5 Tipps: Berufsunfähigkeitsversicherung BU für Existenzgründer

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Eine Studie zeigt: Über 12 Prozent der Erwerbstätigen sind jünger als 40 Jahre, wenn sie erstmalig eine Rente vom Staat beziehen. Verbraucherverbände wie etwa Finanztest empfehlen daher insbesondere Selbstständigen, sich so früh wie möglich um eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu kümmern.

Seit einigen Jahren sind auch Selbstständige in der gesetzlichen Rentenversicherung durch eine Rente wegen Erwerbsminderung abgesichert. Aber eine solche Rente von nur durchschnittlich 616 Euro deckt nicht einmal die privaten Lebenshaltungskosten. Außerdem wird die Rente auch nur dann gezahlt, wenn man mindestens fünf Jahre rentenversichert war und in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge eingezahlt hat.

Gerade Existenzgründer sollten sich deshalb durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung absichern. Worauf Sie in jedem Falle achten sollten, ist ein weltweiter Versicherungsschutz, der Verzicht auf abstrakte Verweisung bei allen Berufen, die Möglichkeit der Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente ohne erneute Gesundheitsprüfung und dass keine Anzeigepflicht bei Änderung von Beruf oder Hobby besteht.

Tipp 1: Je früher, desto besser – die Starter BU

Junge und Gesunde versichern sich günstiger. Deshalb sollten Sie frühzeitig einsteigen. Für junge Leute mit noch geringem Budget oder für Existenzgründer gibt es Versicherungsgesellschaften, die ein attraktives Produkt auf den Markt gebracht haben: die Starter Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz Starter BU.
Abschließen kann sie jeder bis zum Alter von 40 Jahre, das Produkt ist also auch für Selbstständige oder Freiberufler interessant ist, die schon etwas länger im Geschäft sind.
Bei der Starter BU zahlen Sie in den ersten fünf Jahren nur etwa 50 Prozent des vollen Beitrags, genießen aber den vollen Berufsunfähigkeitsschutz. Ein weiterer Vorteil: Nach 5 Jahren können Sie ohne weitere Gesundheitsprüfung wählen, ob Sie mit höherem Beitrag die Versicherungsleistung erhalten oder bei gleichem Beitrag die Versicherungsleistung reduzieren wollen.

Tipp 2: Starten Sie jetzt mit der BU, auch mit geringen Einstiegszahlungen

Besser zunächst niedriger versichern als gar nicht: Die Berufsunfähigkeitsrente kann man später erhöhen, indem man seine Beiträge erhöht. Das funktioniert, je nach Versicherungsgesellschaft, auch ohne erneute Prüfung Ihrer Gesundheit. Für die Anpassung gibt es zwei Möglichkeiten:

Dynamik

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kann man eine Dynamik vereinbaren. Die lässt über die Jahre die Berufsunfähigkeitsrente sukzessive ansteigen und sorgt so zumindest für den Ausgleich der Inflation. Sinnvoll ist also in jedem Falle ein Dynamiksatz von mindestens 3 Prozent – das heisst, Ihre monatliche Rate von beispielsweise 100 Euro wächst dann im ersten Jahr auf 103 Euro. Die gute Nachricht: Auch Ihre Berufsunfähigkeitsrente steigt dann um die drei Prozent.
Die jährliche Steigerung können Sie aber auch ablehnen, wenn Sie eine Erhöhung mal nicht wünschen. Allerdings sollten Sie hier auf das Kleingedruckte achten: Einige Versicherer ermöglichen eine Ablehnung maximal drei Mal andere beschränken dies nicht.

Anpassungsgarantie

Viele Gesellschaften bieten Verträge, bei denen die monatlichen Beiträge zu bestimmten Anlässen wie Hausbau, Heirat oder Existenzgründung angepasst werden können. Wenige Gesellschaften ermöglichen eine Erhöhung – sogar alle fünf Jahre – unabhängig von einem Ereignis. Hier sollten Sie sich beraten lassen.

Tipp 3: Hilfe bei Zahlungsschwierigkeiten

In Kombination mit einer Altersversorgung kann die Beitragszahlung oft ganz oder zum Teil ausgesetzt werden. Das heißt: Können Sie sich die Beiträge vorübergehend nicht leisten, dann setzen Sie diese aus. Ihr BU-Versicherungsschutz bleibt dennoch bestehen. Bei einer reinen BU-Risikoversicherung wird Ihnen bei Nichtzahlen gekündigt und Sie sind damit nicht mehr abgesichert.

Tipp 4: Nahtloser Übergang vom Krankentagegeld zur Berufsunfähigkeitsrente

Achten Sie auf einen nahtlosen Übergang vom Krankentagegeld zur Berufsunfähigkeitsrente. Solch eine Vereinbarung kann sich als ein sehr großer Vorteil erweisen: Versicherer haben oft ganz unterschiedliche Meinung, ob Sie berufsunfähig sind. Die Prüfung Ihrer Angaben ist auch kein standartisiertes Verfahren. Dann kann eine Lücke entstehen, in der Sie keine Rente erhalten, aber auch nicht mehr arbeiten. Hier hilft Ihnen das Krankentagegeld. Damit dieser Übergang so natlos wie möglich ist, sollten Sie darauf achten, dass die Krankenversicherung mit der BU-Versicherungsgesellschaft kooperiert und die nahtlosen Zahlungen sicherstellt. Hierzu gibt es zwischen den beiden Gesellschaft spezielle Vereinbarungen, die Sie sich bei Vertragsabschluss zeigen lassen sollten.

Tipp 5: Profitieren Sie von Steuervorteilen

Für Selbstständige und Existenzgründer ist die Kombination Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit einer Rürup-Rente attraktiv. Hier können Sie die Beiträge auch zur Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zu einem großen Teil steuerlich geltend machen.

In jedem Falle sollten Sie sich vor Abschluss eines Vertrages von einem möglichst unabhängigen Berater informieren lassen und vor allem: Bleiben Sie gesund.Ursachen-Berufsunfaehigkeit

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