KI bremst Neueinstellungen: Jedes vierte Startup verzichtet auf Neueinstellungen
KI verändert den Arbeitsmarkt in Tech-Startups: 27 Prozent verzichteten wegen KI auf Neueinstellungen. Gleichzeitig wollen sechs von zehn Startups 2026 ihre Belegschaft weiter ausbauen.
Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Arbeitsabläufe in deutschen Tech-Startups, sondern zunehmend auch deren Personalplanung. Rund jedes vierte Startup hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate wegen des KI-Einsatzes auf Neueinstellungen verzichtet. Gleichzeitig sorgt die Technologie andernorts sogar für zusätzliche Jobs.
Laut einer Befragung des Digitalverbands Bitkom haben 27 Prozent der Tech-Startups aufgrund von KI weniger neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt als ursprünglich vorgesehen. Bei 7 Prozent führte der KI-Einsatz sogar zum Abbau von Stellen.
Allerdings zeigt sich kein einheitlicher Trend zum Jobabbau: 16 Prozent der befragten Startups haben aufgrund des Einsatzes von KI zusätzliches Personal eingestellt. Bei jedem zweiten Unternehmen hatte die Technologie bislang überhaupt keine Auswirkungen auf den Personalbedarf.
Grundlage sind die Ergebnisse einer Befragung von 102 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Alle befragten Unternehmen setzen KI bereits in ihren Geschäftsprozessen ein.
„KI macht viele Bürotätigkeiten und insbesondere auch die Softwareentwicklung effizienter“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Startups seien technologische Vorreiter und zugleich besonders darauf angewiesen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst effizient einzusetzen.
Startups beschäftigen im Schnitt zwölf Mitarbeiter
Die durchschnittliche Größe der befragten Startups ist zuletzt leicht gesunken. Aktuell beschäftigen sie im Schnitt zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und haben eine offene Stelle. Vor einem Jahr waren es durchschnittlich 13 Beschäftigte, 2024 lag der Wert noch bei 15.
Für das laufende Jahr sind die Unternehmen dennoch überwiegend optimistisch. 62 Prozent der Startups rechnen 2026 mit steigenden Beschäftigtenzahlen. Wer zusätzlich einstellen will, plant im Durchschnitt vier neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Lediglich 6 Prozent erwarten einen Stellenabbau. Rund ein Viertel der Startups (26 Prozent) geht davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten unverändert bleibt.
KI soll künftig seltener direkt Stellen kosten
Auch für die kommenden zwölf Monate rechnen die Startups nicht mit einer großen KI-bedingten Entlassungswelle. Nur 2 Prozent gehen davon aus, wegen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz Stellen abzubauen.
Deutlich häufiger dürfte KI allerdings dazu führen, dass frei werdende oder ursprünglich geplante Stellen gar nicht erst besetzt werden. 28 Prozent wollen aufgrund von KI auf Neueinstellungen verzichten.
Andererseits erwarten 19 Prozent der Startups, dass sie gerade wegen des KI-Einsatzes zusätzliches Personal benötigen. Bei 47 Prozent dürfte KI nach Einschätzung der Unternehmen keinen Einfluss auf den Personalbedarf haben. Weitere 7 Prozent sind noch unsicher oder machten dazu keine Angaben.
Damit zeichnet sich für den Startup-Arbeitsmarkt ein differenziertes Bild ab: KI ersetzt zwar bestimmte Tätigkeiten und kann den Bedarf an Neueinstellungen reduzieren. Gleichzeitig entstehen durch ihren Einsatz neue Aufgaben und damit auch zusätzlicher Personalbedarf. Insgesamt rechnen die meisten Tech-Startups trotz zunehmender Automatisierung weiterhin mit wachsenden Teams.