Preis für digitales Miteinander: Diese Projekte stärken digitale Teilhabe und KI-Kompetenz
Die Jury hatte keine leichte Aufgabe: Mehr als 300 Bewerbungen sind für den „Preis für Digitales Miteinander“ eingegangen. Jetzt stehen die Gewinner 2026 fest.
Digitale Teilhabe lebt von konkreten Ideen – genau solche hat der bundesweite Digitaltag jetzt ausgezeichnet. Mit dem Preis für digitales Miteinander wurden die Projekte „Normalos – Die Inklusivreporter“ und „MediaMosaik“ geehrt. Beide Initiativen erhalten jeweils 5.000 Euro Preisgeld und setzten sich gegen mehr als 300 Bewerbungen durch.
Der Preis würdigt Projekte, die Menschen den Zugang zur digitalen Welt erleichtern und digitale Kompetenzen vermitteln. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft wählte die Gewinner aus.
Inklusive Redaktion macht digitale Vielfalt sichtbar
In der Kategorie „Digitale Teilhabe“ überzeugten die Normalos – Die Inklusivreporter der Lebenshilfe Gießen. Das Besondere: In der inklusiven Social-Media-Redaktion arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam an Beiträgen für digitale Plattformen.
Die Redaktion berichtet über gesellschaftliche, politische und kulturelle Themen und schafft Sichtbarkeit für Perspektiven, die im digitalen Raum häufig zu wenig Beachtung finden. Gleichzeitig erwerben die Teilnehmenden praktische Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien und gestalten Inhalte selbst aktiv mit.
MediaMosaik bringt Familien KI und Medienkompetenz näher
Den Preis in der Kategorie „Digitale Bildung“ erhielt das Projekt MediaMosaik der Volkshochschule Reutlingen. Das interaktive Bildungsformat richtet sich an Familien und vermittelt Medienkompetenz auf spielerische Weise.
An vier Mitmach-Stationen beschäftigen sich Kinder und Eltern gemeinsam mit Themen wie Social Media, Fake News, Deepfakes, Gaming und Künstlicher Intelligenz. Statt klassischem Frontalunterricht setzt das Konzept auf gemeinsames Ausprobieren und den Austausch innerhalb der Familie. Ziel ist es, Medien- und KI-Kompetenzen praxisnah zu vermitteln und den Dialog über digitale Themen anzuregen.
Digitalisierung soll niemanden ausschließen
Für Eva-Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, zeigen beide Projekte beispielhaft, wie Digitalisierung gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern kann. Digitale Teilhabe entscheide heute maßgeblich darüber, ob Menschen gehört und einbezogen werden.
Während die „Normalos“ Menschen mit Behinderung eine stärkere Stimme im digitalen Raum geben, vermittle MediaMosaik Familien niedrigschwellig wichtige Kompetenzen für den Umgang mit digitalen Medien und Künstlicher Intelligenz. Beide Initiativen machten deutlich, dass Digitalisierung dann ihren größten Mehrwert entfaltet, wenn sie Menschen zusammenbringt und niemanden ausschließt.