Erneuter Bewerberrekord beim Hessischen Gründerpreis

151 junge Unternehmen haben sich für den Hessischen Gründerpreis 2019 beworben, 48 von ihnen das Halbfinale erreicht.

Gegenläufig zu den noch immer schwachen Gründungszahlen ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um den Hessischen Gründerpreis auf einen neuen Rekord gestiegen. 151 junge Unternehmen haben sich für die vier Kategorien (Innovative Geschäftsidee, Zukunftsfähige Nachfolge, Gesellschaftliche Wirkung und Gründungen aus der Hochschule) beworben, das sind rund 15 Prozent mehr als 2018.

Nun hat eine Jury die Bewerbungen gesichtet und für jede Kategorie jeweils die zwölf besten Unternehmen herausgefiltert. Beim Hessischen Gründerpreis zählen hier nicht nur reine Zahlen, sondern die Unternehmensgeschichte. Obwohl die Halbfinalisten – so wie alle Bewerber sowie Existenzgründerinnen und -gründer – durch ihren Mut zur Selbstständigkeit schon etwas Besonderes geleistet haben, gibt es doch immer noch mal die ganz besonderen Geschichten.

So wie die von Abdul Hakim Khalily, Abdul Walid Shakib, Ahmad Rateb Amin, die als Flüchtlinge aus Syrien gekommen sind und mit ihrer 2018 gegründeten Reinigungsfirma insgesamt zwölf Arbeitsplätze bieten. Im Halbfinale ist eine bunte Mischung toller Geschäftsideen, von der mobilen Augenoptikerin über Designerschmuck aus Beton oder Bademode aus Recyclingmaterial bis hin zum Forscherteam für biotechnologische Arzneistoffe.

54 Jahre beträgt der Altersunterschied zwischen der ältesten Bewerberin um den Hessischen Gründerpreis 2019 #hgp19 und dem jüngsten Teilnehmer. Der 18-jährige Tarek Baraghith studiert an der Hochschule Fresenius und hat mit zwei Kommilitonen einen Online-Parfümvertrieb gegründet. Uschi Leucht könnte schon seit Jahren im Ruhestand sein, aber das reicht der 1946 geborenen Frau aus Oberursel nicht. Nach ihrer Karriere als Werberin will sie die Gesellschaft aktiv gestalten und hat eine Update-Bank entwickelt als öffentlicher Hotspot zum Gesehen werden.

Das sind nur zwei Beispiele für das große Spektrum erfolgreicher Existenzgründungen. Knapp ein Drittel der Bewerber haben IT-lastige Geschäftsmodelle, mit jeweils rund 20 sind die Bereiche Gesundheit, Gastronomie und Lebensmittel, Mode und Heimeinrichtung sowie verschiedene Dienstleistungen ebenfalls stark vertreten. Aber auch 14 produzierende Unternehmen gehören zum Bewerberfeld, drei Handwerker und Handwerkerinnen sowie zusammen zehn Unternehmen aus den Sektoren Reise und Kosmetik.

“Mir ist bei der Sichtung der Bewerbungen aufgefallen, dass sich 77 Existenzgründerinnen und -gründer aus einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis heraus selbstständig gemacht haben. Ich finde diesen hohen Anteil sehr spannend, solche Chancengründer entscheiden sich bewusst für diesen Schritt”, sagt Projektleiterin Elisabeth Neumann. “Bemerkenswert ist, dass rund ein Drittel der Bewerbungen von Frauen eingereicht wurden. Und auch der Anteil von Menschen, die vermutlich persönlich oder familiär eine Migrationsgeschichte haben, ist erheblich.”

Wetzlar in Mittelhessen ist dieses Jahr der Regionalpartner des Hessischen Gründerpreises, im dortigen Leitz-Park wird der Preis am 1. November bei Leica verliehen.

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