Verkehrte Welt: Frank Thelen pitcht das erste Mal selbst und gewinnt

Ein Startup, das auf sein Investment Angebot nicht reagiert – für Frank Thelen eine ungewohnte Situation. Doch der Tech-Investor gibt nicht auf und überzeugt die Gründer der Unternehmens-Software Xentral. Zusammen soll eine bedeutende Unternehmens-Software Plattform entstehen.

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Frank Thelen, CEO von Freigeist Capital und Investor aus “Die Höhle der Löwen” ist es gewohnt, dass Gründer um seine Firmenbeteiligung pitchen. Dem Startup Xentral war das ziemlich egal: Durch Zufall wird Alex Koch, CTO von Freigeist Capital auf die Unternehmens-Software aufmerksam und ist von der Flexibilität des Systems so begeistert, dass er die Gründer kennen lernen will.

“Ich konnte gar nicht glauben, dass ein Team unter zehn Leuten hinter diesem herausragenden Produkt steckt. Vor Ort habe ich mir das Team und die Software-Architektur angesehen und war wirklich begeistert”, sagt Koch. Zurück in Bonn führt sein Weg direkt in Frank Thelens Büro. “Alex kam rein und sagte, das ist die beste Unternehmens-Software, die ich gesehen habe. Wir haben ihnen sehr schnell ein Beteiligungs-Angebot gemacht, doch von Xentral hat sich erst mal keiner gemeldet. Das hatten wir so auch noch nie”, sagt Thelen.

Xentral-Geschäftsführer Benedikt Sauter arbeitet zu dieser Zeit mit seinem Team an vier Großprojekten und stellt die Überlegungen für das Investment vorerst hinten an. “Wir hatten schon immer die Devise, dass die Stabilität des Systems und die Kundenzufriedenheit oberste Priorität haben”, erklärt Sauter. Diese Mentalität schätzen seine Kunden, zu denen unter anderem Flyeralarm, Würzburger Kickers und Paul Hewitt zählen.

© Xentral / Z-Studio GmbH

Doch Frank Thelen und Alex Koch lassen nicht locker. “Xentral ist eine neue, revolutionäre Lösung, die genau die Flexibilität bietet, die der wachsende eCommerce-Bereich braucht. Wir wollten unbedingt einsteigen und haben darum noch mal deutlich gemacht, was wir bieten können und dass wir als Freigeist nicht nur das Kapital, sondern auch das Netzwerk dazu geben können”, sagt Thelen.

Nach einem Besuch in Bonn war schnell klar, dass Freigeist Capital und Xentral nicht nur die gleichen Programmiersprachen sprechen. “Nach den ersten gemeinsamen intensiven Diskussionen, war klar: wir ticken gleich. Das war für mich das Ausschlaggebende für eine gemeinsame Zusammenarbeit”, erklärt Benedikt Sauter. Durch das Investment kann Sauter die nötigen Ressourcen aufbauen, um das ERP-System so zu erweitern, dass es international skalieren kann.

Die gemeinsame Arbeit hat auch direkt begonnen: Xentral ist bereits in ein größeres Büro gezogen und will sein Team bis Ende 2018 auf 50 Mitarbeiter ausbauen. Die nächsten Schritte sind die Expansion in den europäischen Raum und die Weiterentwicklung des Leistungskatalogs, damit Xentral im internationalen Vergleich ganz oben mitspielen kann. “Xentral wird etwas ganz Großes, vor dem sich SAP und Co. in Acht nehmen müssen”, sagt Thelen.

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