Basics: In drei Schritten zum passenden Webhosting

Welches ist das richtige Hosting für dein Projekt? Es scheint fast schon eine Mammutaufgabe zu sein, den passenden Webhoster zu finden. Zu groß ist die Auswahl an Hosting-Anbietern, zu komplex die Vergleichbarkeit. Auf welche Faktoren ihr bei der Wahl eures Webhosting-Anbieters besonders achten solltet, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Beim Webhosting geht es um mehr als nur ein Tool: Es ist die Basis für die komplette Website und damit verbundenen Dingen wie z. B. E-Mails. Die Einrichtung kostet einiges an Zeit und Energie und in der Regel auch Geld. Da jeder Umzug zu einem anderen Hoster weitere Zeit, Geld und Mühe kostet, solltet ihr eine längerfristige Bindung anstreben. Es lohnt sich also, vorher genau zu überlegen und zu vergleichen, welche Hoster auch perspektivisch zu euch und eurem Projekt passt.

Schritt 1: Klarheit, was genau ihr braucht

Auch wenn Webhoster auf den ersten Blick ähnlich wirken, unterscheiden sie sich doch in einigen Aspekten. Es ergibt jedoch wenig Sinn diese zu vergleichen, bevor nicht die eigene Liste an Prioritäten klar ist. Was benötigt man an Funktionen und was davon ist unabdingbar?

So kann z.B. klar sein, wie viel Speicher die Website benötigt. Unternehmen und Privatpersonen, die viel mit hochauflösenden Bildern oder Videos arbeiten, mehr Speicher brauchen. Gleiches gilt für Onlineshops, die aufgrund einer großen Produktauswahl auch viele Bilder bereitstellen.

Erste Tendenzen gibt es in Bezug auf die Leistung: Onlineshops oder häufig frequentierte Unternehmenswebsites werden in der Regel mehr Leistung benötigen, als eine statische Website oder eine einfache WordPress-Installation mit einer Handvoll Besuchen im Monat.

Je komplexer die Website, desto spezieller die Suche nach den gegebenen Rahmenbedingungen beim Webhoster. Braucht eine Erweiterung eine besondere Server-Konfiguration? Wird eine bestimmte PHP-Version benötigt? Diese Fragen dürften von dem technischen Ansprechpartner beantwortet werden.

Daneben spielen SSL-Zertifikate und Domains eine Rolle. Wer diese direkt beim Webhoster gebündelt nutzen will, sollte darauf achten, dass die gewünschte Domainendung und das SSL-Zertifikat angeboten werden.

Erwähnt sei natürlich der Support. Jeder Webhoster benötigt Mitarbeiter, die den Kunden bei Fragen rund um ihre Websites weiterhelfen. Je günstiger das Webhosting, desto weniger kann in Mitarbeiter im Support investiert werden – und in deren Ausbildung. Das Resultat: längere Wartezeiten bei telefonischem Support, lange Reaktionszeiten auf E-Mail-Anfragen oder lästige Weiterleitungsketten.

Zuletzt können es auch kleine hilfreiche Funktionen, wie automatische CMS-Updates und Backups sein, die einem als Websitebetreiber wichtig sind. Diese sparen wertvolle Zeit und erlauben so ein effizienteres Verwalten der Website. Umso wichtiger werden diese Funktionen, wenn nicht nur eine, sondern gleich mehrere Websites betreut werden.

Datenschutz & Stromverbauch: Mehr als Funktionen | Werte definieren

Viele Unternehmen und deren Kunden achten bei den Produkten und Leistungen zunehmend auf viel mehr, als nur einen günstigen Preis. Dazu kann auch der Webhoster gehören. Wer sich einen Webhoster aussucht, entscheidet heutzutage nicht mehr nur über die technische Grundlage für seine Website. Es geht z. B. auch um das Thema Datenschutz.

Wo stehen die Server des Webhosters und wie wird mit den Daten darauf umgegangen? Sind die Server des Webhosters z. B. in den USA, unterliegen sie anderen Gesetzen und Richtlinien, als es bei einem Rechenzentrum in Deutschland der Fall ist. Das kann bei der Website eines Autors, der lediglich sein neuestes Buch mit einem Link zum Verlag präsentiert, relativ egal sein. Geht es jedoch um Onlineshops, die neben Adressen auch die Zahlungsdaten ihrer Kunden speichern, spielt der Ort der Daten eine Rolle.

Neben dem Datenschutz ist das Thema Nachhaltigkeit zu erwähnen. Es gibt Webhoster, die ihren CO2-Fußabdruck durch Gegenmaßnahmen kompensieren. Da Rechenzentren sehr viel Strom verbrauchen, achten manche Webhoster besonders darauf, wie dieser hergestellt wird. Wieder andere setzen im Unternehmensalltag auf viele kleine Maßnahmen und versuchen so, einen grüneren Fußabdruck zu hinterlassen.

Schritt 2: Auswahlkriterien für euren richtigen Webhoster

Welche Prioritäten ihr setzt, müsst ihr selbst entscheiden – grunddsätzlich aber sind diese Faktoren wesentliche Punkte eures Hosting-Vertrages und damit für eure Entscheidung relevant.

Webhoster Auswahl Kriterium 1: Preis

Wirklich teuer muss Hosting nicht sein, insbesondere wenn ihr keine besonderen Ansprüche wie Video-Hosting oder ähnliches habt. Aber Vorsicht: Gerade die Angebote, die mit einem Euro pro Monat für die ersten 12 Monate werben, stellen sich dauerhaft als teurer heraus. Und die Idee, nach 12 Monaten den Hoster zu wechseln solltet ihr aufgeben – ein Umzug ist in der Regel so zeitaufwendig und teuer, dass ihr den vermeiden solltet. Folgende Gebühren können euch beim Hosting erwarten:

  • Setup-Gebühren (auch Einrichtungsgebühr genannt)
  • monatlicher Grundpreis
  • versteckte, zusätzliche Kosten (etwa für Domains, SSL Zertifikate, aktuellere PHP Versionen usw.)

Webhoster Auswahl Kriterium 2: Leistungsumfang

In der Regel bieten Hoster verschiedene Pakete: Vom Einsteiger mit nur weniger Speicherplatz, einer freuen Domain bis zum eigenen Server (also einem physischen Rechner im Rechenzentrum, der für euch reserviert ist). Welches Paket mit welchen Leistungen für euch relevant sein wird, müsst ihr am besten mit dem Kollegen besprechen, der für euch die Website aufbauen wird. Diese Leistungen gibt es bei Hostern:

  • Domains
  • Domains mit nicht .de Endungen
  • Datenbank Anbindung mit entsprechender MySQL Version
  • Datenbank-Performance
  • möglicherweise Einschränkungen bei auf dem Server verwendeten Programmiersprachen
  • unterstützte PHP Versionen inkl. Aktualisierungsintervalle

Webhoster Auswahl Kriterium 3: Speicherplatz

Generell sollte man darauf achten, dass man genug Speicherplatz hat. Mit der Zeit wächst die Datenbank und der belegte Speicher durch Bilder, Videos und Co. steigt deutlich.
Und man sollte auch schauen, dass genug Speicherplatz für Mails bereit steht.

Webhoster Auswahl Kriterium 4: Traffic-Limit

Auch wenn euch im Angebot “unbegrenzter Traffic” versprochen werdet – schaut auch im Kleingedruckten, was passiert, wenn bestimmte Traffic-Grenzen im Monat überschritten werden.

Webhoster Auswahl Kriterium 5: Verbote

Nicht alles kann bei allen Hostern auch gehostet werden, viele Anbieter verbieten zum Beispiel Chat-Software oder Pornografie – die benötigen viel Bandbreite und sind deshalb nicht überall gern gesehen. Prüft also, ob nicht etwa genau das verboten ist, was ihr eigentlich machen wollt.

Webhoster Auswahl Kriterium 6: bereits vorinstallierte Software

Foren-Software, fertige CMS oder gar ein Webbaukasten – einige Hoster bieten einen schnellen Einstieg zur eigenen Website. Je nachdem, was ihr benötigt, kann so ein Komplettangebot durchaus helfen.

Webhoster Auswahl Kriterium 7: Technik

Es gibt natürlich noch weitergehende technische Anforderungen, die ihr euch im Detail anschauen könnt. Ob der Server eures Hosters auf Linux oder Windows basiert, wird recht selten für euer Projekt interessant sein. Wie die Verfügbarkeit aussieht, wann zum Beispiel Wartungszeiten euren Server blockieren oder wie häufig er aussetzen könnte, ist auch relevant. Hier werdet ihr euch wahrscheinlich nicht auf die Aussagen der Anbieter verlassen können. Folgende technische Aspekte könnt ihr prüfen:

  • Servertyp Linux oder Windows
  • garantierte Verfügbarkeit der Server
  • Antwortzeiten (Standort) der Server
  • Prozessor und Arbeitsspeicher
  • htaccess-Dateien
  • Datensicherung

Webhoster Auswahl Kriterium 8: Erfahrung eures Hosters

Wie lange gibt es den Hoster schon? Wie viele Kunde hat er? Neue Hoster sind nicht pauschal schlecht und lange bestehende nicht automatisch gut. Aber eine gewisse Erfahrungen ist nicht unwichtig und je länger ein Hoster existiert, um so mehr Kundenmeinungen gibt es.

Webhoster Auswahl Kriterium 9: Vertragslaufzeit

Manche Hoster bietet Rabatte an, wenn man 12 oder 24 Monate fest bucht und am besten noch im Voraus zahlt. Das sollte man aber nur tun, wenn man sich schon 100% sicher ist, dass es der richtige Hoster ist. Zudem sollte man die Kündigungsfrist beachten und unter welchen Umständen man diese selber nutzen kann.

Webhoster Auswahl Kriterium 10: Support

Wie schon gesagt, ist Support bei vielen nicht so auf dem Schirm, oft aber später sehr wichtig. In vielen Foren findet man Erfahrungsberichte und so bekommt man einen Eindruck von der Support-Qualität. Zudem sollte man schauen, wie die Support-Zeiten sind und ob Zusatzkosten anfallen.

Schritt 3: Die Entscheidung für den besten Webhostern

Sind die Rahmenbedingungen geklärt, kann es an die konkrete Auswahl gehen. Wie bei vielem, was mit längerer Bindung einhergeht, ist auch hier Zeit zum Testen wichtig. Die meisten Webhoster stellen Funktionen bereit, mit denen sich die Hosting-Pakete kennenlernen lassen. Flexibel kann man dann z. B. eine Woche lang alles unter die Lupe nehmen. Je nachdem, welche Funktionen man mit hoher Priorität versehen hat, sollten diese besonders geprüft werden.

Wie lassen sich E-Mail-Postfächer anlegen und verwalten? Wie können Backups angelegt und eingespielt werden? Wie lassen sich Content Management Systeme installieren und aktualisieren? Natürlich nicht zu vergessen ist der Kontakt zum Support. Dieser darf innerhalb des Testzeitraums auf Herz und Nieren getestet werden.

Hilfreich können bei der Auswahl des Webhosters auch Vergleichs- oder Bewertungsportale sein. Diese unterstützen dabei, ein Gespür dafür zu bekommen, welche Webhoster wie präsent sind und mit welchen Eigenschaften punkten. Auch können sie Defizite aufzeigen, die einem selbst vielleicht erst nach einigen Monaten auffallen würden.

Deshalb, findet Antworten auf folgende Fragen:

  1. Welcher Hoster bietet alle oder zumindest die meisten Funktionen, die wir benötigen?
  2. Welcher Hoster bietet dauerhaft Konditionen, die unserem Budget entsprechen?
  3. Wie lief bei dem Hoster das Service und die Beratung im Vorfeld, konntet ihr eure Detailfragen zeitnah mit dem Support direkt besprechen?
  4. Gibt es bei dem Hoster die Chance zu wachsen, etwa auf einen eigenen Server umzustellen?

Mit diesen konkreten Plus und Minus Listen solltet ihr in der Lage sein, die Anzahl an für euch potenziell passenden Hostern einzuschränken und dann in einem Testlauf die Funktionen und die Einrichtung testen.

Einen passenden Webhoster zu wählen kostet etwas Zeit und Mühe – ja. Aber letztendlich kann es im Nachgang viel Mühe ersparen. Der Aufwand lohnt sich also.

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