Basics: Die Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung, wer braucht sie, was kos­tet sie

Was muss eine Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung leis­ten? Wer soll­te auf kei­nen Fall dar­auf ver­zich­ten? Wor­auf müs­sen Sie bei Ver­trags­ab­schluss ach­ten und wel­che Fall­stri­cke kön­nen in den Poli­cen ver­steckt sein? Eine Übersicht…

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Natür­lich sind Grün­der bereit, das eine oder ande­re Wag­nis ein­zu­ge­hen. Aber es soll bit­te­schön nicht gleich exis­tenz­ge­fähr­dend sein. Wer sich selb­stän­dig macht, soll­te die beruf­li­chen Risi­ken genau ken­nen – und sich dage­gen absi­chern. Eine Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung bie­tet eine Absi­che­rung bei finan­zi­el­len Haf­tungs­an­sprü­chen von Kun­den oder Kli­en­ten. Aber: Was muss eine Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung leis­ten? Wer soll­te auf kei­nen Fall dar­auf ver­zich­ten? Wor­auf müs­sen Sie bei Ver­trags­ab­schluss ach­ten und wel­che Fall­stri­cke kön­nen in den Poli­cen ver­steckt sein?

Was leis­tet eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?

Im Kern ist eine Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung eine Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung, die für ech­te Ver­mö­gens­schä­den (Schä­den, die nicht auf Per­so­nen- oder Sach­schä­den beru­hen) bei der Ver­let­zung ver­trag­li­cher Sorg­falts­pflich­ten eintritt.

Und das ist durch­aus sinn­voll: zum Bei­spiel wenn ein Feh­ler in der inno­va­ti­ven Steue­rungs-Soft­ware eines IT-Grün­ders die Pro­duk­ti­ons­stra­ße eines mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­mens lahm­legt oder wenn ein Mar­ke­ting-Start­up das hip­pe Wer­be­ma­te­ri­al des Kun­den mit fal­schen Far­ben pro­du­ziert. In sol­chen Fäl­len kön­nen Haf­tungs­an­sprü­che von Auf­trag­ge­bern schnell exis­tenz­ge­fähr­dend sein.

Eine seriö­se Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung prüft in sol­chen Fäl­len zunächst ein­mal, ob die Scha­den­er­satz­an­sprü­che des Auf­trag­ge­bers über­haupt berech­tigt sind und wehrt unbe­rech­tig­te For­de­run­gen ab. Außer­dem stel­len die Ver­si­che­rer juris­ti­schen Bei­stand und über­neh­men Anwalts­kos­ten. Natür­lich kommt die Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung im Scha­den­fall für die finan­zi­el­len Kon­se­quen­zen aus ech­ten Ver­mö­gens­schä­den auf.

Wer braucht eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?

Im Prin­zip soll­te sich jeder Grün­der, der eine Dienst­leis­tun­gen oder Con­sul­ting anbie­tet, mit einer Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung gegen berufs­be­ding­te Risi­ken absi­chern. Das Pro­blem ist näm­lich: Eine klei­ne Unauf­merk­sam­keit kann gro­ße Schä­den ver­ur­sa­chen, und Feh­ler sind nun­mal sehr menschlich.

Wie bereits erwähnt, wer­den ins­be­son­de­re IT-Dienst­leis­ter und Unter­neh­men aus der Medi­en- und PR-Bran­che von Auf­trag­ge­bern sehr schnell haft­bar gemacht: Ob berech­tigt oder unbe­rech­tigt, spielt zunächst kei­ne Rolle.

Ohne Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­liert man in sol­chen Fäl­len ein­fach zu vie­le wert­vol­le Res­sour­cen (Zeit, Arbeits­kraft, Geld). Gera­de bei jun­gen Unter­neh­men kann das schnell an die Sub­stanz gehen.

Eini­ge Berufs­grup­pen sind übri­gens sogar gesetz­lich ver­pflich­tet, eine Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung abzu­schlie­ßen, etwa Rechts­an­wäl­te, Nota­re, Steu­er­be­ra­ter und unab­hän­gi­ge Finanzberater.

Wel­che Arten von Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­run­gen gibt es?

Im Ide­al­fall ist die Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung auf die Bran­che des Ver­si­che­rungs­neh­mers zuge­schnit­ten und wird an den Geschäfts­be­reich der Fir­ma ange­passt, um auch Tätig­kei­ten, die viel­leicht aus dem Rah­men fal­len, mit­zu­ver­si­chern. Eine ein­ge­hen­de, indi­vi­du­el­le Prü­fung sei­tens des Ver­si­che­rers vor Ver­trags­ab­schluss ist also kei­nes­wegs eine Schi­ka­ne, son­dern zeugt von Seriosität.

IT-Ver­si­che­rung

Ver­si­chert wer­den IT-spe­zi­fi­sche Risi­ken, etwa Pro­gram­mier­feh­ler ein oder wenn ver­se­hent­lich ein Virus bei Kun­den ein­ge­schleust wird. Auch die Ver­let­zung von Geheim­hal­tungs­pflich­ten, von Schutz- und Urhe­ber­rech­ten sowie Per­sön­lich­keits­rech­ten soll­ten mit­ver­si­chert sein.

Typi­sche Schä­den, die durch IT-Fir­men bei Auf­trag­ge­bern ver­ur­sacht wer­den kön­nen sind Daten­ver­lust, Sys­tem­aus­fäl­le, Nicht-Erreich­bar­keit von Ser­vern, Pro­duk­ti­ons­ver­zö­ge­rung oder -ausfall.

Media-Ver­si­che­rung

Die Ver­let­zung von Urhe­ber- oder Per­sön­lich­keits­rech­ten, Feh­ler in der Druckvorstufe,
Über­schrei­ten der Abga­be­fris­ten: Jour­na­lis­ten, Web- oder Gra­fik-Desi­gner und Soci­al-Media-Mar­ke­ting-Exper­ten sind in ihrem Berufs­all­tag täg­lich Risi­ken aus­ge­setzt. Zumal auch die Kla­ge­be­reit­schaft nicht nur bei Auf­trag­ge­bern wächst, son­dern auch bei Drit­ten. Eine Fol­ge davon ist die Wel­le von Abmah­nun­gen, die oft­mals mit hohen Kos­ten ver­bun­den sind. Die Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung soll­te unbe­rech­tig­te For­de­run­gen abweh­ren. Ach­ten Sie auf die Höhe der Selbstbeteiligung!

Con­sul­ting-Ver­si­che­rung

Selbst erfah­re­ne Bera­ter kön­nen sich mal irren und Feh­ler machen. Dazu gehö­ren fal­sche Markt­ana­ly­sen, feh­ler­haf­te Liqui­di­täts­pla­nung, lücken­haf­te Kon­zep­te: Schnell wird man als Con­sul­tant haft­bar gemacht.

Die Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung soll­te alle berufs­ty­pi­schen Risi­ken ein­schlie­ßen nicht nur gesetz­li­che Scha­den­er­satz­an­sprü­che ver­si­chern, son­dern auch Erfül­lungs­fol­ge­schä­den, ver­zö­ger­te Leis­tungs­er­brin­gung, Ver­let­zung von Schutz-, Urhe­ber- und Per­sön­lich­keits­rech­ten und Geheimhaltungspflichten.

eCom­mer­ce-Ver­si­che­rung

Wer einen Web­shop betreibt, soll­te sich gegen Ver­mö­gens­schä­den, die er Drit­ten zufügt ver­si­chern. Dazu gehö­ren die Ver­let­zung von Schutz­rech­te wie Mar­ken-, Domain-, Lizenz-, Urheberrechte.

Eine gute Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht­ver­si­che­rung schließt dar­aus resul­tie­ren­de Abmah­nun­gen ein. Eben­falls ver­si­chert wer­den soll­ten Ver­stö­ße gegen das Wett­be­werbs­recht, Daten­schutz­ver­let­zun­gen, Ver­lust oder Dieb­stahl von Kun­den­da­ten, Viren­schä­den und feh­ler­haf­te Shop-Programmierung.

Beson­der­heit: D&O (Direc­tors & Offi­cers Lia­bi­li­ty Insuran­ce) für Mana­ger, Vor­stän­de, Geschäfts­füh­rer, Aufsichtsräte

Die­se Ver­si­che­rung schlie­ßen Unter­neh­men für ihre lei­ten­den Ange­stell­ten ab, die „Sorg­falt eines ordent­li­chen und gewis­sen­haf­ten Geschäfts­lei­ters“ erfül­len. Die­se Ver­si­che­rung ist extra abzu­schlie­ßen und sichert Fir­men gegen etwai­ge Fehl­ent­schei­dun­gen von Mana­gern ab.

Wich­ti­ge Punk­te im Ver­trag zur Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen

  • Exis­tenz­grün­der-Rabatt: 15 % sind möglich!
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • Damit man nicht bei jeder Erwei­te­rung der Fir­ma eine Ver­trags­er­wei­te­rung abschlie­ßen muss, soll­te das Bedin­gungs­werk offen gestal­tet sein. Alle für die Berufs­grup­pe übli­chen Tätig­kei­ten soll­ten ver­si­chert sein.
  • Sehr wich­tig ist, dass die Ver­si­che­rung auch eine pas­si­ve Rechts­schutz­ver­si­che­rung ist: Der Ver­si­che­rer soll­te mit eige­nen Anwäl­ten aktiv dabei hel­fen, unbe­grün­de­te Ansprü­che an den Ver­si­che­rungs­neh­mer abzuwehren.
  • Fol­ge­schä­den soll­ten ver­si­chert sein
  • Die Deckungs­sum­me soll­te nicht zu knapp bemes­sen sein. Wer einen gro­ßen Auf­trag annimmt, kann mit einem gro­ßen Scha­den kon­fron­tiert wer­den. Im Zwei­fels­fall also lie­ber nachversichern.

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