Die OKR-Methode für dein Unternehmen – die wichtigsten Schritte, Tools & Tipps 2024

Im Fokus stehen Ziele und Mitarbeitende: Mit der OKR-Methode lassen sich sowohl große Konzerne und kleine Startups effizient und effektiv steuern. Das agile Framework ist transparent, motivierend und flexibel – wie du es einsetzt und was du dabei beachten musst, erfährst du hier.

In der Gründungsphase ist es besonders wichtig, die eigenen Ziele im Blick zu behalten und bei Bedarf schnell Kurskorrekturen vornehmen zu können. Die OKR-Methode bietet dafür nicht nur eine strukturierte Vorgehensweise. Sie kann noch viel mehr: zum Beispiel die Mitarbeitermotivation erhöhen und die Zusammenarbeit verbessern. Wie das funktioniert, erfahrt ihr hier.

Was bedeutet OKR?

Hinter dem Kürzel OKR verbirgt sich das derzeit besonders angesagte Konzept „Objectives & Key Results“, auf Deutsch „Zielsetzung (Objectives) und (Messung von) Ergebniskennzahlen (Key Results)“ – eine agile Methode zur Strategieumsetzung. Die Methode ist  für Unternehmen und Startups jeder Größe ideal.

Die zentrale Idee der OKR-Methode besteht darin,

  • einerseits Ziele zu formulieren, die erreichbar sind, aber auch stark motivieren und das Potenzial von Unternehmensführung und Mitarbeitern erschließen (also eine Challenge bieten) und
  • andererseits diese Ziele so messbar zu machen, dass sich klar belegen lässt, ob und in welchem Umfang sie erreicht wurden.

Wie funktioniert die OKR-Methode?

Die Vorteile für Startups liegen bei der OKR-Methode vor allem im kurzen Zyklus aus Zielfindung, Umsetzung und Auswertung, der in der Regel etwa drei Monate dauern soll. Das erlaubt eine agile Planung und Führung und eine exzellente Einbindung von Teams und Mitarbeitenden. Richtig eingesetzt, kann die OKR-Methode Überforderung und Stress reduzieren. OKRs wurden und werden von erfolgreichen Unternehmen wie Google, YouTube, Zalando oder Intel angewendet.

Ein OKR-Prozess lässt sich grob in drei Phasen gliedern:

  • Planung/Zielfindung
  • Ausführung
  • Auswertung

Die Planungsphase

Wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Planung ist zunächst einmal, allen Beteiligten klar verständlich zu machen, wie OKR funktioniert. Eine praxisnahe OKR-Schulung zeigt euch, wie ihr die Methode in eurem Unternehmen gewinnbringend einsetzen könnt.

Wenn das Konzept in Grundzügen vermittelt wurde, kann – für einen frei wählbaren Zeitraum – die Suche nach Zielen (Objectives) beginnen. Diese werden nämlich im OKR-Prozess nicht einfach von der Unternehmensführung vorgegeben, sondern gemeinsam mit den Mitarbeitenden erarbeitet – etwa im Verhältnis von 40 Prozent Führung (Top-Down) und 60 Prozent Mitarbeitende (Bottom-Up).

Damit OKR funktionieren kann, müssen sich alle Beteiligten auch mit diesen Zielen identifizieren können und sich dafür einsetzen wollen: Stichwort intrinsische Motiviation. Gute Ziele sind außerdem klar und quantifizierbar, sodass sich an den Unternehmenszahlen ablesen lässt, ob sie umgesetzt werden konnten.

Sind maximal vier Objectives und jeweils maximal fünf Schlüsselergebnisse (Key Results) formuliert, können Aufgaben verteilt werden. Dauer des OKR-Prozesses: etwa ein halber bis ein ganzer Arbeitstag.

Die Umsetzung

Ein wesentliches Merkmal der OKR-Managementmethode ist die kontinuierliche Verlaufskontrolle und Nachsteuerung des Prozesses. Nachdem in der Planungsphase Ziele und Aufgaben formuliert und verteilt wurden, findet nun in wöchentlichen Checks (Weekly OKRs) eine Besprechung des Prozesses statt.

  • Seid ihr den Zielen näher gekommen?
  • Gab es unerwartete Faktoren oder Hindernisse, die eine Rolle spielen?
  • Gibt es Fragen?

Diese strategischen Meetings werden um tägliche Kurztreffen, Daily Huddles von etwa 10 bis 15 Minuten ergänzt, in denen schnelle Absprachen getroffen und Fragen geklärt werden können.

Die Auswertung

Beim OKR Review geht es schließlich darum, die erzielten Ergebnisse in einem Meeting mit Unternehmensführung und Mitarbeitern zusammenzutragen. Anhand der vorher festgelegten Kennzahlen wird gemessen, inwiefern sie erreicht oder gar übertroffen wurden.

Zum Review gehört auch eine Analyse, warum die Ergebnisse so aussehen, wie sie aussehen. Hier schlummern Erkenntnisse und Einsichten, mit denen ihr gleich den nächsten OKR-Zyklus mit neuen und angepassten Zielen vorbereiten könnt.

Bei der OKR-Methode sind regelmäßige Auswertungen hilfreich.
Zur OKR-Methode  gehören regelmäßige Meetings zur Überprüfung  und Anpassung der OKR-Zielsetzungen. © Austin Distel / Unsplash

Fehler bei der Anwendung der OKR-Methode vermeiden

Jedes noch so gute Konzept kann in der Umsetzung scheitern. Um das zu verhindern, solltet ihr beim Einsatz der OKR-Methode folgende Fehler vermeiden:

  • Zuviele Ziele: Der OKR-Prozess muss für alle Beteiligten überschaubar und verständlich bleiben.
  • Unrealistische Ziele: Im Rahmen einer langfristigen Strategie helfen kleinschrittige Zielsetzungen, um Erfolgserlebnisse und ein optimistisches Arbeitsklima zu fördern.
  • Zuviel Top-Down: Zu viele von oben vorgegebene Ziele killen die Motivation der Mitarbeitenden und hindern sie daran, eigene Ideen und Potenziale einzubringen.
  • Unklare Aufgabenverteilung: In der Planungsphase muss klar benannt werden, wer für welche Themen verantwortlich ist, sonst fühlt sich im schlimmsten Fall niemand zuständig.
  • Schlecht messbare Key Results: Was man nicht messen kann, kann man auch nicht verbessern (weil man zum Beispiel gar nicht merkt, dass es nicht funktioniert). Formuliert Key Results daher immer als konkret messbare Ergebnisse!

Nützliche OKR-Tools

Die OKR-Methode setzt einen ständigen, intensiven Austausch aller Beteiligten voraus: Kommunikation ist der Schlüssel. Damit alle Beteiligten den Überblick behalten, wie es um Fortschritte und Aufgabenverteilung bestellt ist, helfen viele nützliche Projektmanagement-Tools & Apps. Die besten OKR-Tools haben wir hier aufgelistet:

  • Profit.co: Die One-Size-Fits-All-Software ist sowohl für kleine und große Unternehmen geeignet, die mit der OKR-Methode arbeiten möchten. Die Erfahrungen der User sind durchweg positiv. In einer kostenlose Demo-Version könnt ihr das OKR-Tool testen.
  • Engagedly: Ziele und Fortschritte im Blick behalten, Mitarbeiter einbinden – Engagedly ermöglicht allen Beteiligten, auf dem Laufenden zu bleiben.
  • Culture Amp: Intuitive Bedienung, Vernetzung von Teams, hohe Flexibilität: Culture Amp ist auf jeden Fall einen Blick wert.
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