Das Low-Budget Büro: 5 Tipps wie ihr mit kleinem Budget euer Büro einrichten könnt

Das Büro ist nicht länger nur ein Ort zum Arbeiten, sondern zunehmend auch zum Verweilen. Doch wo Google und Co Raumdesigner und riesige Budgets haben, sind Startups in der Regel mit nur einer groben Vorstellung eines coolen Büros und leeren Taschen konfrontiert. Unsere Gastautorin Jana Ehret, Geschäftsführerin der Co-Work & Play GmbH, hat 5 Tipps für euch, wie ihr euer Büro mit kleinen Mitteln zu einem einzigartigen Ort mit Wohlfühlcharakter macht.

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Blauer Teppichboden, schwarze Tische und weiße Wände prägten unser Bild vom Büro über Jahrzehnte – klassisch, funktional und langweilig.

2017 ist das Büro eine Kunst für sich. Große Player wie Google und Facebook legten mit ihren weltweiten Offices die Messlatte hoch im Hinblick auf Bürostandards. Das Büro ist nicht länger nur ein Ort zum Arbeiten, sondern zunehmend auch zum Verweilen. Es ist ein Ort, wo man sich wohlfühlt. Doch wo Google und Co Raumdesigner und riesige Budgets haben, sind Startups in der Regel mit nur einer groben Vorstellung eines coolen Büros und leeren Taschen konfrontiert.

So ging es auch uns wir im Dezember 2016 anfingen unseren 1.200 qm großen Coworking Space „Co-Work & Play“ einzurichten. Mit unserem Gesamtbudget hätten wir im besten Fall einen Design-Entwurf bekommen. Da muss man schon erfinderisch werden. Aus unseren Erfahrungen könnt ihr lernen: Hier fünf Tipps, wie auch ihr euer Büro mit kleinen Mitteln zu einem einzigartigen Ort mit Wohlfühlcharakter macht.

Tipp 1: Zonen Schaffen

Gut strukturierte Räume sind das A und O eines jeden Büros. Bereiche, wo man ungestört und konzentriert arbeiten kann sind genauso wichtig, wie Bereiche, wo man sich austauschen und netzwerken kann. Im Co-Work & Play haben wir einen Arbeitsbereich, wo man entweder an einer langen Workbench oder in kleinen Gruppen an einzelnen Tischinseln arbeiten kann. Hier herrscht im gesamten Arbeitsbereich absolute Bibliotheksatmosphäre. Zum Telefonieren stehen Telefonboxen in der Lounge bereit. Daneben gibt es verschiedene „Knautsch-Zonen“ mit Sitzsäcken und Sofas. Eine Lounge mit einem großen Esstisch ist das kommunikative Zentrum und lädt zum Verweilen ein.

Tipp 2: Die Mischung macht´s

Unser Innovationspace

 

Möbel müssen nicht zwangsläufig teuer sein. Nehmt Geld in die Hand, wo es wirklich sinnvoll ist. Dazu zählen vor allem gute Bürostühle und Lampen. 300-500 Euro pro Stuhl und 200 bis 300 Euro pro Stehlampe solltet ihr hierbei einplanen. Beim Büromöbelanbieter „INWERK“ seid ihr diesbezüglich gut aufgehoben. Bei Tischen oder Regalen darf es dann auch günstiger sein. Für das Co-Work & Play haben wir auf die Business-Line „BEKANT“ des schwedischen Möbelgiganten „IKEA“ zurückgegriffen. Diese ist eine stabile und kostengünstige Alternative. Ferner macht man mit dem „KALLAX“-Regal (ab 19,99 Euro) nichts falsch. Dieses gibt es in verschiedenen Farben und Formen und lässt sich vielfältig im Raum verwenden. Daneben empfiehlt sich regelmäßig Flohmärkte aufzusuchen und sich Sperrmüll mal genau anzuschauen. Es ist irre, was zum Teil weggeschmissen wird. Die Kombination macht’s!

Unser Eltern-Bereich

 

Tipp 3: No-Name statt ein Vermögen für Marken

Ganz gleich oder VITRA- oder Bene-Look-a-likes, mittlerweile gibt es im Ausland tolle und qualitativ hochwertige Designermöbel zum Bruchteil des Originalpreises. Hier geht nichts über Recherche und Durchhalte. Wie haben uns ganze Nächte lang Bilder und Webseiten hin und her geschickt, bis wir alles zusammen hatten. Auf der Website „SuperStudio“ zum Beispiel gibt es eine tolle Auswahl an Stühlen – made in Spain. Beachtet dabei nur, dass die Möbel in der Regel eine viel längere Lieferzeit haben. Doch dass das Warten sich lohnt, wisst ihr spätestens dann, wenn man euch fragt, wie man sich als Startup VITRA-Schaukelstühle leisten kann und ihr mit einem Lächeln erwidern könnt: „gar nicht, das ist nicht VITRA“.

 

Tipp 4: Mut zum DIY

Einzelne Möbel lassen sich gut selber herstellen. Dabei sind der Phantasie fast keine Grenzen gesetzt. Eine Platte mit zwei Bauböcken ergeben einen tollen – und einzigartigen – Tisch.
Für das Co-Work & Play haben wir eine Rückzugsgelegenheit in Form eines Nappingrooms benötigt. Da sich das leider nicht in unserer Fläche realisieren ließ, haben wir Napping-Cubes auf Rollen gebaut. Diese sind mit einem Teppich verkleidet und können mit einem Vorhang von dem ganzen Open-Space-Trubel separiert werden.

Unsere Napping-Cubes

Ein weiteres leicht nachzubauendes Element ist unsere Holzwand hinter dem Empfang. Mit Hilfe einer Unterkonstruktion sowie ein paar Holzteilen und Leim lässt sich das schnell nachbauen.

Unsere Holzwand am Empfang

Geheimtipp:

Wem es selbst an handwerklichen Geschick fehlt, der sollte sich in Kunsthochschulen umsehen. Hier gibt es viele kreative Köpfe, die sich über Herausforderungen freuen. Natürlich gibt es auch Hersteller, die fertige Panele anbieten, wie bei Holz-direkt24.com

Tipp 5: Keine Angst vor Farben

Farben bringen Leben in einen Raum und werten ihn gleichzeitig auf. Ganz gleich ob Tapeten, kleine Farbakzente oder Wanddekorationen, vieles ist schnell nachgemacht. Bei der Wandgestaltung im Co-Work & Play ging es uns vor allem darum, die einzelnen Zonen auch farblich voneinander zu unterscheiden. So erstrahlt das Eltern-Kind-Büro in hellen Gelb- und Rot-Tönen während der reine Arbeitsbereich von kühlen Blau- und Grau-Tönen dominiert wird. Einen schönen Blickfang in diesem Zusammenhang sind übrigens auch Graffitis.

Wanddesign mit Grafitti

Schaut hierfür mal bei studioNAXOS vorbei. Da gibt es viele junge Graffiti-Künstler, die sich über einen Einsatz freuen.

Eine weitere Inspirationsquelle für Wandgestaltungen ist auch Pinterest. Hier gibt es neben Bildern zum Teil auch ganze Step by Step Anleitungen.

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