Digitale Brieftasche d-you startet 2027 – und kommt gut an
Ab Januar 2027 soll die digitale Brieftasche d-you den Identitätsnachweis per Smartphone ermöglichen. 53 Prozent der Deutschen wollen sie nutzen. Auch für Startups eröffnen sich neue Möglichkeiten.
Ab dem 2. Januar 2027 soll die digitale Brieftasche d-you in Deutschland verfügbar sein. Damit können Bürger ihre Identität künftig direkt per Smartphone nachweisen. Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage wollen 53 Prozent der Deutschen die neue Wallet nutzen. Allerdings hat fast die Hälfte noch nie davon gehört.
Die digitale Brieftasche ist Teil der europäischen EUDI-Wallet-Initiative und soll den digitalen Identitätsnachweis in der gesamten EU vereinfachen. Grundlage ist das Digitale-Identitäten-Gesetz, über das der Bundestag am 15. Oktober 2026 abstimmen sollte.
Was kann die digitale Brieftasche d-you?
Die Nutzung von d-you ist kostenlos und freiwillig. Zur Einrichtung benötigen Nutzer ihren Personalausweis oder elektronischen Aufenthaltstitel sowie die entsprechende Online-Ausweisfunktion.
Zum Start soll die Wallet vor allem folgende Funktionen bieten:
- Identität nachweisen: beispielsweise beim Abschluss von Online-Verträgen
- Alter bestätigen: ohne zusätzliche Dokumente vorlegen zu müssen
- Bankkonto eröffnen: digitale Identifikation direkt per Smartphone
Später sollen weitere Nachweise wie Führerschein und Rentenausweis sowie die elektronische Unterschrift hinzukommen.
Neue Möglichkeiten für Startups und Unternehmen
Auch für die Wirtschaft könnte d-you interessant werden. Unternehmen können die digitale Identität künftig in ihre Angebote integrieren und so beispielsweise Registrierungen, Vertragsabschlüsse oder Identitätsprüfungen vereinfachen.
Mehr als 180 Unternehmen haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, die Technologie einzusetzen. Gerade für FinTechs, digitale Plattformen und andere Startups könnten dadurch neue Geschäftsmodelle entstehen.
Bekanntheit bleibt größte Herausforderung
Trotz des Interesses kennen 46 Prozent der Deutschen die EUDI-Wallet bislang nicht. Nur acht Prozent können genau erklären, was dahintersteckt. Das zeigt eine Bitkom-Befragung unter 1.004 Erwachsenen. Um die Nutzung zu erleichtern, soll künftig auch das Zurücksetzen der Online-Ausweis-PIN kostenlos und ohne Behördengang möglich sein.
Entscheidend für den Erfolg dürfte sein, wie schnell alltagstaugliche Anwendungen verfügbar werden – und ob Unternehmen die neue digitale Identität in ihre Services integrieren.