Fördermittel für Nachfolgerinnen und Nachfolger – so hilft der Staat bei der Unternehmensnachfolge

Für Gründer stehen zahlreiche Förderprogramme vom Staat oder von speziellen Institutionen zur Verfügung, die euch bei der Firmenübernahme sehr hilfreich sein können: Gleicht eure Vision mit möglichen Förderungen ab, denn unter Umständen findet ihr auf dem Weg zur Förderung auch schon weitere Unterstützer und Weggefährten für eure Gründung.

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Kann es nicht spannend sein, aus einem bestehenden Unternehmen durch Innovationen und Veränderungsprozesse ein Nachfolge-Startup zu machen? – Die Antwort ist Ja! Gründergeist lässt sich auch in bestehende Betriebe sinnvoll einbringen. Nicht außer Acht zu lassen bei einer Unternehmensnachfolge: Man minimiert das unternehmerische Risiko zum Start, weil der Betrieb bereits läuft und am Markt etabliert ist.

Natürlich gehört auch zu einem erfolgreichen Nachfolgekonzept immer eine solide Finanzierung. Dafür kommen Übernahmegründer neben Darlehen und modernen Finanzierungsinstrumenten auch öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen. Denn der Staat hat durchaus ein Interesse daran, dass bestehende und in der Regel gut laufende Unternehmer einen Nachfolger finden.

Förderungen beantragen – der Aufwand lohnt sich

Förderprogramme für Firmengründungen sind deshalb nicht nur auf Neugründungen beschränkt, sondern greifen explizit auch bei Unternehmensnachfolgen. Egal, ob Gründen oder Nachfolge, jede Geschäftsidee braucht zunächst eine solide Finanzierungsstrategie – auf Fördermittel sollten Nachfolgegründer auf keinen Fall verzichten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Finanzierungsmixes – in unserem Fachartikel findet ihr eine Übersicht über Fördermöglichkeiten und wie ihr sie beantragen könnt.

Das Wichtigste vorab: Dass Klischee, dass sich die Akquise von Fördermitteln für Unternehmensnachfolgen nicht lohnt, ist falsch. Viele Gründende denken, dass der Aufwand zu hoch ist und die Erfolgschancen zu gering sind. Das stimmt nicht: Die deutsche Förderlandschaft bietet ziemlich viele Möglichkeiten.

Hunderte Fördermöglichkeiten für Nachfolger

Insbesondere in der frühen Phase der Übernahme können verschiedene Förderprogramme genutzt werden, um einen Mangel an privatem Kapital auszugleichen. Die Möglichkeiten zum Einsatz der Fördermittel sind dabei sehr vielfältig: Die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) listet unter dem Schlagwort “Nachfolge” deutschlandweit mehr als 200 Programme verschiedener Anbieter auf.

Zunächst gilt es also, sich eine Übersicht zu verschaffen über die vielfältigen geförderten Finanzierungsoptionen und Gründerkredite.

Fintech-Kreditplattformen als Finanzierungsalternative

Übrigens: Ebenso wichtig wie öffentliche Fördermöglichkeiten sind bei der Finanzierung auch die Privatbanken. Dort hat wegen der boomenden Online-Szene und der vielen FinTech-Unternehmen ein starker Wandel stattgefunden. Neben den klassischen Banken haben sich moderne Kreditplattformen als seriöse Alternative etabliert.

Anbieter wie Younited Credit halten ihre Kostenstruktur schlank, indem sie ausschließlich auf den Online-Vertrieb setzen. Dadurch können sie ihren Kunden bessere Angebote machen. Zusätzliche Vorteile für Nachfolgegründer: Die Kreditbedingungen sind transparent, der vollständig automatisierte Antragsprozess erlaubt eine schnelle Kreditentscheidung und Auszahlung, Sondertilgungen sind kostenfrei möglich.

Gründerkredite von der KfW – ideal für eine Unternehmensnachfolge

Ein wichtiger Förderbaustein bei der Finanzierung einer Unternehmensnachfolge sind zinsgünstige Kredite oder Haftungsfreistellungen bei der Hausbank. Bei Gründungsdarlehen für Unternehmensnachfolger ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) häufig eine sehr gute Wahl.
Diese Darlehen werden häufig für die Finanzierung von Gründungsvorhaben gewählt – als Gründung zählt dabei explizit auch die Übernahme eines bestehendes Betriebes. Die Förderangebote der KfW lassen sich speziell auf die Bedürfnisse von Nachfolgern anpassen. Eigenkapital oder Sicherheiten müssen laut KfW nicht zwingend vorhanden sein.

Gut zu wissen: Gründerkredit ist eine Art Oberbegriff für verschiedene Finanzierungsmodelle. Eine bekannte Variante ist der ERP-Gründerkredit, den die KfW in verschiedenen Varianten und bis zu einer Höhe von 100 Millionen Euro anbietet. Einen Mindestbetrag gibt es dagegen nicht – er steht damit praktisch allen in allen Größenordnungen offen.

Diese ERP-Gründerkredite bietet die KfW an

  • ERP-Gründerkredit – StartGeld: bis zu 125.000 Euro für euer Gründungsvorhaben, keine Eigenmittel erforderlich, KfW übernimmt 80% des Kreditrisikos, max. zwei Jahre tilgungsfei
  • ERP-Kapital für Gründung: bis zu 500.000 Euro, KfW übernimmt das Kreditrisiko, keine Tilgungsraten in den ersten sieben Jahren
  • ERP-Gründerkredit – Universell: bis zu 10 Jahre Zeit für die Rückzahlung sowie 2 Jahre keine Tilgung, bis zu 100 Millionen Euro je Unternehmen, KfW übernimmt bis zu 90 Prozent des Bankenrisikos

Eine ausführliche Checkliste KfW Förderantrag stellen wir euch als PDF kostenlos zur Verfügung.

Noch etwas Wissen zum Schluss: ERP steht für European Recovery Program – besser bekannt als Marshall-Plan. Dieses Sondervermögen des Bundes wird seit 1948 eingesetzt, um den (Wieder-)Aufbau der deutschen Wirtschaft zu fördern.

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