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Die GmbH – soli­de und geach­tet: 6 Fak­ten zur Gesell­schaft mit beschränk­ter Haftung

Immer­hin haben die Deut­schen die GmbH erfun­den – und nicht nur hier­zu­lan­de gilt sie als soli­de, ver­trau­ens­wür­di­ge Rechts­form, die seit eini­gen Jah­ren auch ohne hohes Stamm­ka­pi­tal gegrün­det wer­den kann.

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Immer­hin haben die Deut­schen die GmbH erfun­den – und nicht nur hier­zu­lan­de gilt sie als soli­de, ver­trau­ens­wür­di­ge Rechts­form, die seit eini­gen Jah­ren auch ohne hohes Stamm­ka­pi­tal gegrün­det wer­den kann.

Fakt 1: GmbH = Gesell­schaft mit beschränk­ter Haftung

Die GmbH ist eine Kapi­tal­ge­sell­schaft, bei der die Gesell­schaf­ter nicht mehr mit ihrem Pri­vat­ver­mö­gen haf­ten müs­sen, son­dern die maxi­ma­le Haf­tungs­sum­me nur noch das Ein­la­ge­ka­pi­tal der Gesell­schaft dar­stellt. Das bie­tet einen wich­ti­gen Schutz für die Gesell­schaf­ter, der bei ande­ren Rechts­for­men, wie etwa der GbR, so nicht gege­ben ist. In Deutsch­land beträgt das Stamm­ka­pi­tal der GmbH dabei 25.000 Euro, in ande­ren Län­dern ist das zumeist ähnlich.

Fakt 2: Ein­tra­gung der GmbH ins Han­dels­re­gis­ter ist Pflicht.

Jede GmbH muss im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen sein – zustän­dig ist dabei das jewei­li­ge Regis­ter­ge­richt an dem Ort, an dem die GmbH ihren Sitz hat. Für die Ein­tra­gung muss in jedem Fall auch der obli­ga­te Gesell­schaf­ter­ver­trag, für den es beson­de­re gesetz­li­che Vor­schrif­ten gibt, unter­zeich­net und nota­ri­ell beur­kun­det sein. Außer­dem muss auch min­des­tens die Hälf­te des Stamm­ka­pi­tals bereits ein­ge­zahlt sein, bevor eine Ein­tra­gung erfol­gen kann. Auch vor der Ein­tra­gung ist die GmbH aller­dings als Vor-Gesell­schaft bereits teil­rechts­fä­hig und kann Rechts­ge­schäf­te abschlie­ßen. Bis zur Grün­dung haf­ten die Gesell­schaf­ter für Ver­bind­lich­kei­ten aber unge­teilt und gesamtschuldnerisch.

Fakt 3: gGmbH – die GmbH für sozia­le und gemein­nüt­zi­ge Zwecke

Nicht nur Ver­ei­ne kön­nen sich gemein­nüt­zi­gen Auf­ga­ben und sozia­len Anlie­gen wid­men – dafür steht auch die Rechts­form der GmbH zur Ver­fü­gung. In die­sem Fall als eine Son­der­form, der gGmbH oder gemein­nüt­zi­gen GmbH, für die alle Vor­schrif­ten exakt gleich gel­ten. Auf­grund der Haf­tungs­si­cher­heit und dem all­ge­mein soli­den Ruf, den die GmbH im Wirt­schafts­le­ben genießt, bie­tet sich die gGmbH in vie­len Fäl­len als eine gute Lösung an.

Grün­der­rat:

Ein gemein­nüt­zi­ges Unter­neh­men kann auch als Mini-GmbH gestar­tet wer­den, also als Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (UG). Damit die Gemein­nüt­zig­keit vom Finanz­amt aner­kannt wird, ist die For­mu­lie­rung des Geschäfts­zwe­ckes das A und O. Pro­fes­sio­nel­le Anbie­ter haben sich auf die Grün­dung sol­cher gGmbH oder gUG spe­zia­li­siert und bie­ten spe­zi­el­le Fir­men­grün­dungs­pa­ke­te für die Grün­dung von Gemein­nüt­zi­gen Unter­neh­men an.

Fakt 4: Zwi­schen­halt UG („Mini-GmbH“) – die GmbH für Existenzgründer

Da das rela­tiv hohe Stamm­ka­pi­tal für vie­le Exis­tenz­grün­der eine oft nur schwer zu neh­men­de Hür­de bil­det, gibt es seit 2008 auch die Mög­lich­keit, eine soge­nann­te Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt) oder UG (haf­tungs­be­schränkt) zu grün­den. Hier beträgt das Stamm­ka­pi­tal ledig­lich 1 Euro, die Grün­dung geht anhand eines Mus­ter­for­mu­lars sehr ein­fach und kos­ten­güns­tig, in der Regel sind dazu nur zwi­schen 300 und 400 Euro ein­zu­pla­nen. Die Bedin­gun­gen des Gesell­schafts­ver­trags sind aller­dings auf die Mus­ter­be­din­gun­gen beschränkt, die nicht ver­än­dert wer­den dür­fen, zudem müs­sen aus den jähr­li­chen Über­schüs­sen Rück­la­gen gebil­det wer­den, die dann spä­ter das Stamm­ka­pi­tal bil­den. Sind 25.000 Euro erreicht, kann die UG (haf­tungs­be­schränkt) in eine regu­lä­re GmbH umge­wan­delt wer­den. Auch für die gGmbH ist die Grün­dung einer Unter­neh­mer­ge­sell­schaft auf dem glei­chen Weg mög­lich, was für vie­le sozia­le Initia­ti­ven eine sehr wert­vol­le Mög­lich­keit darstellt.

Fakt 5: GmbH Gesell­schaf­ter, Geschäfts­füh­rer und Auf­sichts­rat definieren

Grund­sätz­lich kann jede natür­li­che, aber auch jede juris­ti­sche Per­son (also ein Unter­neh­men) Gesell­schaf­ter einer GmbH wer­den. Die GmbH kann auch allein aus einem Gesell­schaf­ter bestehen, und damit eine Ein­mann-GmbH sein. Ein Geschäfts­füh­rer ist bei der GmbH Pflicht, ein Auf­sichts­rat nur dann, wenn min­des­tens 500 Mit­ar­bei­ter beschäf­tigt wer­den. Frei­wil­lig ist das aber jeder­zeit eben­falls mög­lich. Der Geschäfts­füh­rer kann ent­we­der ein Gesell­schaf­ter sein, aber auch ange­stellt wer­den. Ihn tref­fen eini­ge beson­de­re gesetz­li­che Pflichten.

Fakt 6: Auf­wand und Nut­zen – die GmbH und Steuern

Als Kapi­tal­ge­sell­schaft tref­fen die GmbH umfang­rei­che­re steu­er­li­che Ver­pflich­tun­gen, aber auch umfang­rei­che­re Buch­hal­tungs­pflich­ten. Für vie­le stellt das ein Argu­ment gegen die GmbH dar – aller­dings muss man, ins­be­son­de­re was die Buch­hal­tungs­pflich­ten angeht, auch fest­hal­ten, dass die Ver­pflich­tung zur Bilan­zie­rung und die beson­de­ren Buch­hal­tungs­auf­la­gen auch im Sin­ne eines weit­bli­cken­den Wirt­schaf­tens durch­aus Vor­tei­le haben. Die beson­de­ren Auf­la­gen brin­gen auch einen bes­se­ren Über­blick über die finan­zi­el­le Gesamt­la­ge des Unter­neh­mens zu jedem Zeitpunkt.

Die gGmbH ist – als rein gemein­nüt­zi­ges Unter­neh­men – in der Regel steuerbefreit.

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