Selbstständig als Optiker: Optikergeschäft eröffnen | Die wichtigsten Regeln 2024

Du möchtest selbstständig als Optiker arbeiten und ein Optikergeschäft eröffnen? Aber du weißt nicht, was du beachten musst? Wir haben die wichtigsten Infos und Tipps zu Anforderungen, Verdienst, Standort, Unternehmensformen, Kosten und Marketing für dich: In unserem Ratgeber erfährst du, worauf du achten muss.

Selbstständig als Optiker – die Voraussetzungen

Lohnt es sich, selbstständig als Optiker zu arbeiten?

Natürlich solltest du dich zunächst fragen, ob sich eine Gründung in dieser Branche überhaupt lohnt. Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, einen Blick auf die Demografie Deutschlands zu werfen. Hier wird deutlich: Die deutsche Bevölkerung altert. Das heißt, dass immer mehr Menschen früher oder später die Leistungen von Augenoptikern benötigen. Eine Nachfrage gibt es also auf jeden Fall.

Hinzu kommt, dass Brillen nicht nur einen praktischen Zweck erfüllen. Sie sind längst zu einem Modeaccessoire für Frauen und Männer geworden. Viele Menschen kaufen gleich mehrere Modelle: eine klassische Brille für den Alltag, ein besonders edles Modell für feierliche Anlässe oder auch eine Sonnenbrille mit Sehstärke.

Fazit: Es lohnt sich, selbstständig als Optiker zu arbeiten. Wenn du ein Optikergeschäft eröffnest und zum Beispiel mit dem Slogan „Günstige Brillen für jeden Geschmack und jeden Anlass“ für deine Modelle wirbst, solltest du ausreichend Kunden erreichen können.

Anforderungen und Rechtliches

Um selbstständig als Optiker arbeiten und ein Optikergeschäft eröffnen zu können, musst du über eine entsprechende Qualifikation verfügen: Der Beruf des Augenoptikers ist meisterpflichtig. Das bedeutet, wer ein solches Handwerk selbstständig ausüben will, muss die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben.

Wie werde ich Augenoptiker?

Augenoptiker ist ein klassischer Handwerksberuf. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, du kannst den Beruf also mit Haupt- und Realschulabschluss oder Abitur erlernen. Was du unbedingt mitbringen solltest, sind technisches Interesse, mathematisches Verständnis (Physik ist auch hilfreich), ein Gespür für Mode und eine gewisse praktische Begabung.

 

 

Eine weitere Möglichkeit ist das Studium der Optometrie, das du in Deutschland an sechs Fachhochschulen absolvieren kannst, zum Beispiel an der FH Aachen, wo das Optometrie-Studium  wie folgt beschrieben wird: „Optometrie ist die Lehre vom Sehen, von den Fehlsichtigkeiten und deren Korrektion.“

Die Optometrie umfasst laut FH Aachen „nicht nur die physikalische, sondern auch die biologische Optik. Studierte Optometrist:innen verfügen aufgrund ihrer spezialisierten Ausbildung über erweiterte Kenntnisse und Techniken, um Ursachen von Sehproblemen zu erkennen.“

Um nach erfolgreicher Ausbildung oder nach erfolgreichem Studium selbstständig als Optiker arbeiten zu können, ist zusätzlich zum Titel „Augenoptikermeister“ auch der Eintrag in die Handwerksrolle Voraussetzung.

Anmeldungen: Handelsregister, Gewerbeamt, Handwerkskammer & Co.

Wenn ihr ein Optikergeschäft gründet, müsst ihr dieses bei verschiedenen Stellen anmelden. Entscheidet ihr euch für die Unternehmensform UG oder GmbH, ist zum Beispiel eine Eintragung im Handelsregister erforderlich. Dieses dokumentiert Einträge über alle Kaufleute.

Unabhängig von der Unternehmensform müsst ihr euch beim Gewerbeamt anmelden. Solltet ihr euch für die Rechtsform Einzelunternehmen entscheiden, ist eine einfache Anmeldung beim Gewerbeamt ausreichend. Nach der Anmeldung erhaltet ihr vom Finanzamt eine Information mit eurer Steuernummer und könnt von nun an Rechnungen ausstellen.

Das Gewerbeamt setzt auch die Handwerkskammer von der Unternehmensgründung in Kenntnis. Wird ein Gewerbe in Deutschland angemeldet, ist eine Mitgliedschaft bei der zuständigen Handwerkskammer Pflicht. Weiterhin ist es notwendig, dass ihr euch bei der Berufsgenossenschaft anmeldet.

Was verdiene ich, wenn ich selbstständig als Optiker arbeite?

Ein angestellter Augenoptiker verdient im Durchschnitt etwa 43.000 Euro brutto im Jahr. Mit einem Meistertitel in der Hand steigt das jährliche Durchschnittsgehalt auf über 50.000 Euro brutto. Wer sich dann selbstständig macht, hat es quasi selbst in der Hand und kann seinen Verdienst noch einmal steigern.

Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten mit einem Optikergeschäft

Dabei gilt, dass Qualität ihren Preis hat. Die Krankenkassen zahlen in der Regel feste Zuschüsse zu Brillen: Alles was über das Kassengestell hinausgeht, zahlen die Kunden. Vor allem in den Bereichen Brillengestell und Brillenglas-Veredelungen kannst du zusätzlich Geld verdienen, wenn du dich selbstständig als Optiker arbeitest und ein Optikergeschäft eröffnest.

 

 

Optikergeschäft eröffnen: Zielgruppen, Marketing und Businessplan

Wenn du selbstständig als Optiker arbeiten willst, wirst du kaum umhin kommen, ein eigenes Optikergeschäft zu eröffnen. Wie bei jeder Unternehmensgründung ist es auch dabei wichtig, dass du dir im Vorfeld einen Überblick über die Zielgruppe verschaffst.

Marketing und Branding für deinen Optikergeschäft

Schon vor dem Start deines eigenen Optikergeschäfts solltest du dir Gedanken darüber machen, welche Zielgruppe du erreichen und vor allem wie du bekannt werden willst. Es ist wichtig, ein Alleinstellungsmerkmal herauszubilden, um dich von der Konkurrenz abzuheben.

Klar, wer selbstständig als Optiker arbeitet, ist vor allem von Mund-zu-Mund-Propaganda abhängig. Dennoch sind zusätzliche Werbemaßnahmen unerlässlich: Wie gut dein Marketing ist, bestimmt maßgeblich, wie erfolgreich dein Geschäft laufen wird. Hier sind einige Punkte, die du beachten solltest.

Wen willst du erreichen?

Schritt eins deiner Überlegung ist immer, deine Wunsch-Zielgruppe zu definieren. Darauf stimmst du deine Marketing-Strategie und alle Marketing-Massnahmen ab. Du musst also entscheiden, ob dein Optikergeschäft möglichst breit aufgestellt sein soll.

Oder ob du dich doch auf ein spezielles Segment konzentriert und zum Beispiel exklusive Modelle anbietest, einen Schwerpunkt auf Sonnenbrillen legst oder auf besondere Veredlungstechniken. Es ist wichtig, ein Alleinstellungsmerkmal herauszubilden, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Nomen est omen

Wenn du nicht gerade ein alteingesessenes Traditionsgeschäft übernimmst und auf den guten Namen deiner Vorgänger setzen kannst, empfiehlt es sich, einen einprägsamen Namen für dein Optiker-Geschäft zu finde und gleich die entsprechende Internet-Domain zu reservieren.

Das Auge sieht mit

Lasse dir ein passendes Logo und eine CI erstellen. Gute und preiswerte Anlaufstellen sind zum Bespiel designenlassen.de und 99designs.

Sei im Internet präsent

Eine wichtige Anlaufstelle für potentielle Kunden ist deine Website. Sie muss schick aussehen und alle nötigen Informationen enthalten. Um sie zu erstellen, kannst du zum Beispiel eine Full-Service Agentur beauftragen: Das ist allerdings eine ziemlich teure Lösung, die zu dem nicht so unaufwendig ist, wie man denkt: Briefings und Abstimmungsprozesse können Zeit und Nerven kosten.

Tipp: Plane von Anfang an die Sichtbarkeit deiner Webseite ein: Die Suchmaschinenoptimierung deiner Texte (SEO) ist ein entscheidender Faktor. Trage deine Webseite auch Branchenverzeichnissen wie GoogleMyBusiness oder Yelp ein und lasse deine Kunden deinen Brillengeschäft bewerten. Social Ads (Anzeigen) in den Kanälen können eine gute zusätzliche Option sein, um deine Sichtbarkeit zu erhöhen.

Branchenportale – hier lohnt sich dein Eintrag

Mit einem Google MyBusiness-Eintrag kannst du ganz einfach und kostenlos erreichen, dass dein Optikergeschäft direkt bei der Google-Suche auf Maps angezeigt wird. Du wirst also über die lokale Suche gefunden – eine unschätzbare Hilfe, wenn du selbstständig als Optiker durchstarten willst. Der Eintrag ist schnell angelegt und du kannst so viele Informationen teilen, wie du magst.

Eine Übersicht über die wichtigsten Branchenbücher & Online-Portale findest du hier.

Selbstständig als Optiker – mit Optikergeschäft
Selbstständig als Optiker: In deinem Ladengeschäft verkaufst du nicht nur Brillen, sondern auch Kontaktlinsen und Sonnenbrillen mit Sehstärke.

Businessplan: Das wichtigste wichtigste Werkzeug für Gründer

Für die Erstellung deines Businessplans, den du im Rahmen deiner Gründung erstellst, solltest du dir unbedingt ausreichend Zeit nehmen. Im Businessplan formulierst du auf 20 bis 40 Seiten deine Geschäftsidee klar aus, hier steht schwarz auf weiß, welche (finanziellen) Mittel du benötigst, und du definierst potenzielle Kunden und Zielgruppen.

Nicht zuletzt ist der Businessplan das Maß, an dem du dich als Gründer selbst messen kannst – indem du regelmäßig die darin formulierten Ziele überprüfst und anpasst. Ohne einen durchdachten Businessplan wird es schwierig, dauerhaft selbstständig als Optiker zu arbeiten.

In einen Businessplan gehören unter anderem folgende Informationen:

  • Name des Gründers oder der Gründer
  • Konzept und Angebot
  • Marktanalyse und Wettbewerb
  • Zielgruppe
  • Strategie und Ziele
  • Marketing und Werbung
  • Organisation (Rechtsform, Standort, …)
  • Finanzplan
  • Wo gründe ich mein Optikergeschäft?

Optikergeschäft gründen: die Standortfragen

Der Standort ist für den Erfolg deines Optikergeschäfts sehr wichtig, um erfolgreich selbstständig als Optiker durchzustarten. Um den besten Ort für deinen Laden zu finden, ist es ratsam, eine Standortanalyse durchzuführen. So verschaffst du dir einen Überblick über die Wettbewerbssituation.

Je nachdem, welche Zielgruppe du mit deinem Geschäft ansprechen willst, solltest du dich auch mit der Infrastruktur vor Ort beschäftigen. Eine gute Erreichbarkeit ist sehr wichtig und wird vor allem von älteren Menschen sehr geschätzt.

Lokales Geschäft und/oder Onlineshop

Vor deiner Unternehmensgründung gilt es, eine weitere Frage zu beantworten: Möchtest du deine Brillen ausschließlich in einem stationären Geschäft verkaufen oder auch online anbieten? Viele Optikergeschäfte haben sich den neuen Anforderungen, die die fortschreitende Digitalisierung  mit sich bringt, inzwischen angepasst und bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Brillen auch online zu bestellen.

Dieser Schritt ist wichtig, um eine breitere Zielgruppe zu erreichen und einen umfassenden Service zu bieten. Gleichzeitig bedeutet er auch, dass du dich mit den aktuellen Trends auf dem Markt beschäftigen und neue Technologien kennen musst. Die regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungskursen kann helfen, das eigene Wissen aktuell zu halten.

Rechtsform: Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH

Wenn du selbstständig als Optiker arbeiten willst, ist ein stehendes Gewerbe (eine dauerhaft an einem festen Standort ausgeübte Tätigkeit) im Einzelhandel die gängigste Form für die Gründung eines Optikergeschäfts. Wenn du ein Gewerbe im Einzelhandel gründest, kannst du frei entscheiden, welche Unternehmensform für dich am besten geeignet ist.

Aber auch die Gründung als Franchise ist nicht üblich. In diesem Fall eröffnest du auf Basis eines bestehenden Mutterunternehmens eine eigene Filiale, wirst bei der Geschäftsgründung sowie bei der späteren Geschäftstätigkeit jedoch von diesem unterstützt.

Die Vorteile einer solchen Zusammenarbeit liegen auf der Hand: Du arbeitest selbstständig als Optiker, aber profitierst von dem Know-how deines Franchise-Gebers und wirst leichter Fremdkapital beschaffen können.

Kapitalbedarf: Was kostet die Gründung eines Optikergeschäfts?

Mit einem Finanzplan, den du mit deinem Businessplans erstellst, verschaffst du dir einen Überblick über alle anfallenden Kosten, die entstehen, wenn du selbstständig als Optiker arbeiten und ein Geschäft eröffnen willst.

Folgende Kostenpunkte solltest du unbedingt berücksichtigen:

  • Kapitalbedarf für den Start, zum Beispiel für Kundenakquise und Werbung
  • dein Gehalt (+ ggf. das Gehalt für Angestellte) . Wichtig, wenn du selbstständig als Optiker arbeitest: Du musst deinen Lebensunterhalt selbst sichern!
  • optional Beratungskosten in der Gründungsphase
  • Kapital für Zertifikate, Gutachten, Warenbeschaffung und -einkauf
  • Versicherungen, Steuern
  • Rücklagen für unvorhergesehene Ereignisse

Kosten für Laden und Einrichtung – das kommt auf dich zu

Für dich als Selbstständige ist die Kosten- und Gewinnkalkulation ein wichtiger Aspekt. Bei der Gründung eines Optikergeschäfts entstehen sowohl monatliche Fixkosten als auch einmalige Anschaffungskosten.

Kosten für den Ladenmiete und Einrichtung

Je zentraler dein Laden liegt, desto höher ist in der Regel auch der Miet- beziehungsweise Kaufpreis. Diese Kosten musst du als monatliche Fixkosten fest einplanen. Genauso muss der Laden auch mit Strom und mit Wasser versorgt werden. Auch das sind feste Fixkosten, die im Kostenplan nicht fehlen dürfen.

Vor der Eröffnung fallen meistens noch Renovierungsarbeiten an, damit das Ambiente des Ladens dem gewünschten Konzept entspricht. Je nach Umfang der Arbeiten müssen Kosten für den Boden, die Wandgestaltung und die Lackierung von Fenstern und Türen gerechnet werden.

Nach der Renovierung geht es ans Einrichten deines Optikergeschäfts. Hierbei sollte nicht gespart werden, denn die visuelle Erscheinung ist für den Geschäftserfolg sehr wichtig.

Im Wesentlichen brauchst du folgende Einrichtungsgegenstände:

  • Regale
  • Spiegel
  • Tische und Stühle
  • Messgeräte
  • ein ansprechendes Beleuchtungskonzept
  • Kassentresen
  • eine Werkstatt mit deinem Werkzeug
  • einen Computer mit Kassensoftware
  • Ausstattung für den Personalraum

Denke außerdem an eine passende Dekoration, mit der du deinen Laden richtig in Szene setzt. Erlaubt ist alles, was zu deiner Zielgruppe und dem Stil deiner Brillen passt

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