Der Druck ist zu groß: Warum uns Gruppenchats nerven, wir aber trotzdem nicht austreten
Zu viele Gruppenchats: Die Mehrheit fühlt sich von der Nachrichtenflut gestresst – 4 von 10 trauen sich trotzdem nicht auszutreten.
Ob mit der Familie, dem Freundeskreis, dem Sportverein oder den anderen Kita-Eltern – Chatgruppen in Messengern wie WhatsApp, Signal oder Threema gehören für die Mehrheit zum Alltag. Insgesamt 63 Prozent der Deutschen sind Teil von solchen Gruppenchats. Unter den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren nutzen sie mit sogar 72 Prozent am meisten, unter den Ältesten ab 65 Jahren mit 43 Prozent im Altersvergleich am wenigsten.Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.002 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Im Durchschnitt sind die Deutschen demnach Mitglied in fünf Gruppenchats. Grundsätzlich findet eine Mehrheit diese durchaus nützlich. Zwei Drittel (66 Prozent) der Nutzerinnen und Nutzer von Gruppenchats verpassen nach eigenen Angaben dadurch seltener wichtige Termine oder Infos.
Aber nicht alle Gruppenchats scheinen einen solchen Mehrwert zu liefern: Regelmäßig genutzt – also gelesen oder für eigene Nachrichten verwendet – werden im Schnitt nur drei Gruppenchats. „Gruppenchats sind für viele ein praktisches Werkzeug, um Termine abzustimmen, Informationen auszutauschen oder einfach in Kontakt zu bleiben. Gleichzeitig können sie durch die Vielzahl an Nachrichten auch überfordern“, so Dr. Sebastian Klöß, Consumer-Technology-Experte beim Bitkom.
Viele Menschen, viele Nachrichten, viele Meinungen – bei einigen führt es zur Überforderung. So fühlen sich 63 Prozent der Menschen in Gruppenchats gestresst, wenn viele neue Nachrichten darin auflaufen. 40 Prozent sind manchmal sogar so genervt, dass sie Gruppenchats stummschalten.
Ganz auszutreten, trauen sich aber viele dann doch nicht: 45 Prozent haben das Gefühl, Gruppenchats nicht einfach verlassen zu können, selbst wenn sie sie stören. „Auch im digitalen Raum empfinden viele – ähnlich wie im persönlichen Miteinander face-to-face – einen gewissen sozialen Druck. Viele bleiben in Gruppen, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. Dabei muss in der Regel eigentlich niemand in jedem Chat dauerhaft präsent sein“, so Klöß.