Deutsche KMU sind EU-Schlusslicht bei Nutzung elektronischer Rechnungsstellung
Elektronische Rechnungsstellung bietet zwar signifikantes Einsparpotenzial, aber deutsche KMU nutzen es kaum. Das liegt auch an den Rahmenbedingungen.
Deutsche KMU bilden innerhalb der EU das Schlusslicht bei der Nutzung der elektronischen Rechnungsstellung. Das ist ein Ergebnis der Studie „Elektronische Rechnungsstellung: Wegbereiter für eine vernetzte Echtzeit-Wirtschaft“ von Sage, einem Anbieter spezifischer KMU-Lösungen für Buchhaltung, Finanzen, Personalmanagement und Gehaltsabrechnung.
In Deutschland haben lediglich 4 Prozent der KMU die elektronische Rechnungsstellung für B2B-Transaktionen eingeführt, ein drastischer Unterschied zu 21 Prozent der belgischen KMU, die die Spitzenposition innerhalb der EU einnehmen. „Die elektronische Rechnungsstellung ist vielleicht die digitale Technologie mit dem größten unmittelbaren Nutzen“, kommentiert Christian Mehrtens, Geschäftsführer der Landesgesellschaften in der Region Central Europe bei Sage.
„Daher ist es bedauerlich, dass deutsche KMU sich so zurückhalten. Elektronische Rechnungsstellung bietet nicht allein signifikante Einsparungen, sondern auch viele Vorteile, die so mancher nicht bedenkt und auch deshalb zögert“, so Mehrtens weiter. KMU verzichteten nicht unbedingt aus Unwillen oder Unkenntnis auf diese Vorteile. Häufig fehle es an den nötigen Rahmenbedingungen. Mehrtens appelliert daher „an die europäische Politik, ein technologiefreundliches Umfeld zu schaffen, das die nahtlose Integration der elektronischen Rechnungsstellung unterstützt.“
Signifikantes Einsparpotenzial
Für die Studie wurden mehr als 9.000 KMU mit 1 bis 999 Mitarbeitern u.a. aus sechs EU-Mitgliedsstaaten (Deutschland, Frankreich, Irland, Portugal, Spanien und Belgien) befragt. Dabei zeigte sich, dass Unternehmen mit 250 bis 999 Mitarbeitern durch Einführung der elektronischen Rechnungsstellung im Durchschnitt jährlich nahezu 50.000 Euro eingespart haben. Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern erreichten Kostenreduzierungen über 34.000 Euro und kleine Unternehmen kamen immerhin auf 13.500 Euro.
Weniger offensichtliche Vorzüge
Die schnellere Verarbeitung von Rechnungen und Zahlungen ist der meistgenannte Vorteil durch Einführung der elektronischen Rechnungsstellung. 57 Prozent der Studienteilnehmer berichten von diesen Verbesserungen. Kostenreduktionen erreichten KMU u.a. durch Einsparungen bei Papier, Drucken und Porto.
Die Studie belegt auch viele Vorzüge der elektronischen Rechnungsstellung, die in der öffentlichen Debatte um diese Technologie bisher wenig Beachtung fanden. So verbesserten 27 Prozent der Studienteilnehmer, die die elektronische Rechnungsstellung bereits nutzen, ihre Reputation und steigerten das Vertrauen der Konsumenten. 26 Prozent berichten von einem minimierten Betrugsrisiko und 23 Prozent von automatisierten Steuererklärungen mit weniger Fehlern.
Die elektronische Rechnungsstellung verbessert auch die Beziehung der Unternehmen untereinander. 61 Prozent berichten von einer besseren Kommunikation und Zusammenarbeit dank elektronischer Rechnungsstellung und 55 Prozent von einer schnelleren Lösung bei Rückfragen und Streitfällen.