Mini-Kredite für Selbstständige oder Freiberufler – Höhe, Voraussetzungen, Antrag, Anbieter

Selbstständige brauchen Kredite – bekommen sie aber viel schlechter als Angestellte. Hier können spezielle Minikredite von besonderen Anbietern helfen.

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Als Selbständiger oder Freiberufler hat man viele Freiheiten: man kann seine Arbeitszeit selbst einteilen, man ist selbst Meister seines Einkommens – und seines beruflichen Schicksals. In einem Punkt aber sind Selbständige extrem benachteiligt: Wenn es darum geht, Liquiditätsengpässe zu überwinden und einen Kredit zu beantragen. Die Situation ist so schlimm, dass das schon fast an Diskriminierung grenzt. Minikredite können hier oft die Lösung sein.

  • Minikredite sind Summen bis maximal 1.500 Euro
  • Hohe Zinsen, die sich dank kleiner Summen kaum auswirken
  • Kurze Laufzeiten von wenigen Monaten
  • Schnelle Beantragung und Auszahlung

Mehr erfahrt ihr hier, was genau ein MiniKredit ist, wie man ihn beantragt, und was für Voraussetzungen dafür gelten.

Das sind Minikredite

Minikredite sind Kredite mit sehr kleinen Kreditsummen – üblicherweise bis maximal 1.500 Euro Kreditsumme – und sehr kurzen Laufzeiten von in der Regel 30 Tagen. Bei vielen Anbietern gibt es aber auch zusätzlich noch unterschiedliche Laufzeit-Optionen zur Auswahl.

In einigen Fällen wird für Mikrokredite nicht einmal ein Einkommensnachweis benötigt, viele Anbieter prüfen auch nach eigenen Angaben die Schufa nicht. Eine weitere Option, die man häufig findet, ist eine schnelle Kreditentscheidung und eine Blitzauszahlung: bei einigen innerhalb 24 Stunden, bei den anderen immerhin innerhalb ein paar Werktagen.

Die Zinsen sind bei Minikrediten dabei in der Regel moderat – das liegt aber auch an den kurzen Laufzeiten. Als Selbständiger oder Freiberufler hat man in der Regel bei Minikredit-Anbietern ebenfalls kein Problem, für viele gehören Selbständige und Freiberufler sogar ausdrücklich zur Zielgruppe – ganz anders als bei den Banken.

Warum einen MiniKredit?

Als Selbständiger bist du alles andere als Bankers Liebling. Man führt dir gnädigerweise die Konten, nimmt auch deine Überweisungen entgegen – aber ein Kredit, das ginge dann wirklich entschieden zu weit.

Tatsächlich ist es meist ein Ding der Unmöglichkeit, als Selbständiger bei den meisten regulären Banken einen Kredit zu bekommen – selbst einen sehr kleinen. Der Grund dafür ist eine verzerrte Sichtweise der Banken auf die Selbstständigkeit: man hat gerne Kreditnehmer, bei denen die Rückzahlung möglichst „gesichert“ ist, die ein festes, immer gleiches Gehalt beziehen und eine „solide“ Arbeitsstelle haben.

Diese Sichtweise ist natürlich nicht realistisch, denn gerade der Selbständige, der von seinen erwirtschafteten Umsätzen ja leben muss, wird alles daran setzen, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und unter Aufbietung aller Kräfte Einnahmen zu erwirtschaften um nicht in die Insolvenz zu rutschen und seine berufliche Zukunft in den Sand zu setzen.

Umgekehrt ist es bei einem Arbeitnehmer viel eher wahrscheinlich, dass er entlassen wird, Arbeitslosengeld bezieht, seinen Kredit nicht mehr bedient und am Ende eben irgendwann zur Schuldnerberatung geht und eben Privatinsolvenz beantragt.

In der Praxis ist es aber leider so, dass man – selbst wenn man mehrere Jahressteuerbescheide und die detaillierte buchhalterische „Einkommensanalyse“ vom Steuerberater vorlegt und bei der Schufa eine blütenweiße Weste hat, von der Bank mitgeteilt bekommt, dass das „Risiko zu groß ist“ und die eigene Bonität und Kreditwürdigkeit von der Bank dann noch immer stirnrunzelnd angezweifelt wird. Wer nicht mindestens 3 Jahressteuerbescheide vorlegen kann, wird dann kurzerhand als „Existenzgründer“ eingestuft – und bekommt ohnehin grundsätzlich einmal gar nichts.

Erschwert wird das alles auch noch durch streng standardisierte Kreditvergabeverfahren bei den Banken, bei denen Selbständige einfach automatisch durch den Rost fallen, weil sie einfach nicht in das auf Arbeitnehmer zugeschnittene „Raster“ passen. Die Ermessensspielräume der Mitarbeiter in der Kreditvergabe sind dann oft auch noch so stark eingeschränkt, dass nicht einmal mit sehr viel gutem Willen vom Mitarbeiter irgendetwas machbar wäre.

Gerade als Selbständiger wäre es aber oft hilfreich, wenn man Liquiditätsengpässe durch ausstehende Rechnungen oder jahreszeitlich bedingte Schwankungen mal kurz mit einem sehr kleinen Kredit von ein paar hundert Euro überbrücken könnte. Banken sind hier wie gesagt keine Lösung – Mikrokredite dagegen schon.

Antrag eines Minikredits – so funktioniert´s

Einen Mini-Kredit beantragen – das variiert leicht von Anbieter zu Anbieter, aber wir wollen das einmal anhand einer Kreditbeantragung bei einem der bekanntesten Minikredit-Anbieter, nämlich vexcash in Berlin, deutlich machen.

Bei vexcash gibt es bis zu 1.000 Euro Minikredit mit einer Standardlaufzeit von 30 Tagen. Optional kann auch eine Zwei-Raten-Zahlung gewählt werden, die Laufzeit beträgt dann 60 Tage. Die Anfrage für einen Kredit hat dabei keine Auswirkungen auf die Schufa. Für den Erstantrag werden allerdings maximal 500 Euro Kredit gewährt, die Rückzahlungssumme liegt bei der Standardoption dann bei knapp 505 EUR.

Für die Beantragung sind Unterlagen erforderlich, um die eigene Identität und die eigene Bonität nachzuweisen. Gefordert werden die üblichen Nachweise, die auch sonst vorgelegt werden müssen.

Den Nachweis der Identität kann man durch ein PostIdent-Verfahren oder über ein VideoIdent Verfahren erbringen – zweiteres ist naturgemäß deutlich schneller. Nach Prüfung und positiver Entscheidung ist das Geld bei PostIdent-Nachweis innerhalb von 3 bis 4 Tagen auf dem Konto, beim VideoIdent-Nachweis innerhalb von 2 bis 3 Tagen. Wenn es besonders schnell gehen muss, kann man alle Unterlagen bis 14 Uhr beibringen und dann mit der kostenpflichtigen Express-Option das Geld bereits 30 Minuten nach der Entscheidung auf seinem Konto haben.

Voraussetzungen für einen MiniKredit sind (am Beispiel VexCash):

  • ein Wohnsitz in Deutschland
  • ein Einkommen (mindestens 500 EUR)
  • deutsches Bankkonto
  • es darf keine Überschuldung vorliegen
  • eine akzeptable Schufa (bei geringerer Bonität kann man mit einem sogenannten Bonitätszertifikat für die Kosten von 10 % der Kreditsumme bei vexcash etwas nachhelfen)
  • kein laufendes Insolvenzverfahren, kein Haftbefehl, keine Lohnpfändung

Ist der Kredit ausgezahlt, wird ein entsprechender Eintrag in der Schufa hinterlegt. Die reine Kreditanfrage produziert aber wie schon erwähnt keinen Eintrag.

Mini-Kredit Bedingungen – Unterschiede bei anderen Anbietern

Bei weiteren Anbietern in der Branche, etwa Cashper, sind die Bedingungen ähnlich. Geworben wird hier zwar damit, dass auch bei negativen Schufa-Einträgen die Chance auf einen Kredit groß ist, bei allzu schlechter Schufa wird es aber wohl dennoch eine Ablehnung geben. Ähnlich ist es Cashpresso, Bon-Kredit, CouchKredit und einige mehr. Die gesamte Übersicht findet ihr hier: Minikredite für Gründer – Alle wichtigen Plattformen und Konditionen | Übersicht 2018.

Fazit: Minikredit beantragen kann sich für Gründer lohnen

Die Minikredite sind gerade für Selbständige und Freiberufler sicher oft eine wertvolle Hilfe, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Für Bestandskunden, die schon mehrere Kredite anstandslos zurückgezahlt haben, gibt es vielfach sogar Rahmenkredite von bis zu 1.000 Euro. Bei Bedarf (und zusätzlichen Kosten) kann man sein Geld auch sehr schnell auf dem Konto haben.

Die Zinsen wirken mit zwischen 10 % pro Jahr bis sogar über 14 % p.a. astronomisch hoch, tatsächlich fallen sie aber bei den niedrigen Kreditsummen und vor allem wegen der kurzen Laufzeiten kostenmäßig nur sehr wenig ins Gewicht.

Eine Lösung für alle Finanzkrisen sind die Minikredite allerdings nicht – eine einigermaßen saubere Schufa und keine bestehende Überschuldung sind bei allen Anbietern mehr oder weniger Voraussetzung. Wer bereits Probleme mit seinen Finanzen hat und mit Pfändungen oder gar einer Insolvenz kämpft, für den sind Minikredite keine Lösung – aber das wäre jeder andere Kredit auch nicht.

LISTE DER MiniKredit PLATTFORMEN & ANBIETER: Wo ihr einen solchen Minikredit beantragen könnt und welche Bedingungen die jeweiligen Anbieter stellen, zeigen wir euch in Teil 2 „Minikredite für Gründer – Alle wichtigen Plattformen und Konditionen | Übersicht 2018„.

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