Hundeschule eröffnen – Selbstständig machen als Hundetrainer von Ausbildung bis Marketing

Hundetrainer/in – das ist ein Beruf mit viel frischer Luft und spannenden Begegnungen. Damit euer Vorhaben gelingt, ob im Haupt- oder Nebengewerbe, findet ihr hier die wichtigsten Dinge, auf die ihr achten solltet.

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Wer eine Hundeschule eröffnen möchte, der findet in Deutschland eine vielversprechende Ausgangslage. In der ganzen Bundesrepublik leben an die 8 Millionen Hunde, und die meisten Hundehalter sind sehr vernarrt in ihre Haustiere. Aus diesem Grund sind viele Herrchen gerne bereit, in eine gute Ausbildung für ihre lernfreudigen Hunde zu investieren. Dank sinnvoller Beschäftigung, guter Erziehung und gezieltem Hundetraining lassen sich selbst schwierige Charaktere zu Gehorsam erziehen, sodass das Zusammenleben mit dem Hund deutlich einfacher wird.

Das Angebot der Hundeschule sollte nicht nur auf die Hunde, sondern auch auf die Halter abgestimmt werden. Schließlich entscheidet das Herrchen, ob und wann eine Hundeschule aufgesucht wird. Deshalb sind neben fundierten Erfahrungswerten und ganzheitlichen Trainingskonzepten, ebenfalls die soziale Stärke und das Einfühlungsvermögen wichtige Aspekte für den Leiter einer Hundeschule.

Schritt 1 zum Hundetrainer: Von der Idee zur Planung | Ausbildung & Praxis

Kunden schätzen beim Hundetrainer ein breitgefächertes Fachwissen und vertrauenswürdige Nachweise über erfolgte Qualifikationen. Deshalb sollte sich der Gründer als behördlich zertifizierter Hundetrainer vor dem Eröffnen einer Hundeschule prüfen lassen. Diese spezielle Zertifizierung lässt sich sowohl bei der Industrie- und Handelskammer als auch bei der Tierärztekammer durchführen, sie wird in ganz Deutschland anerkannt. Aus dem Fernsehen bekannt ist die Hundeschule von Martin Rütter, der ebenfalls Ausbildungen zum Hundetrainer anbietet.

Zertifizierte Hundeschule nach DOGS von Martin Rütter

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Persönliche Fähigkeiten als Hundetrainer

Klar, Hunde solltet ihr mögen und verstehen, wenn ihr eine Hundeschule eröffnet. Aber ihr benötigt auch ein gutes Händchen bei Menschen, denn Herrchen oder Frauchen entscheiden letztlich, wo sie ihren Hund trainieren und … auch bei eurer Arbeit übt ihr mit dem Hund und dem Menschen. Ihr solltet immer freundlich und klar verständlich dem Hundeeigner erklären können, was er lernen muss.

Ein guter Hundetrainer trainiert den Menschen im Umgang mit seinem Hund, nicht den Hund selbst. Empathie, Geduld und Freundlichkeit gegenüber den Hundehaltern stehen an erster Stelle!

So beschreibt es Hundetrainer Martin Rütter

Macht euch auch klar, dass ihr bei eurem Job zu allen Jahreszeiten und Wetterbedingungen und überwiegend im Freien unterwegs seid und arbeitet. Wetterfest solltet ihr also auch sein.

Übrigens: Bei der Hundeschule von Martin Rütter ist das Mindestalter für angehende Hundetrainer 25 Jahre. Außerdem rät der Profi zu einem Praktikum bei einem Hundetrainer oder auch in der Hundeschule.

Qualifikation zum Hundetrainer

Bisher gibt es keine staatlich anerkannte Ausbildung zum Hundetrainer – auch wenn das in der Szene immer wieder gefordert wird. Ihr könnt euch also einfach Hundetrainer nennen, doch wenn ihr euren Job richtig machen wollt und auch die modernen Lehren des Hundetrainings weitergeben wollt, dann solltet ihr genau schauen, wo ihr eure Ausbildung bekommt.

Schulische Voraussetzungen bei Interessenten für den Job als Hundetrainer gibt es nicht. Allerdings kann eine Ausbildung vor der eigentlichen “Lehre” zum Hundetrainer nicht schaden. Denkbar sind da auch kaufmännische Ausbildungen, denn sehr viel eurer Arbeit wird die Betriebsorganisation sein. Aber auch Ausbildungen in den Fachgebieten Tiermedizin, Tierpflege oder Biologie sind hilfreich. 

Schritt 2: Rechtliche Voraussetzungen zur Eröffnung einer Hundeschule

Auch wenn es keine staatlich anerkannte Ausbildung zum Hundetrainer gibt … Seit 2014 ist es jedoch Pflicht, eine Mindestanforderung in Bezug auf die Sachkunde laut Tierschutzgesetz zu erfüllen.

Mindestanforderungen Sachkunde laut Tierschutzgesetz

Unterschiede in diesen Anforderungen gibt es zwischen den verschiedenen Bundesländern – ihr solltet also jeweils in eurem Bundesland nachfragen, welche Voraussetzungen ihr erfüllen müsst. Dies trifft auch auf bestimmte Hunderassen zu – auch hier gibt es unter Umständen besondere Voraussetzungen.

Seit einigen Jahren bietet die IHK oder die zuständige Tierärztekammer eine anerkannte Zertifizierung zum Hundeerzieher bzw. Verhaltensberater an.

Ihr solltet auch die Wirkung auf eure zukünftigen Kunden beachten: nachweisbare Erfahrungen und Qualifikationen zeigen ihnen, welche Qualitäten ihr bietet. Weiterbildungen etwa in Zielobjektsuche oder Hundesport können ebenfalls hilfreich sein.

Gewerbeanmeldung als Hundetrainer

Beim Gewerbeamt müsst ihr euer Gewerbe anmelden und euer Gewerbe auch beim Finanzamt anzeigen – das schickt euch dann auch eine Steuernummer.

Mehr dazu: Gewerbeanmeldung – so meldet man ein Gewerbe richtig an (inklusive Gewerbeanmeldung Formular)

Businessplan erstellen und beim Finanzamt anmelden

Um eine Hundeschule von Grund auf neu zu eröffnen, ist mit einem recht hohen Kapitalbedarf zu rechnen. Deshalb ist die Ausarbeitung eines stichhaltigen Businessplans unumgänglich, bei dem alle entstehenden Kosten genau kalkuliert werden. Auf diese Weise lassen sich bei fehlendem Eigenkapital alle möglichen Optionen für die Finanzierung konsequent ausschöpfen. Die Finanzämter stufen Hundetrainer als Gewerbetreibende ein. Wer sich mit einer Hundeschule selbstständig macht, muss vorher ein Gewerbe nach § 14 GewO anmelden und erhält eine dementsprechende Steuernummer. Durch die Anmeldung erfolgt automatisch eine Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (IHK). Wenn der jährliche Freibetrag bei den Einnahmen überschritten wird, ist Gewerbesteuer abzuführen. Dazu ist es ratsam, für die Hundeschule ein separates Geschäftskonto zu eröffnen. So lässt sich die Finanzbuchhaltung erleichtern und bei den Finanzen ist stets alles im Blick. Mittlerweile können Existenzgründer ein Geschäftskonto auch ohne Schufa-Auskunft beantragen.

AGB für Hundetrainer

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen beschreibt ihr eure Rechte und Pflichten und die eurer Kunden. Gerade bei einer Leistung, die wohl jeder ein bisschen anders sieht und leicht Missverständnisse entstehen können, lohnt es sich, diese AGB zu formulieren.

Darin solltet ihr regeln, welche Leistungen der Kunde zu zahlen hat,was passiert, wenn Kunden nicht zur Trainingsstunde kommen oder kurzfristig absagen oder wer für was beim Training haftet.

Ihr könnt dabei natürlich auf Vorlagen zurückgreifen und anpassen. Seid ihr euch aber nicht sicher, dann solltet ihr einen Rechtsanwalt einzuschalten und ihn mit der Erstellung der AGB zu beauftragen.

Wichtige Versicherungen als Hundetrainer

Bei der Arbeit mit fremden Hunden kann es zu Unfällen kommen. Damit ihr dann nicht plötzlich mit hohen Kosten konfrontiert seid, die euer Unternehmen ruinieren, solltet ihr euch richtig versichern.

Dazu gehört in erster Linie eine umfangreiche Betriebshaftpflichtversicherung, die Alles auf dem Hundeplatz absichert. Auch eine Unfallversicherung macht Sinn, denn auch ihr könntet euch verletzen.

© Katrin B. auf Pixabay

Schritt 3 zur Gründung als Hundetrainer: Praktische Schritte und Trainingsgelände

Wie jede Gründung solltet ihr auch den Start als Hundetrainer mit ausreichendem finanziellen Polster starten. Ihr werdet Zeit und Geld benötigen, um euch die notwendigen Aus- und Weiterbildungen zu verschaffen, ihr benötigt ein Startgeld für die wichtigsten Anschaffungen und Unterlagen.

Betriebsausstattung einer Hundeschule

Die Hundeschule DOGS von Martin Rütter hat eine Liste von den wichtigsten Dingen als Betriebsausstattung für eine Hundeschule notiert. Dazu gehören:

  • Telefon (Festnetz) 
  • Handy
  • PC
  • Internetanschluss
  • Software, um Rechnungen zu schreiben oder andere Tätigkeiten durchzuführen
  • Basisset an Hilfsmitteln (Leine/Schleppleine, Geschirr, Halsband, Futterbeutel etc.)
  • Führerschein & PKW
  • Versicherungen (z. B. Betriebshaftpflichtversicherung)

Trainingsgelände der Hundeschule

Ein eigenes festes Trainingsgelände ist kein Muss – aber es wird eure Arbeit als Hundetrainer deutlich erleichtern.

Der Standort ist ein maßgeblicher Faktor, um als Existenzgründer wirtschaftlichen Erfolg mit der angestrebten Hundeschule zu erreichen. In der Nähe sollte es keine direkte Konkurrenz geben und der anvisierte Kundenkreis sollte nicht zu weg wohnen. Viele Hundeschulen siedeln sich am Stadtrand, in Vororten und in ländlichen Regionen an.

Der Hauptgrund dafür sind die niedrigeren Mieten oder geringeren Kaufpreise für Flächen, welche sich für das Trainieren von Hunden eignen. Zu den hohen Kosten der innerstädtischen Gebiete kommen auch Hektik und Lärm dazu, welche sich im Stadtzentrum nicht vermeiden lassen. Dieser Trubel ist für das Hundetraining überhaupt nicht förderlich. Vielmehr sind im Zusammenhang mit vielen Aufgaben eine durchgehende Ruhe und entspannte Atmosphäre erforderlich. Auf dem ausgesuchten Areal müssen sich sowohl die Hunde als auch die Halter uneingeschränkt wohlfühlen. In der Regel gehört zur Hundeschule eine große Rasenfläche mit unterschiedlichen Trainingselementen, im Idealfall ist ein Gebäude ebenfalls vorhanden. Bei diesen Installationen ist ein gepflegtes Ambiente von großer Bedeutung. Darüber hinaus sollte der ausgesuchte Standort über ein ausreichendes Angebot an Parkplätzen verfügen. Außerdem ist bei der Auswahl eine gute Verkehrsanbindung zu beachten. Des Weiteren sollten sich Haltestellen von öffentlichen Verkehrsmitteln in der Nähe befinden.

Hundeschule – Preise richtig kalkulieren

Ein ansehnlicher Hundeplatz agiert als Visitenkarte und erfordert bestimmte Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört zum Beispiel eine vollständige Umzäunung des Platzes, wobei etwaige Bauvorhaben sowie Umbaumaßnahmen rechtzeitig mit dem Bauamt abzustimmen sind. Ausgehend von den vorher getätigten Investitionen sind auch die Preise der Hundeschule zu kalkulieren. Mittels einem attraktiven Preis- und Leistungsangebot lässt sich die Hundeschule strategisch auf dem Markt positionieren. Allerdings sollte das Hundetraining und dessen Preise immer zur gewünschten Zielgruppe passen.

Schritt 4: Marketing für Hunde-Trainer

In Zeiten der Social Media lässt sich das Marketing über die einschlägigen Kanäle kostengünstig und direkt umsetzen. Hilfreich sind auch gezielt platzierte Werbemaßnahmen in Form von Postern und Plakaten.

Eure Hundeschule als Marke

Ein ansprechender Name, der euren potentiellen Kunden sofort sagt: das ist eine Hundeschule. Eine gute, eine moderne, eine mit einem engagierten Gründer.

Das sollten alle eure Geschäftsunterlagen widerspiegeln: Logo, Briefköpfe, Visitenkarten, eure Homepage … Sie sollten einheitlich und gut durchdacht designed sein. Wichtig ist auch ein schönes Logo mit einem hohen Wiedererkennungswert. Das könnt ihr auf den klassischen Werbematerialen auch auf eurer Arbeitskleidung platzieren.

Fotos aus der Hundeschule – Wichtiges Werbemittel

Es lohnt sich also, durch einen professionellen Fotografen eure Trainings fotografieren zu lassen und spannende wie ansprechende Mensch-Hund-Teams abzubilden.

Achtet darauf, dass ihr die Veröffentlichungsrechte der auf den Bildern abgebildeten Menschen erhaltet.

Angebote klar strukturieren

Wichtig ist für eure Kunden, dass sie schnell und einfach die wichtigen Fakten eures Angebotes erkennen können. Deshalb strukturiert eure Information gut. Findet Antworten auf diese Fragen:

  • Was ist die Philosophie eurer Hundeschule?
  • Welche Erziehungskonzepte legt ihr zugrunde?
  • Gibt es Gruppen- oder Einzelunterricht, Welpenschule, Hundesport etc.?
  • Welche Besonderheiten bietet ihr? Zb. Hausbesuche
  • Eure Öffnungszeiten und Trainingstermine?

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