Etablierte Gründungen wachsen überdurchschnittlich in den ersten Jahren

In den ersten vier Jahren nach ihrer Gründung wachsen etablierte junge Unternehmen dreimal stärker als ältere Unternehmen: Nach Untersuchungen des Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn liegt ihre durchschnittliche Wachstumsrate bei 7,4 Prozent pro Jahr, auch wenn sie temporäre Rückschläge verkraften müssen.

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In den ersten Jahren nach ihrer Gründung wachsen etablierte junge Unternehmen dreimal stärker als ältere Unternehmen: Nach Untersuchungen des Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn liegt ihre durchschnittliche Wachstumsrate bei 7,4 Prozent pro Jahr auch wenn sie temporäre Rückschläge verkraften müssen. Nach vier Jahren sind dagegen kaum mehr Unterschiede zu den älteren Unternehmen festzustellen.

Noch schneller wachsen Gründungen, die mit weniger als 50.000 Euro Jahresumsatz gestartet sind und sich am Markt etabliert haben: Ihre jährliche Umsatzwachstumsrate liegt bei durchschnittlich 26 Prozent. Auf der Basis des Umsatzsteuerpanels hatten die Wissenschaftler des IfM Bonn die Umsatzentwicklung neugegründeter Unternehmen zwischen 2001 und 2010 untersucht.

Die Auswertung erfolgte differenziert nach Wirtschaftssektoren und Größenklassen. Dabei zeigte sich, dass im kapitalintensiven produzierenden Gewerbe der Anteil der anfänglich wachsenden Gründungen deutlich größer ist als unter den Unternehmensdienstleistern, die sich vorrangig durch arbeitsintensive Leistung auszeichnen.

„Nur rund acht Prozent aller Neugründungen verharrten im Untersuchungszeitraum auf ihrem ursprünglichen Umsatzniveau. Dies liegt offenbar aber nicht an fehlenden Wachstumspotenzialen – vielmehr scheinen diese Jungunternehmer gar nicht wachsen zu wollen. Häufig handelt es sich hierbei um Soloselbstständige, die anderen Unternehmen zuarbeiten und sich selbst nicht als Unternehmer wahrnehmen“, erklärt Hans-Jürgen Wolter, Projektleiter im IfM Bonn.

Aber auch wenn der Umsatz einer Neugründung in den ersten sieben Jahren stetig schrumpft, muss dies nicht zwangsläufig zum Marktaustritt führen: Offenkundig haben einzelne Gründer in ihrem Finanzplan vorausschauend längere Produktentwicklungsphasen eingeplant und verfügen über ausreichende Reserven. Hierfür spricht nach Ansicht der Wissenschaftler, dass diese Unternehmen zum Zeitpunkt ihrer Gründung bereits eine entsprechende Größe haben.

Die Studie „Zur Entwicklungsdynamik neugegründeter Unternehmen – eine Längsschnittanalyse auf Basis des Umsatzsteuerpanels“ ist auf der Homepage des Institut für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar.

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