Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Low Bud­get Mes­se­auf­tritt – 4 Tipps, um mit klei­nem Bud­get viel zu erreichen

Auf Mes­sen könnt ihr in kur­zer Zeit sehr vie­le poten­zi­el­le Geschäfts­part­ner kon­tak­tie­ren, das Image eures Pro­duk­tes oder eurer Dienst­leis­tung pfle­gen und zugleich die Aktio­nen von Mit­be­wer­bern beob­ach­ten. Gera­de aber Start­ups schre­cken vor den Kos­ten eines Mes­se­auf­tritts zurück. Doch ihr könnt euren eige­nen Mes­se­auf­tritt auch mit klei­nem Bud­get ver­wirk­li­chen. Wie, zei­gen wir in die­sem Beitrag.

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Ein Start­up soll­te beim Wort Mes­se nicht an die Rie­sen­stän­de den­ken, die von gro­ßen Fir­men mit erheb­li­chem Auf­wand auf­ge­baut wer­den. Schon mit über­schau­ba­rem Bud­get und einer intel­li­gen­ten Prä­sen­ta­ti­on auf klei­nem Raum lässt sich Auf­merk­sam­keit erre­gen. Wich­tig ist, die Mes­se zu wäh­len, die am bes­ten zur eige­nen Geschäfts­idee passt. Um wirk­lich seri­ös zu erschei­nen, soll­ten aber kei­ne Tape­zier­ti­sche oder ähn­li­che Lösun­gen ein­ge­setzt wer­den, die eher an Floh­markt als an Busi­ness erin­nern und sogar aus Fra­gen des Brand­schut­zes und all­ge­mei­ner Sta­bi­li­tät Pro­ble­me berei­ten können.

Aus­ga­ben für einen Mes­se­stand kalkulieren

Der Ver­band der deut­schen Mes­se­wirt­schaft (AUMA) bezif­fert die Kos­ten­struk­tur für einen Mes­se­stand wie folgt: Durch­schnitt­lich wen­den Aus­stel­ler gut 30 Pro­zent ihres Bud­gets für den eigent­li­chen Mes­se­stand inklu­si­ve Trans­port, Auf­bau und ande­ren Neben­kos­ten auf. Der zweit­größ­te Pos­ten ist die Stand­mie­te mit gut 20 Pro­zent. Dazu kom­men Per­so­nal­kos­ten (16 Pro­zent), Über­nach­tung und Ver­pfle­gung (13 Pro­zent), die Rei­se­kos­ten (10 Pro­zent) sowie Sons­ti­ges, dar­un­ter Wer­bung. Dar­aus ergibt sich bei Mes­sen in Deutsch­land ein Durch­schnitts­preis von 750 bis 950 Euro pro Qua­drat­me­ter Stand­flä­che, so der AUMA.

Klar, Grün­der müs­sen mit spit­zer Feder kal­ku­lie­ren, ihr sucht also Ein­spa­rungs­po­ten­zi­al. Hier ein paar Tipps, an wel­chen Pos­ten ihr spa­ren könnt:

Spar­po­ten­zi­al 1: Eigen­leis­tung statt Personalkosten

Ein alter Hut: der Unter­neh­mer unter­nimmt es selbst und spart damit an Per­so­nal­kos­ten. Und die sind in bei einer Mes­se nicht uner­heb­lich: Mes­se­ta­ge sind lang, ihr benö­tigt in der Regel qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal und wahr­schein­lich auch meh­re­re Tage lang. Und die Rei­se­zei­ten kom­men dazu.

Für einen Ein­satz eurer eige­nen Kraft spricht auch, dass ins­be­son­de­re bei jun­gen unbe­kann­ten Unter­neh­men die Grün­der für ihr Pro­dukt ste­hen – ihr seid die Ver­kör­pe­rung eure Idee. Oder soll­tet es sein. Je bes­ser ihr per­sön­lich eure Unter­neh­mung prä­sen­tie­ren könnt, um so besser.

Auf der ande­ren Sei­te soll­tet ihr euch auch bewusst sein: Eure Arbeits­zeit ist die teu­ers­te des gan­zen Unter­neh­mens – eure Zeit und eure Ener­gie soll­te nicht ver­schwen­det wer­den. Das spricht dafür, sehr genau zu über­le­gen, ob die­se Mes­se für euch sinn­voll und gewinn­brin­gend sein kann.

Spar­po­ten­zi­al 2: Spe­sen nicht gewesen

Klar, eine Rei­se soll auch Spass machen – aber ihr wollt Geld spa­ren? Dann also über­nach­tet bei Ver­wand­ten oder Freun­den (oder mel­det euch beim Couch­sur­fing an).

Die Anrei­se mit dem eige­nen Pkw ist natür­lich güns­ti­ger als ein Flug in der Busi­ness, oder ihr nehmt die Bahn. Und auch hier gilt: Wer lang­fris­ti­ger plant kommt bil­li­ger weg.

Spar­po­ten­zi­al 3: Stand­mie­ten för­dern lassen

Bei der Stand­mie­te gibt es für Start­ups häu­fig För­de­rungs­mög­lich­kei­ten, teils von den Mes­se­ver­an­stal­tern selbst, teils aus Grün­der­wett­be­wer­bern, teils von­sei­ten der Län­der und den Bund.

För­de­rung durch den Bund

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie för­dert seit 1. Juni 2007 die Teil­nah­me jun­ger inno­va­ti­ver Unter­neh­men an aus­ge­wähl­ten inter­na­tio­na­len Mes­sen in Deutsch­land. Geför­dert wer­den Teil­nah­men an Gemein­schafts­stän­den, die von den Mes­se­ver­an­stal­tern auf aus­ge­wähl­ten inter­na­tio­na­len Mes­sen in Deutsch­land orga­ni­siert wer­den. Wel­che Mes­sen geför­dert wer­den, legt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie jähr­lich fest. Geför­dert wer­den die vom Mes­se­ver­an­stal­ter in Rech­nung gestell­ten Kos­ten für Stand­mie­te und Stand­bau im Rah­men des Gemein­schafts­stan­des. Die Ober­gren­ze der för­der­fä­hi­gen Sum­me je Teil­neh­mer und Ver­an­stal­tung beträgt 7.500 Euro.

Hier fin­det ihr die Richt­li­nie zur För­de­rung ab 2017, hier die Lis­te der Ver­an­stal­tun­gen mit Gemein­schafts­stand 2017 und hier die Lis­te der Ver­an­stal­tun­gen mit Gemein­schafts­stand 2018.

För­de­rung durch Bundesländer

Auch die ein­zel­nen Bun­des­län­der bie­ten För­der­pro­gram­me für die Betei­li­gung an Mes­sen in Deutsch­land, in der Regel für Fach­mes­sen und auf bestimm­te Wirt­schafts­zwei­ge beschränkt. Ob euch eine För­de­rung gewährt wer­den kann, erfahrt ihr in den Lan­des­mi­nis­te­ri­en. Die Kon­tak­te fin­det ihr hier.

Spar­po­ten­zi­al 4: Mes­se­stand gut planen

Der Fach­han­del hält güns­ti­ge Kom­plett­pa­ke­te vor­rä­tig. Dort bekommt man für etwa 500 Euro bereits Mes­se­stän­de, die auf drei Qua­drat­me­ter Stand­flä­che alles Not­wen­di­ge von Stehthe­ke über Beleuch­tung bis hin zur Rück­wand mit­brin­gen, ein­fach im Auto zu trans­por­tie­ren und auch von Lai­en selbst zu mon­tie­ren sind. Noch klei­ne Aus­stel­lungs­pa­ke­te nut­zen gut einem Qua­drat­me­ter für eine The­ke, an der Gesprä­che mög­lich sind, plus gro­ßen Pro­spekt­stän­der. Die­se sind schon für rund 300 Euro zu haben. Mit sol­chen Lösun­gen ist also ein Mes­se­stand auch als Low-Bud­get-Pro­jekt realisierbar.

Nicht außer Acht las­sen soll­te man, dass die Anschaf­fung eines Mes­se­stands eine ein­ma­li­ge Inves­ti­ti­on ist, sich die­ser aber auch für ande­re Zwe­cke als den Ein­satz bei Mes­sen nut­zen lässt. Viel­leicht möch­te sich ein Start­up damit auch auf Fach­kon­fe­ren­zen prä­sen­tie­ren oder den Stand ein­set­zen, um Wer­be­ak­tio­nen durch­zu­füh­ren? Viel­leicht gibt es Märk­te und ande­re Ver­an­stal­tun­gen, die ein pas­sen­des Umfeld für Pro­mo­ti­on bie­ten? Pro­fes­sio­nell gefer­tigt Mes­se­stän­de las­sen sich ein­fach indi­vi­dua­li­sie­ren, sind aus leich­tem Alu­mi­ni­um her­ge­stellt und im Hand­um­dre­hen auf- und abge­baut. Sie pas­sen in den Kof­fer­raum und machen es Grün­dern bequem, ihren eige­nen Stand mit­zu­brin­gen und sich so von Ein­heits­lö­sun­gen abzusetzen.

So betrach­tet wird aus den 500 Euro, die ein ein­fa­ches, aber qua­li­ta­tiv bereits hoch­wer­ti­ges Mes­se­set kos­tet, eine Aus­ga­be, die ihre Kos­ten schnell wie­der ein­spie­len kann. Ein wei­te­rer Vor­teil durch­dach­ter Mes­se­stän­de: Sie sind modu­lar kon­zi­piert, las­sen sich also zu einem spä­te­ren Zeit­punkt und bei Bedarf wei­ter aus­bau­en. Und falls doch ein­mal etwas kaputt gehen soll­te, sind Ersatz­tei­le schnell und sicher lie­fer­bar. Wird hin­ge­gen der Stand bei der Mes­se ange­mie­tet, ent­fal­len alle Optio­nen, die zur Wie­der­ver­wert­bar­keit gehören.

Grün­der­rat:

Einen groß­ar­ti­gen Erleb­nis- und Pro­jekt­be­richt zu einem Low Bud­get Mes­se­auf­tritt fin­det ihr in die­sem Bei­trag.

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