Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Weni­ger Neu­an­trä­ge für die frei­wil­li­ge Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung für Existenzgründer

Seit der gesetz­li­che Neu­re­ge­lung 2011 wur­den die Bei­trä­ge in der frei­wil­li­gen Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung für Exis­tenz­grün­der vier­mal so teu­er. Infol­ge des­sen san­ken die Neu­an­trä­ge von gut 95.000 im Jahr 2010 auf rund 26.000 im Jahr 2012, so eine Stu­die des Insti­tuts für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung (IAB).

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Durch eine gesetz­li­che Neu­re­ge­lung im Jahr 2011 wur­den die zuvor sehr nied­ri­gen Bei­trä­ge in der frei­wil­li­gen Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung für Exis­tenz­grün­der dem Niveau der Bei­trä­ge für abhän­gig Beschäf­tig­te ange­gli­chen. Wäh­rend im Jahr 2010 die monat­li­che Bei­trags­hö­he unter 20 Euro lag, liegt sie jetzt bei dem Vier­fa­chen. Infol­ge des­sen san­ken die Neu­an­trä­ge von gut 95.000 im Jahr 2010 auf rund 26.000 im Jahr 2012, geht aus einer Stu­die des Insti­tuts für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung (IAB) hervor.

Seit 2006 besteht die Mög­lich­keit, als Exis­tenz­grün­der frei­wil­lig in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung zu blei­ben. Für das „Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis auf Antrag“ müs­sen Exis­tenz­grün­der inner­halb der zwei Jah­re vor Auf­nah­me der selbst­stän­di­gen Tätig­keit zwölf Mona­te pflicht­ver­si­chert gewe­sen sein oder unmit­tel­bar vor ihrer Exis­tenz­grün­dung Arbeits­lo­sen­geld bezo­gen haben.

Die Ver­si­cher­ten zah­len in West­deutsch­land pau­schal 80,85 Euro monat­lich und in Ost­deutsch­land 68,25 Euro. In den ers­ten zwei Jah­ren ist ledig­lich die Hälf­te die­ser Sum­me fäl­lig. Das Arbeits­lo­sen­geld beträgt je nach Qua­li­fi­ka­ti­on und Regi­on (Ost- oder West­deutsch­land) zwi­schen 638,40 und 1.337,40 Euro. Bei Auf­ga­be der Selbst­stän­dig­keit muss sich der Ver­si­cher­te bemü­hen, die Arbeits­lo­sig­keit so schnell wie mög­lich zu been­den. Er muss also auch bereit sein, wie­der eine abhän­gi­ge Beschäf­ti­gung aufzunehmen.

Zwi­schen fünf und sie­ben Pro­zent der Ver­si­cher­ten neh­men jähr­lich die Leis­tun­gen der frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung für Selbst­stän­di­ge in Anspruch. Mehr als die Hälf­te der Leis­tungs­be­zie­her bezieht dabei weni­ger als sechs Mona­te Arbeitslosengeld.

7,5 Pro­zent der Leis­tungs­be­zie­her haben mehr als zwei­mal Leis­tun­gen bezo­gen. „Ins­ge­samt schei­nen Selbst­stän­di­ge die frei­wil­li­ge Wei­ter­ver­si­che­rung eher sel­ten dazu zu nut­zen, kurz­fris­ti­ge Auf­trags­rück­gän­ge abzu­fan­gen“, schrei­ben die IAB-For­sche­rin­nen Elke Jahn und Ange­li­na Springer.

Mehr als zwei­mal Leis­tun­gen aus dem glei­chen Anspruch zu bezie­hen, war nur bis zur gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung im Jahr 2011 mög­lich. Der Bun­des­rech­nungs­hof hat vor Miss­brauch gewarnt, da die Ver­si­cher­ten die Mög­lich­keit hat­ten, bei einer Geschäfts­flau­te wie­der­keh­rend Arbeits­lo­sen­geld in Anspruch zu neh­men. Um mög­li­chen Miss­brauch ent­ge­gen­zu­tre­ten, wur­de die Inan­spruch­nah­me auf einen zwei­ma­li­gen Bezug beschränkt. Danach ist eine erneu­te Absi­che­rung der glei­chen Selbst­stän­dig­keit nicht mehr möglich.

Etwa ein Vier­tel der vor­mals selbst­stän­di­gen Leis­tungs­be­zie­her nimmt nach der Arbeits­lo­sig­keit eine abhän­gi­ge Beschäf­ti­gung auf. Ande­re üben wie­der eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit aus oder zie­hen sich aus dem Erwerbs­le­ben zurück – bei­des ist aller­dings sta­tis­tisch nicht ein­deu­tig erfasst. Nach dem Aus­lau­fen des Arbeits­lo­sen­geld­an­spruchs sind zunächst 18 Pro­zent der vor­mals selbst­stän­di­gen Arbeits­lo­sen­geld­be­zie­her auf Arbeits­lo­sen­geld II ange­wie­sen. Nach zwölf Mona­ten hat sich deren Anteil auf zehn Pro­zent reduziert.

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