Unternehmensgründung: Diese Städte sind besonders kostengünstig

Hohe Mieten, Nebenkosten und Personalkosten sind oftmals eine Herausforderung für Ladeninhaber: Also, welche Städte bieten die günstigsten Voraussetzungen, um einen eigenen Shop zu eröffnen?

Deutschland gilt als wirtschaftlich starkes Land, doch nicht jede Stadt bietet die gleichen Voraussetzungen für Unternehmensgründer. Wer sich selbstständig macht, muss zahlreiche Kosten einkalkulieren: von der Gewerbemiete bis hin zur Steuerbelastung.

Um Gründern und Selbstständigen die Standortwahl zu erleichtern, hat der Zahlungsanbieter SumUp mehr als 70 deutsche Städte auf ihre Kostenstruktur für Unternehmer analysiert. In die Bewertung eingeflossen sind unterschiedliche Faktoren, wie Bevölkerungszahl, Arbeitslosenquote, durchschnittliche monatliche Einzelhandelsmiete, Versorgungskosten und Körperschaftssteuersätze.

Die Kostenanalyse zeigt, welche deutschen Großstädte besonders günstig für Selbstständige und Gründer sind. Das Ranking wird von Dresden angeführt, dicht gefolgt von Leipzig und Bremen. Bei Städten mit weniger als 300.000 Einwohnern liegen Halle, Chemnitz und Leverkusen vorne.

Übersicht: Die günstigsten Großstädte für Unternehmensgründungen

Rang Stadt Bundesland Punktzahl (von 100)
1 Dresden Sachsen 76,61
2 Leipzig Sachsen 75,54
3 Bremen Bremen 70,77
4 Mannheim Baden-Württemberg 69,23
5 Nürnberg Bayern 66,08
6 Bielefeld Nordrhein-Westfalen 65,79
7 Wuppertal Nordrhein-Westfalen 63,95
8 Stuttgart Baden-Württemberg 58,70
9 Hannover Niedersachsen 55,57
10 Berlin Berlin 50,07
11 Düsseldorf Nordrhein-Westfalen 49,25
12 Bochum Nordrhein-Westfalen 48,08
13 Bonn Nordrhein-Westfalen 47,41
14 Essen Nordrhein-Westfalen 45,71
15 Hamburg Hamburg 43,14
16 Frankfurt am Main Hessen 41,47
17 Duisburg Nordrhein-Westfalen 37,92
18 Dortmund Nordrhein-Westfalen 36,70
19 Köln Nordrhein-Westfalen 35,18
20 München Bayern 25,86

Die sächsische Landeshauptstadt Dresden liegt mit 76,61 Punkten auf Platz eins. Bei 473.300 Einwohnern hat Dresden mit 6,1 % eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten der Top-Fünf Städte. Die durchschnittlichen Gewerbemieten sind mit rund 95 € pro Quadratmeter am niedrigsten. Während die durchschnittlichen Nebenkosten bei 288 € pro Monat liegen, sind die effektiven Unternehmenssteuersätze in Dresden mit 31,57 % wettbewerbsfähig.

Auf dem zweiten Platz liegt Leipzig mit einer Gesamtpunktzahl von 75,54. Hier liegen die durchschnittlichen Nebenkosten bei etwa 277 € pro Monat und der durchschnittliche effektive Körperschaftssteuersatz ist 31,92 %. Händler können in Leipzig mit einer monatlichen Einzelhandelsmiete von rund 115 € pro qm rechnen, was einer der niedrigsten Werte im Ranking ist.

Bremen schafft es mit einer Gesamtbewertung von 70,77 Punkten in die Top-Drei. Trotz einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquote von 10 % bietet Bremen die niedrigsten durchschnittlichen Nebenkosten (257,61 €) in den Top-Fünf. Der effektive Körperschaftssteuersatz ist mit 31,92 % vergleichbar mit Dresden und Leipzig.

Das untere Ende der Top 20

Dortmund landet mit einer Gesamtpunktzahl von 36,7 auf dem drittletzten Platz: Trotz solider Löhne (3.760 €) belasten vor allem die hohe Arbeitslosenquote von 11,5 % sowie überdurchschnittliche Nebenkosten Gründende und Unternehmer.

Auch Köln schneidet mit 35,18 Punkten schwächer ab: Zwar liegen Medianlöhne hier mit 4.197 € im oberen Mittelfeld, doch hohe Mieten (245 €/m²) und Betriebskosten (344,34 €) wirken sich negativ auf die Standortattraktivität aus.

München belegt mit nur 25,86 Punkten den letzten Platz im Ranking der Top 20. Die bayerische Landeshauptstadt bietet zwar die höchsten Gehälter (4.865 €) und eine niedrige Arbeitslosenquote (4,5 %), ist aber mit Abstand am teuersten im Hinblick auf die monatlichen Kosten. Sowohl die Mieten (377,50 €/m²) als auch die Nebenkosten (344,80 €) sind verhältnismäßig hoch. Besonders für kleine Unternehmen und Gründer kann das zum echten Kostenrisiko werden.

Sibylle Jost, VP Growth bei SumUp kommentiert die Recherche: „Mit unserer Analyse wollen wir Unternehmern zeigen, dass es neben den bekannten deutschen Metropolen attraktive Alternativen gibt, wo es möglich ist, dank niedrigerer Fixkosten und guter wirtschaftlicher Anbindung ein erfolgreiches Geschäft zu etablieren. Wer flexibel ist bei der Standortwahl, kann hier einen echten Wettbewerbsvorteil erzielen.“

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