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Basics: So tragt ihr euren Hand­werks­be­trieb in die Hand­werks­rol­le ein

Wenn ihr ein zulas­sungs­pflich­ti­ges Hand­werk selbst­stän­dig aus­üben wollt, dann müsst ihr euch nach § 1 Hand­werks­ord­nung in die Hand­werks­rol­le ein­tra­gen las­sen. Ohne dürft ihr das Hand­werk nicht aus­üben. Wie das geht und ob euer Hand­werk so eine Zulas­sung benö­tigt, erfahrt ihr hier.

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Wenn ihr ein zulas­sungs­pflich­ti­ges Hand­werk selbst­stän­dig aus­üben wollt, dann müsst ihr euch nach § 1 Hand­werks­ord­nung (HwO) in die Hand­werks­rol­le ein­tra­gen las­sen. Ohne dürft ihr das Hand­werk nicht aus­üben, im schlimms­ten Fall dro­hen euch Geld­bu­ße (§§ 16 Abs. 2, 117 HwO).

Vor­aus­set­zung für die Ein­tra­gung ist der Nach­weis von bestimm­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen. Habt ihr die selbst nicht, dann könn­te auch ein ange­stell­ter Betriebs­lei­ter, der die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, in die Hand­werks­rol­le ein­ge­tra­gen werden.

Aller­dings muss der Betriebs­lei­ter den Betrieb dann tat­säch­lich tech­nisch und fachlich
lei­ten und sei­ne ver­ant­wort­li­che Stel­le bei euch im Betrieb durch den Anstel­lungs­ver­trag und die
Betriebs­lei­ter­erklä­rung nach­wei­sen. Und die jewei­li­ge Hand­werks­kam­mer kann weitere
Nach­wei­se z. B. über die Höhe der Ver­gü­tung, Ver­füg­bar­keit oder Einflussmöglichkeiten
verlangen.

Ist euer Hand­werk zulas­sungs­pflicht oder nicht

Nicht jedes Hand­werk ist zwin­gend in der Hand­werks­rol­le ein­zu­tra­gen, ob also euer Hand­werk zulas­sungs­pflichtg ist, seht ihr am bes­ten im Ver­zeich­nis der Handwerksordnung.

Alle Hand­wer­ke und hand­werks­ähn­li­chen Tätig­kei­ten aus bei­den Anla­gen B (B1 und B2) sind zulas­sungs­frei. Alle in Anla­ge A hin­ge­gen müs­sen ein­ge­tra­gen werden.

Anla­ge A sind…

1. Mau­rer und Betonbauer
2. Ofen- und Luftheizungsbauer
3. Zimmerer
4. Dachdecker
5. Straßenbauer
6. Wär­me-, Käl­te- und Schallschutzisolierer
7. Brunnenbauer
8. Stein­met­zen und Steinbildhauer
9. Stuckateure
10. Maler und Lackierer
11. Gerüstbauer
12. Schornsteinfeger
13. Metallbauer
14. Chirurgiemechaniker
15. Karos­se­rie- und Fahrzeugbauer
16. Feinwerkmechaniker
17. Zweiradmechaniker
18. Kälteanlagenbauer
19. Informationstechniker
20. Kraftfahrzeugtechniker
21. Landmaschinenmechaniker
22. Büchsenmacher
23. Klempner
24. Instal­la­teur und Heizungsbauer
25. Elektrotechniker
26. Elektromaschinenbauer
27. Tischler
28. Boots- und Schiffbauer
29. Seiler
30. Bäcker
31. Konditoren
32. Fleischer
33. Augenoptiker
34. Hörgeräteakustiker
35. Orthopädietechniker
36. Orthopädieschuhmacher
37. Zahntechniker
38. Friseure
39. Glaser
40. Glas­blä­ser und Glasapparatebauer
41. Vul­ka­ni­seu­re und Reifenmechaniker

Fol­gen­de Qua­li­fi­ka­tio­nen braucht ihr für die Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le (§ 7 HwO):

  • Die Meis­ter­prü­fung in dem zu betrei­ben­den Hand­werk oder in einem mit die­sem für
    ver­wandt erklär­tem Handwerk.
  • Inge­nieu­re, Absol­ven­ten tech­ni­scher Hoch­schu­len und Absol­ven­ten staat­lich oder
    staat­lich aner­kann­ter Fach­schu­len für Tech­nik u. für Gestal­tung, mit dem Handwerk,
    dem der Stu­di­en- oder Schul­schwer­punkt ihrer Prü­fung ent­spricht. Der Nach­weis einer
    prak­ti­schen Tätig­keit ist hin­ge­gen nicht mehr erforderlich.
  • Ande­re, der Meis­ter­prü­fung in dem betref­fen­den Hand­werk gleich­wer­ti­ge staatlich
    oder staat­lich aner­kann­te Prü­fun­gen. Hier­un­ter fal­len etwa der Indus­trie­meis­ter oder
    Meis­ter der volks­ei­ge­nen Indus­trie (aus der ehe­ma­li­gen DDR). Der Nach­weis einer
    prak­ti­schen Tätig­keit ist auch hier nicht mehr erforderlich.
  • EG- oder EWG-Diplo­me nach der Richt­li­nie EG 89/48/EWG, die min­des­tens mit einer
    drei­jäh­ri­ge Berufs­aus­bil­dung abschließen.

Die­se Unter­la­gen braucht ihr für die Ein­tra­gung in die Handwerksrolle:

Nichts geht ohne Papier­kram, damit ihr wisst, wel­che Unter­la­gen ihr für die Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le wirk­lich benö­tigt, hier ein Überblick.

  • Voll­stän­dig aus­ge­füll­ter und unter­schrie­be­ner Antrag auf Ein­tra­gung in die
    Handwerksrolle
  • Han­dels­re­gis­ter­aus­zug (Es sei denn, ihr seid Klein­ge­wer­be­trei­ben­den, dann braucht ihr das nicht.)
  • Und natür­lich euren „Meis­ter­brief“, das heisst 
    • eine (beglau­big­te) Kopie/Abschrift eures Meis­ter­prü­fungs­zeug­nis­ses für das ausgeübte
      oder für ver­wandt erklär­te Hand­werk (§ 7 Abs. 1 Hand­werks­ord­nung – HwO) oder
    • eine (beglau­big­te) Kopie/Abschrift der Diplom-, Tech­ni­ker-, Indus­trie­meis­ter- oder einer mit
      der Meis­ter­prü­fung ver­gleich­ba­ren Prü­fung oder
    • eine (beglau­big­te) Kopie/Abschrift der Aus­nah­me­be­wil­li­gung gem. §§ 8 oder 9 HwO oder
    • eine (beglau­big­te) Kopie/Abschrift der Aus­übungs­be­rech­ti­gung gem. §§ 7a oder 7b HwO

Habt ihr einen ange­stell­ten Betriebs­lei­ter, benö­tigt ihr fol­gen­de Unter­la­gen für sei­ne Ein­tra­gung in die Handwerksrolle:

Wie schon oben erwähnt, ihr könnt auch einen ange­stell­ten Betriebs­lei­ter in die Hand­werks­rol­le ein­tra­gen las­sen, dann benö­tigt ihr …

  • eine voll­stän­dig aus­ge­füll­te und unter­schrie­be­ne Betriebs­lei­ter­erklä­rung und
  • einen Anstel­lungs­ver­trag, aus dem sich die tech­ni­sche und fach­li­che Lei­tung des Ange­stell­ten ent­neh­men lässt,

und natür­lich …

  • den voll­stän­dig aus­ge­füll­ten und unter­schrie­be­nen Antrag auf Ein­tra­gung in die
    Handwerksrolle
  • den Han­dels­re­gis­ter­aus­zug (Es sei denn, ihr seid Klein­ge­wer­be­trei­ben­den, dann braucht ihr das nicht.)
  • sowie den „Meis­ter­brief“ des Betriebs­lei­ters, das heisst 
    • eine (beglau­big­te) Kopie/Abschrift sei­nes Meis­ter­prü­fungs­zeug­nis­ses für das ausgeübte
      oder für ver­wandt erklär­te Hand­werk (§ 7 Abs. 1 Hand­werks­ord­nung – HwO) oder
    • eine (beglau­big­te) Kopie/Abschrift der Diplom-, Tech­ni­ker-, Indus­trie­meis­ter- oder einer mit
      der Meis­ter­prü­fung ver­gleich­ba­ren Prü­fung oder
    • eine (beglau­big­te) Kopie/Abschrift der Aus­nah­me­be­wil­li­gung gem. §§ 8 oder 9 HwO oder
    • eine (beglau­big­te) Kopie/Abschrift der Aus­übungs­be­rech­ti­gung gem. §§ 7a oder 7b HwO

Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le – Die Hand­werks­kar­te als Ergebnis

Erfüllt ihr alle die­se Vor­aus­set­zun­gen für eine Ein­tra­gung, dann stellt die Hand­werks­kam­mer eine
Beschei­ni­gung über die erfolg­te Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le aus, die so genann­te Handwerkskarte.

Inhalt der Handwerkskarte

  • Per­so­na­li­en des Betriebsinhabers,
  • der Betriebs­sitz,
  • das zu betrei­ben­de zulas­sungs­pflich­ti­ge Hand­werk und
  • soweit vor­han­den der ver­ant­wort­li­che Betriebsleiter

Ihr müsst die Hand­werks­kar­te bei der Gewer­be­an­mel­dung gemäß § 14 Gewer­be­ord­nung (GewO) vor­le­gen. Wie eine Gewer­be­an­mel­dung funk­tio­niert, haben wir euch in die­sem Fach­text zusam­men­ge­fasst: Gewer­be­an­mel­dung – so mel­det man ein Gewer­be rich­tig an (inklu­si­ve Gewer­be­an­mel­dung Formular)

Kos­ten der Ein­tra­gung in die Handwerksrolle

Für die Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le und die Hand­werks­kar­te erhe­ben die Hand­werks­kam­mern Gebüh­ren, die je nach Kam­mer unter­schied­lich hoch aus­fal­len. Grund­sätz­lich soll­tet ihr aber mit 300 bis 800 Euro rech­nen. Und hin­zu kom­men jähr­li­che Mit­glieds­bei­trä­ge – denn ihr seid auto­ma­tisch in einer Zwangs­mit­glied­schaft der IHK.

 

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