Smartes Schreiben im digitalen Notizbuch: Mit dem reMarkable 2 deine Handschrift digitalisieren

Ob bei Vorlesungen, Meetings, Interviews oder Patientengesprächen: Wer viel notieren muss, greift in aller Regel noch heute zu Notizblock und Stift. Doch mit den neuen digitalen Notizbüchern wird das handschriftliche Schreiben endlich modern und ressourcenschonend.

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Wenn es ums Schreiben geht, dann sind Papier und Bleistift – eventuell auch der Kugelschreiber oder für Liebhaber der Füllfederhalter – immer noch das Maß aller Dinge. Tablets bieten zwar mit speziellen Apps die entsprechenden Funktionen – doch bei Haptik und dem Nutzererlebnis scheitern die Multifunktionsgeräte.

Darum sind Tablets keine guten Schreibgeräte

Wer schon einmal versucht hat, die Notizen während eines Meetings auf einem Tablet zu schreiben, der weiss: Manche Dinge sind analog eben doch besser. Die glatte Glasfläche der meisten Tablets gepaart mit den Eingabestiften ist als Schreibgrundlage wirklich kein Vergnügen.

Was fehlt ist die haptische Erfahrung, die das Kratzen eines Stiftes auf Papier bedeutet. Hinzu kommt, dass die Eingabe auch im Ergebnis nicht so recht überzeugen kann: Auch leichte Verzögerungen bei der Erfassung der Bewegung verderben die Freude am Schreiben und es gibt durch die dicke Glasscheibe auch immer einen (wenige Millimeter großen) Versatz.

Die Probleme eines Tablets als Schreibgerät sind dabei weniger eine Frage der Hochwertigkeit: Auch das technisch herausragende iPad kann hier nicht überzeugen. Es ist schlicht die Technologie, die dafür nicht geeignet ist. Ein weiteres fehlendes Feature: Günstige Tablet-Modelle haben meistens nur 2 Druckstufen, entweder der Stift berührt den Touchscreen oder eben nicht. Für mehrere Druckpunkte, die eure Eingabe deutlich feiner auflösen, müsst ihr auch tatsächlich die teureren Tablets kaufen.

Digitales Notizbuch – Neue Technologie & neue Möglichkeiten

Auch wenn die gängigen Tablets als Schreibgeräte versagen – euren Wunsch nach einem digitalen Notizbuch können spezielle Geräte erfüllen. Tablets wie das reMarkable wollen das Gefühl von Stift auf Papier digitalisieren und setzen dabei auf eine besondere Technik: E-Ink-Displays. Es gibt eine ganze Reihe von E-Ink-Tablets, die die digitale Welt mit dem Schreibgefühl des Stiftes auf Paper verbinden wollen. Tatsächlich hat sich der Markt mit der neuen Version 2 von reMarkable um 180° gedreht. Warum und was der neue Goldstandard bei den digitalen Notizbüchern ist, lest ihr in der Beschreibung des reMarkable 2.

reMarkable 2 –  Goldstandard der digitalen Notizbücher

Mit der Version 2 des reMarkable orientiert sich der Hersteller am Nonplusultra der Schreibarbeit: An der Erfahrung, mit Stift auf Papier zu schreiben.

Das große Plus: Die Schreiberfahrung mit dem reMarkable 2

Eines schon mal vorweg: Der Plan des Herstellers, das Schreiben mit Stift auf Papier so gut wie möglich digital abzubilden, ist hervorragend aufgegangen.

Das Besondere des Gerätes ist die Haptik … die raue Oberfläche des Displays, kombiniert mit einem ebenso handlichen wie präzisen Eingabestift macht das Schreiben zu einem wahren Vergnügen. Die kurze Latenz von nur 21 Millisekunden bei der Eingabeerfassung ist nicht spürbar. Die Druckempfindlichkeit des Tablets steht den Möglichkeiten, das Schrift- und Zeichenbild durch unterschiedlichen Druck zu verändern, der Papiervariante in keinerweise nach.

Möglich macht das die Technologie des reMarkable 2: Über das E-Ink-Display liegt eine Canvas mit touch-sensitiver Oberfläche, die die Stifteingabe aufnimmt und an das darunter liegende E-Ink weiterleitet.

Auch die Größe des Gerätes (in etwa A5) ist für diese Funktion bestens gewählt: Es bleibt handlich für den mobilen Einsatz und ist doch groß genug, um darauf zu Arbeiten.

In den Einstellungen lassen sich verschiedene Stiftarten wählen, vom Bleistift über den Kuli bis zum Marker ist die Auswahl groß und auch hier imitiert das Gerät die physischen Eigenschaften verschiedener Stifte sehr genau. Drei verschiedene Stiftstärken (dünn, medium und dick) sowie die Farben weiss, schwarz und grau sind weitere Einstellungsmöglichkeiten.

Es gibt zwei Eingabestifte – Marker genannt , die einzeln zum reMarkable 2 dazubestellt werden: der weiße Stift ist die einfachere Variante, der schwarze hat auf seiner Rückseite noch die Funktion eines Radiergummis. Tatsächlich haben beide Stifte kleine schwarze, kurze Minen. Und diese brauchen sich durch Schreiben auf der rauen Tabletfläche auch ab. Wie lange jede Markierungsspitze hält, hängt vom Schreibstil und dem Druck ab, der beim Notieren ausgeübt wird, und davon, wie regelmäßig es verwendet wird. Jeder Marker wird mit neun Ersatzminen geliefert und können in Packungen zu 9 oder 25 Stück bei reMarkable nachgekauft werden.

Die Technologie: Vor und Nachteile des E-Ink-Display

Beim Display hat sich der Hersteller für die E-Ink Technologie entschieden, die man bisher vor allem bei E-Readern kennt. Dafür gibt es mehrere Argumente. 

Die E-Ink-Technologie benötigt keine Hintergrundbeleuchtung.

Uns geht es darum, beim Lesen und Schreiben ein papierähnliches Erlebnis zu bieten. Eine Hintergrundbeleuchtung würde die Oberflächenschicht dicker machen. Dadurch entsteht ein größerer Abstand zwischen der Stiftspitze und der darunter liegenden Tintenschicht, wodurch das Schreiberlebnis verringert wird. Genau das vermeiden wir durch die E-Ink-Technologie.

erklärt ein Sprecher von reMarkable.

Grundsätzlich orientiert sich der Hersteller auch hier am Nonplusultra: Auch beim Schreiben auf Papier leuchtet ja nichts vom Papier und wird zumindest etwas Umgebungslicht benötigt, damit man seine eigene Handschrift erkennt.

Noch ist die Fläche des reMarkable grau und nicht weiss, wie ein normales Blatt Papier. 

Bei der Entwicklung von reMarkable 2 haben wir die Grenzen der Möglichkeiten der E-Ink-Technologie in Bezug auf Latenz und Reaktionsfähigkeit ausgelotet. Ein weißer Hintergrund würde das Gerät einem Blatt Papier zwar noch näher bringen, ist aber zu diesem Zeitpunkt einfach nicht möglich. Trotzdem schont die graue Farbe des CANVAS-Displays die Augen und belastet auch nach längerem Gebrauch nicht,

so der Sprecher von reMarkable weiter.

Die graue Fläche des reMarkable 2 lässt sich dafür ganz nach Wunsch strukturieren. Sehr viele verschiedene Hintergründe machen den vielseitigen Einsatz möglich: Vom reinen Blatt über Punktstruktur in verschiedenen Auflösungen, liniert, kariert etc ist alles dabei. Darüber hinaus haben die Entwickler auch an besondere Einsatzgebiete gedacht. So liefert ein Hintergrund die nötigen Kästchen für das Schreiben und Zeichnen eines Storyboards – eine tolle Funktion, die für eine ganz neue Zielgruppe sorgen kann.

Ein besonders tolles Feature ist die Einführung von Layern, also verschiedenen Ebenen innerhalb eines Dokuments bzw. einer einzelnen Seite. Damit lassen sich Dokumente etwa von unterschiedlichen Bearbeitern kommentieren oder Versionen nachverfolgen. Interessant ist das auch bei der Erstellung von Storyboards: Wiederholende Hintergründe können kopiert und in das nächste Fenster gesetzt werden, ohne Vordergründe zu verändern.

Leistungsstark, gute Akkulaufzeit & Handschrift-Erkennung 

Auch wenn der im Gerät verbaute ARM-Prozessor mit zwei Kernen zu je 1,2 Gigahertz und auch der Arbeitsspeicher von einem Gigabyte keine Hochleistungen erwarten lassen: Das Zeichnen, Schreiben und Lesen geht flüssig. Manches Nachladen von Dateien ist sichtbar – stört aber eher selten.

Der Vorteil: Das reMarkable ist recht energieeffizient und der Akku hält laut Hersteller bis zu 90 Tagen, bei regem Gebrauch immer noch zwei Wochen mit einer Ladung. 
Geladen wird das Gerät über einen USB-C-Anschluss – die Ladegeschwindigkeit ist wie bei Smartphones an USB-Anschlüssen am Rechner recht langsam und erhöht sich deutlich an Ladegeräten.

Das reMarkable 2 bietet auch eine Handschrifterkennung und -konvertierung. Diese Funktion ist allerdings – zumindest in deutschsprachigen Ländern – nur bedingt hilfreich. Und sie setzt eine wirklich leserliche Handschrift voraus. Selbst Tests mit Druckschrift verliefen nicht fehlerfrei. Und das System lernt anders als gute OCR Software nicht mit und kann sich so auch nicht an die Handschrift des Besitzers anpassen.
Auch nicht so schön: Die Formatierung aus den handschriftlichen Notizen wird ebenfalls nicht übernommen. Da wird aus einem schön strukturierten Text dann reiner Fliesstext.

Übrigens: Bei der Systemsprache lässt sich das reMarkable 2 nur zwischen Englisch und Norwegisch wechseln. Das ist nicht dramatisch – aber ein Update mit weiteren Sprachen wäre wünschenswert.

Kompatibel: eBook Funktion & Datenaustausch & Cloudspeicher

Zwar nicht dafür gemacht aber durchaus dafür geeignet: Mit dem reMarkable 2 bekommt man auch ein tolles Lesegerät. PDF und ePub lassen sich auf das Tablet spielen und dann auch gut lesen.

Sicher sind die neuen E-Reader ein bisschen schneller beim Nachladen der nächsten Seite und die Größe des reMarkable mit in etwa A5 ist nicht jedermanns Sache – kann aber insbesondere für jene überzeugen, die die kleineren Reader im Taschenbuch-Format nicht mögen. Auch das etwas höhere Gewicht ist kein Hindernis. 
Doch Vorsicht: Die für den Amazon Kindle entwickelten E-Book Dateiformate lassen sich nicht ohne weiteres auf das reMarkable laden.

Die Übertragung der Daten funktioniert denkbar einfach: Entweder lädt man sich auf das Smartphone die reMarkable App oder ruft direkt im Browser den eigenen Cloudspeicher auf, vorausgesetzt, das Gerät ist mit dem Rechner per USB verbunden.
Die Schnittstelle für PC und Mac ist eine einfache Weboberfläche – übersichtlich und schlicht. Ausser den eigenen angelegten Ordnern findet man nur eine einfache Liste der eigenen Dateien.

Das schlichte Design ist definitiv bewusst gesetzt. Wir verbringt viel Zeit mit Designüberlegungen und wollte die Benutzeroberfläche so zugänglich und nicht ablenkend wie möglich gestalten,

so ein Sprecher von reMarkable.

Sowohl per App oder über die Benutzeroberfläche im Browser lassen sich einfach kompatible Dateien in den Speicher schieben. Ist das reMarkable mit dem WLAN verbunden, synchronisiert es sich automatisch mit den Daten in der App. Werden Dateien in der Weboberfläche hinzugefügt, holt sich das reMarkable die über den USB-Anschluss.

Die Synchronisation läuft in der Regel sauber aber auch ein bisschen langsam.

Besonders zu betonen ist, dass der Datenaustausch über die Cloud nicht zwingend ist. Das ist vor allem für jene wichtig, die besondere Datenschutzrichtlinien einhalten wollen und müssen. 
Auch hier ist der Datenaustausch aber möglich: Eigene Dateien können per Email (als PDF, PNG und SVG) im Anhang versendet werden.

Schreiben mit dem reMarkable 2: Für diese Zielgruppen interessant

Grundsätzlich eignet sich das remarkable 2 also für alle, die viele handschriftliche Notizen machen müssen. Ein paar mögliche Einsatzgebiete:

  • Niederschriften von Interviews und Gesprächen
  • handschriftliche Notizen in Arztpraxen oder Therapeuten
  • in jeder Vorlesung ist das remarkable 2 eine Alternative zum Notizblock

Darüber hinaus provoziert die Vielzahl an Stiften und die wirklich hervorragende Imitierung des Bleistiftes und eines Kohlestiftes förmlich dazu, dass remarkable auch zum Scribbeln zu nutzen:

  • interessant für Illustratoren
  • gute Grundlage für die Erstellung von Storyboards
  • Erstellung von Mindmaps
  • schnelle Visualisierung von Ideen

Hinzu kommt die Möglichkeit, auch aufs reMarkable geladene PDFs zu bearbeiten … der im Arbeitsalltag typische Workflow von PDF als Entwurf mit Bitte um Korrektur wird hier sehr viel nativer als am Rechner.

Und – so hat unser Test gezeigt – sogar im aktuellen Homeschooling-Zeitalter ist das reMarkable 2 ein tolles Gerät für Schüler. Denn viele der Aufgaben werden als PDF von den Lehrern bereit gestellt. In der Regel werden diese dann ausgedruckt, handschriftlich vom Schüler bearbeitet, dann wieder fotografiert und per Mail an den Lehrer zurückgeschickt. Diese Prozess kann mit dem remarkable komplett digitalisiert werden. Mit dem nicht unwesentlichen Effekt, dass viele Ressourcen geschont werden.

Übersicht der technischen Features des reMarkable 2

Display E-Ink-Tablet mit einem 10,3-Zoll-Display
Auflösung 1.872 x 1.404 Pixeln, Pixeldichte von 226 PPI
Prozessor ARM-Prozessor mit zwei Kernen zu je 1,2 Gigahertz
Arbeitsspeicher 1 Gigabyte
Interner Gerätespeicher 8 Gigabyte
Gerätedicke 4,7 mm
Gewicht 405 Gramm
Eingabelatenz 21 Millisekunden
Dateiformate Import von PDF und ePUB / Export in PDF, PNG, SVG
Connectivity Wi-Fi 2.4GHz und 5GHz
Batterie Rechargeable (USB-C) 3000 mAh, zwei Wochen Arbeiten ohne Laden und 90 Tage Standby
Preis 399 Euro plus 59 Euro Stift

 

 

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