5 Tipps für die richtige Bewerbung in einem Startup

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Die bunte knallige Startupwelt. Wer einmal Blut geleckt hat, will meist gar nicht mehr zurück: Wen lockt schon der trockene 08/15-Job, bei dem es Filterkaffee gibt und freitags alle um 13 Uhr die Stühle hochstellen. Aber wie bewerbe ich mich eigentlich bei einem Sartup? Und wie überzeugt man ein junges Unternehmen oder eine frische Gründung von sich?
Wir verraten Euch 5 Tipps und Tricks, wie Ihr die HRler um die Finger wickelt.

1. Mut und Kreativität zeigen

In der Startupwelt geht es – oft – etwas lockerer zu als in Konzernen oder alteingesessenen Mittelalterkästen. Das heißt: Ihr dürft Euch mehr trauen, denn viele Startups kann man auch mit einer „coolen“ Bewerbung von sich überzeugen. Während bei Behörden und Unternehmensberatungen ein klassischer Aufbau empfehlenswert ist, sind zweispaltige Designs, Kurzprofile, Farbhervorhebungen und andere Spielereien bei jüngeren Unternehmen durchaus erlaubt.

Hier ein paar Beispiele:

  • ein Farbbalken (eventuell sogar an das CI des Startup angepasst) oben und unten jeweils im Lebenslauf und Anschreiben
  • eine andere Formatvorlage: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Querformat? Eigentlich ist alles erlaubt, Hautsache die Übersicht leidet nicht unter dem Layout.
  • eine auffallende Darstellung euer Fähigkeiten, zum Beispiel euren EDV- und Sprachkenntnissen oder Charaktereigenschaften, mit Sternchen oder anderen Symbolen, wie man sie aus den Ratings von Internetseiten kennt.

sternchen-sprachkenntnisse

2. Initiativbewerbung

Euch gefällt ein Unternehmen und vor allem die Art und Weise, wie es nach außen hin auftritt? Dann ist es ein Versuch wert, sich initiativ zu bewerben! Viele kleinere Unternehmen oder Startups haben noch gar keinen Human Ressources-Apparat und sind vielleicht noch gar nicht aktiv auf der Suche nach Mitarbeitern. In diesem Falle seid Euch bewusst: Eventuell kreiiert Ihr erst mit Eurer Bewerbung einen Bedarf – das ist ein bisschen, wie ein neues Produkt in den Markt einführen…

Bei der Initiativbewerbung gilt:

Nicht lange rumfackeln („Hiermit möchte ich mich bei Ihnen bewerben…“), sondern
gleich zum Wesentlichen kommen: Geht darauf ein, warum Ihr so begeistert von dem Unternehmen seid. Vielleicht habt Ihr sogar Verbesserungspotential auf der Seite entdeckt und könnt das direkt mit Euren Stärken und Erfahrungen verknüpfen.

Hier ein Beispiel für einen solchen Text:

„Neben eurer Website habe ich auch eure Social-Media Kanäle interessiert verfolgt. In meinem letzten Praktikum habe ich mich intensiv mit Facebook- und Twitter-Marketing beschäftigt und mir kamen direkt ein paar Ideen, wie ich Eure Community noch schneller zum Wachsen bringen kann. Vielleicht kann ich Euch diese in einem Vorstellungsgespräch näher erläutern.“

3. Sie und Du – Die richtige Tonalität finden

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Gleich duzen oder doch eher siezen? Von vornherein die richtige Ansprache zu finden, ist in Startups gar nicht so einfach. Und gleich hinterher: es gibt hier kein Patentrezept. Was Ihr allerdings machen könnt ist folgendes:
Schaut euch genau an, wie die Seite aufgebaut ist. Wie ist die allgemeine Tonalität? Wird der Kunde gesiezt? Wie kreativ ist die Seite aufgebaut? Auch spannend ist die „Job“-Seite. Je kreativer und lockerer diese ist, desto einfacher sollte Euch auch ein lockerer Umgangston fallen.
Wenn Ihr unsicher seid: auf jeden Fall siezen! Ansonsten fühlt sich der Personaler womöglich noch auf den Schlips getreten, weil Ihr seinen Aufgabenbereich nicht genug wertschätzt – das ist natürlich vermeidbar.

Gründerrat:

Am besten ruft Ihr vorher an und erkundigt Euch zum Beispiel darüber, an wen Ihr Eure Bewerbung richten sollt. So erfahrt Ihr direkt den richtigen Ansprechpartner und Ihr hört heraus, wie man Euch begegnet – mit Sie oder Du. Oft kommt es vor, dass Startups noch keine Personalabteilung haben, in dem Fall erfahrt Ihr dann auch direkt, ob eure Bewerbung vielleicht direkt an den CEO geht.

4. Kurzprofil im Lebenslauf benutzen

In Deutschland noch eher unüblich, ist das Kurzprofil in englischen Lebensläufen schon etabliert. Hierbei handelt es sich um einen 2 bis 3-Zeiler, der die Allerwichtigsten Informationen über den Bewerber zusammenfasst.

Hier ein Beispiel für ein Kurzprofil:

„Drei Jahre Erfahrung als Marketing Manager an der Schnittstelle zum Business Development und IT. Durchsetzungsfähig, strukturiert und ein besonders positives Gespür im Umgang mit Kollegen/innen.“

Der Personaler sieht hier auf einen Blick nicht nur die für die Stelle relevante Berufserfahrung, sondern bekommt auch einen ersten persönlichen Eindruck vom Bewerber. Das Kurzprofil bietet sich auch sehr gut dafür an, um stichpunktartig einen Einblick in die ehemaligen Aufgaben und damit erlangten Kenntnisse hervorzuheben.

Ein weiteres Beispiel für ein Kurzprofil:

„Bewerbung als Online-Marketing Manager:
Akquise neuer Partner (Affiliate Marketing)
Sicherer Umgang mit Google Analytics, Sistrix und Xovi
Schwerpunkt: Konzeption neuer Reichweitenkampagnen
Ausführliche Durchführung Markt- und Wettbewerbsanalysen“

5. Stimmige Social-Media Profile

Worauf sich jeder Bewerber einstellen sollte, ist die Möglichkeit, dass der Personaler einen ausführlichen digitalen Fingerabdruck nehmen wird.

Hier ein paar Tipps für ein gutes Gesamtbild in Sozialen Medien:

xingEine gute Möglichkeit, sich noch intensiver vorzustellen, ist mit dem eigenen Xing-Profil. Achtet darauf, dass alle angegebenen Daten auch mit denen des Lebenslaufes übereinstimmen. Wäre etwas peinlich, wenn hierdurch Ungereimtheiten entstehen. Auch den Bereich „Ich suche“ und „Ich biete“ kann man gerne nochmal etwas bestücken. Das gibt einen weiteren Einblick in Soft Skills und sonstige Charaktereigenschaften.

facebookÜberprüft, wie viele Informationen in Eurem öffentlichen Profil einsehbar sind. Dass Ihr ein Privatleben habt, in dem Ihr auch gern mal einen über den Durst trinkt, ist genau richtig und kein Problem. Allerdings kann man in der Bewerbungsphase vielleicht die Privatsphäre-Einstellungen etwas erhöhen und nicht jedes Bild der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Fazit: mehr Risikobereitschaft zeigen

Bei einer Bewerbung im Startup gelten häufig andere Spielregeln. Wichtig ist immer, dass der Personaler trotzdem die wichtigsten Informationen oben gebündelt auf einen Blick sieht – alles andere ist Eurer freien Entscheidung und kreativen Entfaltung selbst überlassen. Ob zweispaltiges Design, auffallender Aufbau des Lebenslaufes oder ein an die Tonalität des Startups angepasstes Bewerbungsanschreiben: das Wichtigste ist, sein Glück überhaupt herauszufordern!

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