Krankmeldungen im Startup: Wie Gründer mit ihnen umgehen sollten

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Durchschnittlich 3,5 Menschen beschäftigt ein Startup in seinem ersten Gründungsjahr. In dieser Zeit verbraucht es viele Ressourcen und generiert wenig Umsatz; der Ausfall eines Mitarbeiters wäre fatal für das Jungunternehmen. Deshalb sollten Gründer von Anfang an Vorsorgen und Krankheiten ausschließen. Sollten diese dennoch eintreffen, müssen Chefs mit ihnen umzugehen wissen, denn: 41 Prozent aller Arbeitnehmer gehen nicht zum Arzt, wenn sie erkältet sind oder an einer Grippe leiden, wie eine Infografik von erkaeltet.info zeigt.

Diese Mitarbeiter können ihre Kollegen anstecken und hohe Kosten für ein Startup verursachen. Gründer sollten ihre Kollegen über diese Gefahren informieren und Erkältungsrisiken reduzieren.

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Irrtümer rund um Krankmeldungen

Im Internet kursieren Irrglauben rund um die Krankmeldung, die sowohl Arbeitgeber als auch Gründer verunsichern. Laut diesem Artikel des Expertenteams von erkaeltet.info lautet ein klassischer Trugschluss, dass dem Chef in jedem Fall nach drei Tagen ein ärztliches Attest vorzulegen ist. Das ist der Fall, wenn im Vertrag nicht eine andere Abmachung getroffen wurde; unter Umständen müssen die Mitarbeiter eines Startups dem Gründer das Attest unverzüglich vorlegen.

Problematisch ist auch die Verheimlichung der Krankheit oder das Abwarten der ärztlichen Diagnose: Grundsätzlich ist ein krankheitsbedingter Ausfall umgehend zu melden, sei es schriftlich oder mündlich; in Zeiten von Slack und Co. ist eine solche Nachricht schnell übermittelt.

Sollte es sich um eine ansteckende Krankheit handeln oder es ist davon auszugehen, dass man von einem Kollegen angesteckt wurde, muss dies dem Gründer signalisiert werden.

Als Gründer angemessen auf eine Krankmeldung reagieren

Beginnend mit dem Herbst können sich Startup-Gründer auf Krankmeldungen einstellen; die Erkältungswelle rollt über Europa und bricht über praktisch jeden Betrieb herein. Gründer müssen wissen, wie sie in solchen Fällen reagieren: Wünschen sie mit Mitarbeiter nur gute Besserung oder forschen sie nach? Ersteres könnte desinteressiert wirken, Letzteres misstrauisch.

Einem Coaching-Experten der Süddeutschen Zeitung zufolge sollten Gründer ihrem Führungsstil treu bleiben und auf eine Krankmeldung so reagieren, wie es ihre Mitarbeiter erwarten würden – wer ein nahes Verhältnis zu seinen Angestellten hat, sollte sich nach deren Wohlergehen erkundigen. Bei Startups ist das häufig der Fall; es handelt sich um junge, kleine Firmen, die wie ein Familienbetrieb aufgebaut sind – häufig arbeiten sogar Freunde oder Bekannte zusammen.

Grund zu misstrauen sollten Gründer nicht ohne Weiteres haben, es sei denn, bei einem Angestellten häufen sich die Krankmeldungen. Dann gibt es folgende Möglichkeit: Nachforschungen anstellen und den Mitarbeiter auf das Problem ansprechen. Leidet er womöglich an einem schwerwiegenden Problem? Können Sie als Gründer ihm helfen? Ziehen Sie in keinem Fall voreilige Schlüsse, denn hinter vielen Krankmeldungen kann sich durchaus ein ernsthaftes Problem verstecken; selten versucht der Kollege, sich vor seiner Arbeit zu drücken.

Mit Krankmeldungen der Angestellten datenschutzkonform umgehen

Neben der angemessenen Reaktion auf eine Krankmeldung müssen Gründer lernen, wie sie mit ihr datenschutzkonform umgehen – es handelt sich schließlich um sensible Daten nach § 3 Abs. 9 BDSG.

Die meisten Gründer speichern und werten die Abwesenheit und Fehlzeit ihrer Angestellten aus – das dürfen sie gemäß § 32 Abs. 1 S. 1 BDSG ohne Zweifel tun. Die Frage lautet: Wie lange und auf welche Art und Weise dürfen Arbeitgeber die Daten speichern? Laut § 616 BGB dürfen Gründer die Daten zu Zwecken der Abrechnung so lange wie nötig speichern. Aber: Die Speicherung muss sorgfältig erfolgen und die Daten vertraulich behandelt werden.

Generell sollten sich Gründer folgende Tipps zu Herzen nehmen:

  • Mitarbeiter sollten Krankmeldungen in einem verschlossenen Umschlag direkt im Personalbüro abgeben
  • die Bescheinigungen sicher in einem verschließbaren Schrank verwahren
  • keine Kopien der Krankmeldungen anfertigen
  • Kollegen ausschließlich die Abwesenheitsdauer des kranken Mitarbeiters mitteilen

Das Krankheitsrisiko im Startup reduzieren

Gesunde Mitarbeiter reichen keine Krankmeldungen ein, sind produktiver und zufriedener. Ziel eines Gründers sollte es folglich sein, das Krankheitsrisiko im Startup zu reduzieren – das ist angesichts wachsender Krankschreibungen mehr als notwendig: Laut der Krankenkasse DAK-Gesundheit erreichte der Krankenstand im ersten Halbjahr 2016 mit 4,4 Prozentpunkten einen neuen Höchststand.

Die Reduzierung des Krankheitsrisikos ist in vier Schritten möglich:

  1. Auf Hygiene im Büro achten und es weder mit der Heizung noch der Klimaanlage übertreiben. Ab Herbst reizt die Heizungsluft die Nasenschleimhäute und begünstigt den Eintritt von Viren über die Atemwege; im Sommer erkälten sich viele Menschen aufgrund großer Temperaturunterschiede zwischen der Außenlufttemperatur sowie dem übertrieben kalten Klima in Büroräumen.
  2. Auch wenn Gründer ihren Mitarbeitern nicht vorschreiben können, was sie essen sollten, ist eine Küche mit vitaminreichem Obst und Gemüse eine gute Idee. Anstelle von belegten Brötchen haben Mitarbeiter die Möglichkeit, gesundes Essen zu kochen und Snacks zu genießen, die ihre Abwehrkräfte stärken.
  3. Sport und Bewegung fehlt vielen Angestellten; sie verbringen zu viel Zeit in Innenräumen oder ihrem Auto. Gründer sollten ihre Mitarbeiter animieren, ihre Mittagspause im Freien zu verbringen, damit ihre Schleimhäute angefeuchtet werden.
  4. Bewegung ist gut, Erholung ist aber von genauso großer Wichtigkeit. Gründer können ihren Angestellten einen speziellen Raum zur Entspannung zur Verfügung stellen, wo die Kollegen auf einer Couch eine Pause einnehmen, eine Runde Schach spielen oder sich auf eine andere Art und Weise entspannen.

Sollten die Tipps zur Prävention dennoch zu einer Erkrankung führen, müssen Gründer ihre Mitarbeiter informieren, wie in solchen Fällen vorzugehen ist: Den Chef über den Ausfall benachrichtigen, umgehend einen Arzt aufsuchen, dessen Empfehlungen befolgen und sich auskurieren.

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