücken
  • 53 % sind der Meinung, dass ihre Kollegen besser kommunizieren
  • 61 % berichten von einer deutlicheren Ausdrucksweise seit der Einführung von KI-Tools
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