Gründerstory SeaTable: Zwei Mainzer Brüder entwickeln eine Software und arbeiten an der weltweiten Marktführerschaft

Sie messen sich am Erfolg von Dropbox, Evernote oder Excel. Und wollen in wenigen Jahren genau dort sein und damit also beinahe auf jedem PC dieser Welt. Was die beiden Mainzer Brüder und Gründer antreibt, welche Erfolge aber auch Misserfolge sie auf ihrem Weg erlebt haben und wie SeaTable funktioniert, erfahrt ihr in dieser Gründerstory.

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Name: SeaTable  Startup aus: Mainz und Berlin Gegründet: Juli 2020 Webseite: seatable.io

Das ist Seatable

SeaTable – beyond Spreadsheet

Der Pitch

Wir leben in einer Wissensgesellschaft, in der fast jeder Mensch mit immer größer werdenden Datenmengen konfrontiert ist. Die Herausforderung liegt darin, diese Datenmengen zu strukturieren, zu ordnen und darauf aufbauend gewinnbringende Prozesse zu bauen.

Aus unserer Sicht stecken die meisten Softwarewarelösungen noch im 20ten Jahrhundert fest, denn sie schreiben ihren Benutzern vor, wie diese zu arbeiten haben. Als ehemalige Unternehmensberater haben wir erlebt, was passiert, wenn eine unpassende Software eingeführt oder diese bis zur Unkenntlichkeit verbogen wird.

SeaTable ist eine Software zum Organisieren beliebiger Informationen wie z. B. Bilder, Checkboxen, Auswahllisten, URLs, E-Mails, Texte oder sogar Geo-Informationen. Dabei gibt SeaTable keine starre Struktur vor sondern überlässt es dem Anwender, seine ganz eigene Datenstruktur zu entwickeln und so die Software ganz individuell und flexibel an Ideen, Aufgaben oder Projekten anzupassen. SeaTable passt sich dem Anwender an und nicht umgekehrt.

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Das ist unsere Zielgruppe und das ist unser Markt …

Wir haben eine Lösung geschaffen, die so flexibel einsetzbar ist, dass man nicht „den einen“ Markt oder „die eine“ Zielgruppe definieren kann. Teams und Unternehmen jeder Größe profitieren von SeaTable. Wir können eher sagen: es gibt keine Branche und keine Größe, die nicht irgendwelche Prozesse mit SeaTable verbessern können.

Das führt dazu, dass sowohl die Marketingagentur um die Ecke mit fünf Mitarbeitern aber auch eine der größten Universitäten Deutschlands, eine deutsche Landeshauptstadt, eine europäische Polizeibehörde, eine bekannteste gemeinnützige Organisation der Welt und eine ausländische Regierung schon bei uns angeklopft haben. Alle haben unterschiedliche Ideen und Visionen, die sie mit SeaTable umsetzen wollen – und alle sind bisher begeistert.

Das sind unsere Konkurrenten, das sind unsere USPs …

Unser größtes Vorbild ist Airtable aus den USA. Airtable bietet ähnliche Funktionen wie SeaTable, wird jedoch nur als Cloud-Lösung angeboten. Das ist besonders für europäische Unternehmen zunehmend ein Problem, die Wert auf die eigene Datenhoheit und auf die Einhaltung europäische DSGVO-Richtlinien legen.

Wer also seine Daten keinen amerikanischen Dienstleister anvertrauen und die vollkommene Kontrolle behalten möchte, der ist bei SeaTable an der richtigen Adresse.

So kam uns die Idee …

Unser Vater war Geschäftsführer des ältesten Bauunternehmens von Freiburg. Er führte das Unternehmen in der dritten Generation, weshalb wir schon eine gewisse Ahnung davon hatten, was es bedeutet, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Trotzdem haben wir beide nach dem Studium erst einmal als Unternehmensberater gearbeitet und Lösungen für diverse Großkonzernen erarbeitet. Diese Erfahrungen wollen wir auch nicht missen, aber irgendwann war es dann Zeit, die eigenen Ideen zu verwirklichen.

Bis zur Gründung unserer ersten gemeinsamen Firma im Jahre 2014 hatten wir beide jeweils schon zwei Firmen gegründet, diese aber nur nebenbei betrieben. 2014 haben wir beide unsere Jobs gekündigt, die bisherigen Firmen links liegen gelassen und uns voll in die Unternehmerwelt gestürzt.

Natürlich war die erste Idee echter Mist. Laut Businessplan hätten wir bereits im zweiten Jahr Umsatzmillionäre sein sollen. Daraus wurde leider nichts, aber es war der Anfang von unserem Weg, der uns dorthin gebracht hat, wo wir heute stehen.

Wir haben mit unserer IT-Firma „datamate“ viel ausprobiert und sind 2017 zum exklusiven Vertriebspartner von Seafile, einer weltweit bekannten privaten Cloud-Lösung, aufgestiegen. 2019 haben wir dann unsere Partnerschaft mit den chinesischen Entwicklern weiter vertieft und die Idee für SeaTable geboren. 2020 haben wir dann die SeaTable GmbH gegründet, um SeaTable weltweit zu vermarkten.

Die Geschichte hinter dem Namen unseres Startups …

Da die private Cloud-Lösung Seafile weltweit bekannt ist und bereits enorme Erfolge gebracht hat, war es für die Entwickler natürlich naheliegend, eine gewisse Namensverwandtschaft zu fokussieren. Bei Seafile geht es primär um das Thema Datenspeicherung. Bei SeaTable um das Thema Tabellen. Das Produkt findet man somit auch im Namen wieder.

Stichwort Lean Startup: So haben wir unsere Idee vorab getestet …

Wir sind der festen Überzeugung, dass man gute Software nicht ohne Kundenfeedback entwickeln kann. Deshalb sind wir schon nach nur knapp einem Jahr Entwicklungszeit und vielen schlaflosen Nächten mit SeaTable an den Start gegangen. Anfangs gab es nur die kostenlose Variante, mit der wir sowohl Aufmerksamkeit aber auch ganz viel Feedback eingesammelt haben.

Nach erstmaliger Veröffentlichung unserer Software hat es circa ein halbes Jahr gedauert, bis wir ausreichend an Bekanntheit gewonnen hatten und auch auf dem Markt wahrgenommen wurden. So konnten wir unsere Software kontinuierlich weiterentwickelt und Anfang 2021 haben wir auch damit angefangen, kostenpflichtige Abos anzubieten.

So haben wir uns finanziert …

Wir sind komplett eigenfinanziert. Aus den Einnahmen, die wir mit der Datamate GmbH & Co. KG erzielen, decken wir alle laufenden Kosten der SeaTable GmbH. Dies wird sich allerdings ziemlich bald ändern und SeaTable wird in Kürze von ganz allein wachsen und sich selbst finanzieren.

Für uns ist es einfach wichtig, unsere eigenen Entscheidungen treffen zu können ohne jeglichen Einfluss von außen. Nur so können wir die notwendige Flexibilität für die schnelle Entwicklung unserer Software-Lösung sicherstellen. Wir wollen nicht schlafen, sondern den Markt aufmischen. SeaTable soll bald so bekannt sein wie Dropbox, Evernote oder Excel.

Nahmhafte Investoren …

Wir haben im ersten Jahr nach unserer Gründung an diversen Wettbewerben teilgenommen und uns auch mit Investoren unterhalten. Nachhaltig begeistert hat uns keine Veranstaltung und auch kein Investor.

Wir haben ehrlich gesagt häufig das Gefühl gehabt, dass wir in Deutschland die falsche Mentalität haben. Solange man noch am Anfang seiner Idee steht, traut sich keiner ins Risiko zu gehen und alle stehen nur auf der Bremse. Sobald man dann bewiesen hat, dass das Geschäftsmodell funktioniert, wollen plötzlich alle ein Stück vom Kuchen haben. Fairerweise muss man dazu sagen, dass wir aber auch nie wirklich gesucht haben, da uns unsere Unabhängigkeit sehr wichtig war und wir niemanden wollten, der uns zu stark reinredet.

Das sind unsere bisher erreichten Meilensteine …

Wir haben es im ersten halben Jahr geschafft, die Marke von 10.000 Cloud-Nutzer zu knacken. Gleichzeitig wurde nach nur einem dreiviertel Jahr unser On-Premises-Server mehr als 100.000-mal heruntergeladen. Das zeigt das große Interesse an der selbst-gehosteten Lösung. Das ist jedoch erst der Anfang. Die Nachfrage nach unserer Lösung nimmt von Tag zu Tag spürbar zu.

Es ist beachtlich, wenn man überlegt, dass wir erst seit Juli 2020 auf dem Markt präsent sind. Wir werden uns aber auf keinen Fall auf diesem Erfolgen ausruhen. Wir sind immer dran, neue Ideen zu entwickeln, wie wir die Markenbekanntheit weiter steigern.

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Das ist unsere Vision …

Unser Ziel ist es, in den nächsten 2 Jahren zum europäischen Marktführer für Spreadsheets aufzusteigen, um dann in fünf Jahren unser primäres Ziel, die weltweite Marktführerschaft, zu erreichen. Die Ambitionen sind hoch gesetzt, aber nicht unmöglich. Der Beweis dafür ist, was wir bislang schon alles erreicht haben.

Das waren die bisher erfolgreichsten Marketing- & PR-Maßnahmen für uns …

Für ein eigenfinanziertes Startup ist es sehr wichtig, den größt- und bestmöglichen Benefit durch das eingesetzte Budget zu erwirtschaften. Wir haben viel probiert und werden auch in Zukunft noch viel testen. Die wichtigsten und erfolgreichsten Maßnahmen sind in aller erster Linie PR, die uns primär in unser Bekanntheit gestärkt hat. Zudem setzen wir sehr stark auf Affiliate-Marketing sowie auf verschiedene weitere Performance-Kanäle wie z.B. Social-Media und Google.

Diese Fehler würden wir beim nächsten Mal vermeiden …

Einen großen Fehler haben wir glücklicherweise bislang noch nicht gemacht. Klar kommt es gerade am Anfang immer wieder zu kleinen „Up and Downs“, die man in den Griff bekommen muss. Wichtig ist, dass man dafür die richtigen Leute an Board hat, die zum einen an das Unternehmen, die Werte und die Mission glauben und zum anderen auch aus den „Downs“ lernen und danach wissen, was man besser machen muss.

Webseiten, Apps oder Tools, die wir nutzen …

Wir arbeiten primär mit unser eigenen Lösung SeaTable. Dort bilden wir eigentlich fast alle Prozesse ab. Ansonsten verwenden wir Freshdesk als Ticket-System, Wordpress für unsere Webseite, Stripe für die Abrechnung und ActiveCampaign für unsere E-Mail-Automationen. Mit diesen Tools schaffen wir es gut, unsere eigenen Prozesse schlank zu behalten bzw. kontinuierlich zu optimieren.

Eure Tipps für Gründer …

Es gibt definitiv viele Leute, die uns auf unserem bisherigen Weg geholfen haben. Das Entscheidende ist, sich seiner eigenen Stärken bewusst zu sein und keine Angst davor zu haben, von der Erfahrung anderer zu profitieren und gute Ratschläge anzunehmen.

So tauschen wir uns regelmäßig mit anderen Unternehmern aus und sprechen offen darüber, was gut und was auch nicht so gut läuft. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Team und die Familie. Keiner von uns kann non-stop nur Vollgas geben. Man braucht ein Team, dem man vertraut und eine Familie, die einen den Rücken stärkt und Freunde, die einem in schwierigen Zeiten zur Seite stehen.

Und dann darf man natürlich nicht zu früh aufgeben. Es heißt nicht umsonst: „It takes 10 years to make an overnight success!

Überblick Unternehmensdaten SeaTable

Name: SeaTable GmbH
Logo:
Gründungsdatum: Juli 2020
Gesellschaftsform (heute/angestrebt): GmbH
Gründer: Christoph Dyllick-Brenzinger, Dr. Ralf Dyllick-Brenzinger
Hier findet ihr uns: 117er Ehrenhof 5, 55118 Mainz
Website: seatable.io
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