Hessischer Gründerpreis 2019: Gründende lösen soziale, ökologische und demografische Probleme

Viele Teilnehmende gehen mit klimabewussten Geschäftsmodellen ins Rennen um den Hessischen Gründerpreis. Jetzt stehen die Finalisten fest.

Junge hessische Unternehmen setzen sich für mehr ein, als nur für gute Geschäftszahlen. Das beweisen zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim diesjährigen Hessischen Gründerpreis #hgp19. Auch unter den kürzlich von einer Jury aus der Wirtschaft gekürten Finalisten sind auffallend viele Geschäftsideen, die mit tollen Produkten und Dienstleistungen einen Beitrag dazu leisten wollen, drängende gesellschaftliche Probleme zu lösen.

Unter den Gründerinnen und Gründern, die die letzte Wettbewerbsrunde erreicht haben, sind so unterschiedliche Berufe wie ein Interior Designer, eine Ausbilderin im Kosmetikhandwerk, eine Ökotrophologin oder ein Wirtschaftsingenieur vertreten. Regional betrachtet liegen das Rhein-Main-Gebiet und Südhessen vorne, aber auch aus Mittelhessen haben es viele Startups ins Finale geschafft.

In einem spannenden Halbfinale haben sich jeweils drei Kandidaten in vier Kategorien gegen die starke Konkurrenz durchgesetzt. Damit sind sie schon jetzt Preisträger des Hessischen Gründerpreises 2019 und treten am 1. November 2019 in der Leica-Welt in Wetzlar zur Finalrunde an, um Siegerin oder Sieger in ihrer Kategorie zu werden.

Besonders in den Kategorien Gesellschaftliche Wirkung und Zukunftsfähige Nachfolge lagen die Jungunternehmen sehr nah beieinander und es war so knapp wie nie. “Das spiegelt auch die große Anzahl der potentialstarken Gründer im Wettbewerb wider. Es macht Mut, dass frischer Gründergeist helfen kann, soziale, ökologische, aber auch demografische Probleme zu lösen”, sagt Projektleiterin Elisabeth Neumann.

Regional am stärksten vertreten sind beim Hessischen Gründerpreis Rhein-Main und Südhessen. Besonders Darmstadt, aus dem die vier südhessischen Preisträger stammen, fällt ins Auge. So wurden alle drei “Gründungen aus der Hochschule” an der Technischen Universität der Wissenschaftsstadt geschmiedet: Nico Höler und Martin Voigt von Tec4med Lifescience GmbH haben eine aktive mobile Kühltechnologie für den medizinischen Bereich erfunden und wollen so vielen Patienten den Alltag erleichtern. Timur Sirman und seine Partner von MagnoTherm Solutions haben magnetokalorische Kühlaggregate entwickelt, die klimafreundlich und um 40 % effizienter als herkömmliche Methoden sind. Dritte im Bunde sind Simon Staffa, Lukas Braisz und Patrick Scholl von Novapace. Deren smarte, mit Elektronik ausgestattete Einlegesohle soll den bei Parkinson Patienten üblichen sturzkritischen Gang verhindern.

Der vierte Preisträger aus Darmstadt, Lionel Born von Solorrow, konnte sich in der Kategorie Innovative Geschäftsidee für das Finale qualifizieren. Seine mobile App ermöglicht den einfachen Einstieg in die Präzisionslandwirtschaft. Auch das Team um Daniel C. Kuczaj von ROOMHERO aus Frankfurt überzeugte die Jury in dieser Kategorie. Der digitale Inneneinrichter gestaltet mit seiner Technologie Prozesse deutlich effizienter – das gesamte Unternehmen denkt, konfiguriert und koordiniert digital. Das dritte Unternehmen, das den Sprung ins Finale geschafft hat, kommt aus Mittelhessen. Serghei Glinca und seine Mitstreiter von Chrystals First aus Marburg boten der Jury ein hochkomplexes Thema. Sie denken Wissenschaft mit Hilfe von künstlicher Intelligenz neu und haben so Screeningprozesse in der Arzneimittelforschung optimiert.

Die Finalisten der Kategorie Gesellschaftliche Wirkung bieten sehr unterschiedliche Produkte an und haben doch einen gemeinsamen Nenner: Nachhaltigkeit und Klimabewusstsein. Oliver Phillips und sein Team von muli-cycles GmbH aus Driedorf in Mittelhessen haben mit einem faltbaren Lastenrad das Finale erreicht. Ebenfalls aus Mittelhessen kommt die Grow-Grow Nut von Christian Zinke und Manuel Voigt aus Leun. Sie ist ein plastikfreies und biologisch abbaubares Anzuchtset für Microgreens. Dritte Finalistin ist Franziska Hannig. Sie produziert mit INASKA aus Frankfurt nachhaltige Bade- und Sportmoden aus recyceltem Polyamid, das unter anderem aus Meeresplastikabfällen besteht.

In der Kategorie Zukunftsfähige Nachfolge, die in diesem Jahr erstmals ausgelobt wurde, konnten vor allem Handwerker überzeugen. Thomas Gernhard von der Hein + Gernhard GmbH hat die Werkstatt für Maschinen-, Werkzeug- und Maschinenbau innerhalb der Familie übernommen. So konnte das Leistungsportfolio stark erweitert werden. Aus Kassel in Nordhessen überzeugte Björn Henk mit der Gabelstapler Gratzer GmbH. Mit seiner Nachfolge hat er innerhalb von anderthalb Jahren einen Ein-Mann-Betrieb zu einem Betrieb mit sieben Angestellten vergrößert. Aus Wiesbaden schaffte es eine Nachfolgerin ins Finale. Die Berufsfachschule für Kosmetik Wienzek GmbH von Marit Wienzek setzte durch ihren Gründergeist neue Akzente, die sich nicht nur in einer Umsatzsteigerung zeigen.

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