Zufriedene Gründer: Die wichtigsten Fakten über Deutschlands Startups

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In diesem Jahr zeichnet der Deutsche Startup Monitor bereits zum dritten Mal das schärfste Bild, das wir von der deutschen Startup-Szene haben. Mehr als 1000 Gründer haben 2015 an der Studie, die von Bundesverband Deutsche Startups initiiert und von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin umgesetzt wurde, teilgenommen. Mehr als 80 Gründungsnetzwerke haben die Umfrage unterstützt. Insgesamt repräsentiert der DSM 1000 Startups, etwa 3000 Gründer und 16 000 Mitarbeiter in Startups.

 

Berlin ist nach wie vor die Startup-Hauptstadt Deutschlands. Die meisten Startups in Deutschland – etwa ein Drittel – sind hier ansässig. Neben Berlin wurden auch München, Hamburg, die Metropolregion Rhein-Ruhr sowie dieses Jahr auch erstmals Stuttgart-Karlsruhe als Startup-Cluster untersucht.

Startups weiter auf Wachstumskurs

Startup-Gründer schauen positiv in die Zukunft: 89,3 Prozent der Gründer sind mit der gegenwärtigen Geschäftslage zufrieden, 76 Prozent gehen von einer Verbesserung in den kommenden sechs Monaten aus. Obwohl etwas konservativer als im letzten Jahr geplant wird, wirkt sich diese Zuversicht auch auf ihre Rolle als Jobmotoren aus. Deutsche Startups schaffen im Durchschnitt 17,6 Arbeitsplätze, in Berlin sogar 27,7. Sie wollen in den kommenden zwölf Monaten acht neue Mitarbeiter einstellen – somit werden im nächsten Jahr voraussichtlich fast 50 000 neue Stellen in der Startup-Szene entstehen.

Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Startups e.V.: „Die Ergebnisse des Deutschen Startup Monitors (DSM) 2015 machen eines deutlich: die Startups in Deutschland sind nicht mehr aus Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft wegzudenken. Sie werden der Mittelstand von morgen, und ich bin sicher, dass sich unter den 6000 Startups auch einige Weltmarktführer von morgen befinden.“

Startups sind international – Berlin und München vorne

22 Prozent der Arbeitnehmer in Startups haben keine deutsche Staatsbürgerschaft, die meisten stammen hierbei aus der Europäischen Union (13,3 Prozent). Mit einem Anteil von 33,7 Prozent ausländischen Mitarbeitern sind Berliner Startups am internationalsten – auf Platz zwei folgt München mit einem Anteil von 26,7 Prozent ausländischen Mitarbeitern. Knapp zehn Prozent der Gründer von Startups stammen ebenfalls aus dem Ausland, wobei der Anteil der ausländischen Gründerinnen höher ist, als der der Gründer.

Tim Dümichen, Partner von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG: „Deutschland ist für internationale Fachkräfte und Unternehmer ein attraktiver Standort. Sie kommen zu uns und schaffen Wachstum und Arbeitsplätze. Umso wichtiger ist es, dass wir uns bemühen, ihnen den Start auch in den Behörden und auf der Ebene der Verwaltung zu verbessern. Gründer und Fachkräfte sollten nicht an komplizierten Anträgen und Sprachbarrieren scheitern.“ Drei von vier Startups (75 Prozent) planen eine weitere Internationalisierung.

Gründer sind Überzeugungstäter – und bleiben es

Rund 45 Prozent der Startup-Gründer haben bereits mehr als das aktuelle Startup gegründet, etwa jeder Fünfte (21,2 Prozent) hat sogar schon zwei oder mehr Unternehmen gegründet. Ein Drittel der Startup-Gründer haben ein zuvor gegründetes Startup eingestellt. Mehr als 80 Prozent aller Startup-Gründer würden auch nach der Aufgabe ihrer aktuellen Unternehmung weiterhin einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen. 87,2 Prozent halten sogar den Verbleib im Unternehmen für wahrscheinlich: Sie streben keinen schnellen Exit an.

Sven Ripsas, Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR): „Startup-Gründer zeichnen sich durch eine große Begeisterung für ihre Produkte und Dienstleistungen und das Leben als Entrepreneur aus. Die Zahlen zeigen: Startup-Gründer haben eine höhere Lebenszufriedenheit als Angestellte und sind weitaus zufriedener als Angestellte.“ Das deutsche Bildungssystem müsse laut Ripsas diesen Zahlen Rechnung tragen, unternehmerisches Denken und Handeln besser in den Schulen und Hochschulen vermitteln und innovative Selbstständigkeit als spannenden Lebensweg aufzeigen. „Denn: wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, der bleibt dabei.“

Finanzierung – Business Angels gewinnen an Bedeutung

Die im Deutschen Startup Monitor befragten Startups haben mehr als eine Milliarde Euro erhalten. Als wichtigste Kapitalquelle bei der Finanzierung nennen die allermeisten Startup-Unternehmer (79,9 Prozent) die eigenen Ersparnisse, gefolgt von der Unterstützung durch Freunde und Familie (32 Prozent). Immerhin jeder Fünfte (20 Prozent) hat sein Unternehmen unter anderem mit Venture Capital finanziert – jeder Dritte mit der Hilfe von Business Angels (29,7 Prozent). Mithin sind die Business Angels die wichtigsten externen Kapitalgeber.

Zahl der Gründerinnen steigt

Rund 13 Prozent der Gründer sind weiblich, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg bedeutet. Männer sind bei der Gründung im Schnitt 34,9 Jahre alt, Frauen 35,1 Jahre alt. Florian Nöll: „Ob sich hier schon ein Trend zeigt, bleibt abzuwarten. Aber wir sind zuversichtlich, dass unser Engagement, Vorbilder sichtbar zu machen und die Vernetzung voranzutreiben, langsam Früchte trägt. Deutschland verdient mehr Frauen in Führungspositionen – auch in der Startup-Szene.“

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25. September 2015

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