Sind Sie ein Grün­der? In 3 Schrit­ten zu Ihren Gründerkompetenzen

Zum Jah­res­wech­sel zie­hen vie­le auch im Job Bilanz: soll ich wech­seln? Hab ich das Zeug zum Grün­der? Statt sich aber mit Ste­ve Jobs zu ver­glei­chen, soll­te man bes­ser in sei­ner Bio­gra­fie schau­en, was man wirk­lich kann. Wie, zeigt Kar­rie­re-Coach Ursu­la Wagner.

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Wer sich selb­stän­dig machen möch­te, fragt sich oft: habe ich das Zeug zum Grün­der oder zur Grün­de­rin? Und ver­gleicht sich viel­leicht mit Genies wie Ste­ve Jobs, der deut­schen Mode Pio­nie­rin Jil San­der oder zumin­dest mit den Hel­den aus der Ber­li­ner Start-up Szene.

Doch die Fra­ge nach der Grün­der-Per­sön­lich­keit führt nur begrenzt zur rich­ti­gen Ant­wort. Rich­tig muss die Fra­ge lau­ten: Habe ich die Kom­pe­ten­zen zum Grün­den. Und auch: mit wem ergän­ze ich mich opti­mal, damit die Grün­dung lang­fris­tig erfolg­reich wird?

Eine Fir­ma zu grün­den ist zwar auch, aber eben nur zum Teil eine Fra­ge der „Per­sön­lich­keit“. Genau­er gesagt zu einem Vier­tel. Man unter­schei­det in der Kar­rie­re-Bera­tung und für die Fähig­kei­ten von Grün­dern vier Kompetenzfelder:

Was ich mit­brin­gen muss – vier Fel­der der Gründungskompetenz

Per­so­na­le Kom­pe­tenz: Wie ich mit mir selbst umge­he. Was mich ausmacht

Für Grün­der sind hier zwei Sor­ten von Merk­ma­len ent­schei­dend: bin ich der krea­ti­ve, visio­nä­re Typ? Bin ich wage­mu­tig? Oder brin­ge ich – auch das kann wich­tig sein – Risi­ko­be­wusst­sein, Genau­ig­keit und Prä­zi­si­on mit? Eine Sor­te Kom­pe­tenz aber brau­chen alle Grün­der: Durch­hal­te­ver­mö­gen und Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz. Es ist die „jetzt erst Recht!“-Kompetenz, die Mark Zucker­berg, Ste­ve Jobs und Jil San­der von vie­len Ande­ren unterscheidet.

Fach­li­che Kom­pe­ten­zen: Mei­ne fach­lich gelern­ten Voraussetzungen

Fach­wis­sen kann man am ehes­ten neu erler­nen und es ver­al­tet auch sehr schnell. Wer vor zwei Jah­ren noch ein Top-Crack im Pro­gram­mie­ren war, hängt heu­te schon voll hin­ter­her. Grün­der soll­ten sich in dem Gebiet, in dem sie grün­den ent­we­der schon gut aus­ken­nen oder sich die­ses Wis­sen schnells­tens aneig­nen. In man­chen Berei­chen ist aller­dings soli­des Fach­wis­sen mit jah­re­lan­ger Vor­er­fah­rung ein Muss: so im tech­ni­schen, medi­zi­ni­schen oder juris­ti­schen Bereich.

Sozia­le Kom­pe­tenz: Wie ich mit ande­ren umgehe

An einem Man­gel an sozia­ler Kom­pe­tenz schei­tern nicht weni­ge Grün­dun­gen. Fach­li­che Top-Leu­te pral­len schnells­tens wie­der von­ein­an­der ab, wenn jeder sei­nen Ego-Trip fährt. Auch für Kun­den­kon­tak­te, Ver­hand­lun­gen mit Kapi­tal­ge­bern und Dienst­leis­tern sind die „Fin­ger­spit­zen-Kom­pe­ten­zen“ gefragt, damit die Grün­dung gelingt.

Metho­di­sche Kom­pe­tenz: Wie ich an Dinge/Aufgaben/Probleme herangehe

Kann ich eine Sit­zung mode­rie­ren? Bin ich ein Pro­jekt-Heroe? Bedie­ne ich Java aus dem Ärmel und kann mich auch in ande­re Pro­gram­me leicht ein­fä­deln? Grün­der benö­ti­gen vie­le Metho­den, damit luf­ti­ge Ide­en und Visio­nen auf den Boden der Tat­sa­chen kommen.

Kom­pe­ten­zen sind über­grei­fen­de Fähig­kei­ten, die man aus der Ver­gan­gen­heit in neue Situa­tio­nen über­tra­gen kann. Ziel einer bio­gra­fi­schen Kom­pe­tenz­ana­ly­se ist es, am Ende in jedem Kom­pe­tenz­feld zwei Kom­pe­ten­zen ste­hen zu haben, die man rich­tig gut beherrscht, also in Sum­me acht (mehr schafft man auch bei einem „ele­va­tor pitch“ nicht rüber zu bringen).

Die bio­gra­fi­sche Kom­pe­tenz­ana­ly­se kann helfen

Sie ken­nen nun die vier Komp­tenz­fel­der – doch wo und wie kön­nen Sie sich selbst hier ein­ord­nen? Dabei hilft Ihnen die bio­gra­fi­sche Kom­pe­tenz­ana­ly­se: An Bei­spie­len Ihres eige­nen Lebens prü­fen Sie am bes­ten, wo Ihre Stär­ken lie­gen, wo Sie noch Schwä­chen auf­spü­ren müs­sen und wie das alles Ihnen hilft, erfolg­rei­cher Grün­der zu wer­den. Hier die drei Schritte:

  • Schritt eins: Lebens-Pro­jek­te auswählen
  • Schritt zwei: „Mama-Papa: wie macht man das?“
  • Schritt drei: Ana­ly­sie­ren, was zusammengehört

Wie Sie ganz ein­fa­che die bio­gra­fi­sche Kom­pe­tenz­ana­ly­se durch­füh­ren kön­nen, erfah­ren Sie in mei­nem Arti­kel „Die KAI­ROS-Metho­de: Ana­ly­sie­ren Sie Ihre Kom­pe­ten­zen als Grün­der anhand Ihrer Bio­gra­fie in drei Schritten“.

Fazit: Es ist noch kein Grün­der vom Him­mel gefal­len. Wenn Sie mer­ken, dass Ihnen Kom­pe­ten­zen zur Grün­dung feh­len (z.B. finan­zi­el­le Fach­kom­pe­tenz), machen Sie:

  1. einen Plan, wie Sie sich die­se feh­len­de Kom­pe­tenz aneig­nen und
  2. suchen sich gezielt nach einer Per­son um, die Ihre Kom­pe­ten­zen im Grün­dungs­team ide­al ergänzt.

 

Das Kairos-Prinzip: So finden Sie den richtigen Zeitpunkt für den beruflichen Wechsel

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