Studie fragt: Macht Multitasking bessere Ergebnisse?

© Thodoris Tibilis - Fotolia.com

Multitasking ist ein wesentliches Merkmal der modernen, immer schneller werdenden Arbeitswelt. Es wird mit hohen Leistungsanforderungen, Druck und besonderer Eignung für moderne Berufe verbunden. Aber ist Multitasking wirklich erstrebenswert oder führt es eher zu Fehlern? Ein Projekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) untersuchte Fehlererkennungs- und -verarbeitungsprozesse. Der BAuA-Bericht „Multitasking und Auswirkungen auf die Fehlerverarbeitung – Psychophysiologische Untersuchung zur Analyse von Informationsverarbeitungsprozessen“ zeigt, dass gleichzeitiges Bearbeiten von Aufgaben deren Ausführung beeinträchtigt und die Fehlerverarbeitung verändert.

Multitasking und häufige Arbeitsunterbrechungen gehören an vielen Arbeitsplätzen daher schon längst zum Alltag. Arbeitsprozesse und Entwicklungen der modernen Informations- und Kommunikationstechnik verdichten sich zunehmend in der Arbeitswelt, sodass Beschäftigte dazu neigen mehrere Anwendungen zu nutzen und mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Im Rahmen des BAuA-Projekts erforschten Experten, ob im Gehirn eine simultane Verarbeitung von zwei aufmerksamkeitsintensiven Prozessen möglich und vorteilhaft ist.

Zur Bestimmung altersabhängiger Effekte wurden zwei Altersgruppen erwerbsfähiger Population untersucht (20- bis 35-Jährige und 50- bis 60-Jährige). Die Probanden bearbeiteten zeitgleich eine visuell-manuelle Computeraufgabe und eine auditiv-sprachliche Entscheidungsaufgabe. Mit einem speziellen Verfahren wurden Parameter hirnelektrischer Aktivität ausgewertet. Unter Anderem wurden Verhaltensdaten wie Reaktionszeiten, Fehlerraten und fehlerbedingter Reaktionsverzögerung beurteilt. Ziel war es eine Verbindung zwischen Multitasking und dem modernen Bildschirmarbeitsplatz zu schaffen.

Die laborexperimentellen Untersuchungen liefern jedoch ernüchternde Ergebnisse: Je höher die kognitive Beanspruchung der gleichzeitig auszuführenden Tätigkeiten, umso mehr Zeit- und Ressourcenverluste, Qualitätseinbußen und physiologische wie psychische Fehlbeanspruchungen werden beobachtet.

„Multitasking und Auswirkungen auf die Fehlerverarbeitung – Psychophysiologische Untersuchung zur Analyse von Informationsverarbeitungsprozessen“; Xenia Weißbecker-Klaus; 1. Auflage. Dortmund/Berlin/Dresden; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014; 83 Seiten; ISBN: 978-3-88261-006-2.
Eine Version im PDF-Format können Sie hier herunterladen.

Related Post

Auftakt für den Hessischen Gründerpreis "Der hessische Gründerpreis ist eine hervorragende Möglichkeit, das eigene Unternehmen einem breiten Publikum vorzustellen und die eigene Leistungsfäh...
Termin-Highlights vom 19. bis 25. September 2016 Und jetzt zum Wetter: Der Sommer ist vorbei. Glaubt man gar nicht. Aber ein eindeutiges Indiz, dass der Herbst begonnen hat, ist unser gut gefüllter E...
Termin-Highlights vom 18. bis 24. April 2016 God save the Queen! Long live the noble Queen! Elizabeth II. wird 90. Die ewige Lizzy regiert seit mehr als 60 Jahren das Vereinigte Königreich - in g...
Termine KW 46-2014 vom 10. bis 16. November Am Donnerstag, dem 13. November ist Weltnettigkeitstag. Sagt jedenfalls mein alter Kalender. Im neuen und auch im Netz ist dazu nichts zu finden. Wurd...

21. Februar 2014

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5,00 von 5 Sterne, basierend auf 5 abgegebenen Stimmen)
Loading...

Fair Kommentieren!

Wir freuen uns auf heiße Diskussionen und scharfe Kommentare - und auf einen respektvollen Umgangston! Persönliche Angriffe und Beleidigungen haben auf Gründerküche.de nichts verloren!