Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Vir­tu­al Stock Opti­ons: 5 Fak­ten zur Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gung in Startups

Gera­de Start­ups, die zu Beginn noch nicht über aus­rei­chend Cash-flow ver­fü­gen, um ihren Mit­ar­bei­tern hohe Ver­gü­tun­gen zu bie­ten, ande­rer­seits aber beson­de­re Talen­te an sich bin­den möch­ten, räu­men die­sen häu­fig eine Betei­li­gung am Unter­neh­men ein. Wor­auf Start­ups bei der Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gung ach­ten soll­ten, erfahrt ihr in die­sem Fach­ar­ti­kel von Dr. Gesi­ne von der Groeben.

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Gera­de Start­ups, die zu Beginn noch nicht über aus­rei­chend Cash-flow ver­fü­gen, um ihren Mit­ar­bei­tern hohe Ver­gü­tun­gen zu bie­ten, ande­rer­seits aber beson­de­re Talen­te an sich bin­den möch­ten, räu­men die­sen häu­fig eine Betei­li­gung am Unter­neh­men ein. Auch von Inves­to­ren wird die Ein­rich­tung eines Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­pro­gramms oft als Bedin­gung für ein Invest­ment gefor­dert. Wor­auf Start­ups bei der Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gung ach­ten soll­ten, erfahrt ihr in die­sem Fach­ar­ti­kel von Dr. Gesi­ne von der Groeben.

Fakt 1 Vir­tu­el­le Antei­le: Betei­li­gung ist nicht gleich Beteiligung

Häu­fig wer­den den Mit­ar­bei­tern gar nicht tat­säch­lich Geschäfts­an­tei­le an der Gesell­schaft (meist han­delt es sich um eine GmbH oder UG) über­tra­gen, son­dern es wer­den soge­nann­te vir­tu­el­le Antei­le oder Vir­tu­al Stock Opti­ons ein­ge­räumt. Es han­delt sich dabei um eine ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung über eine Bonus­zah­lung, die sich am Unter­neh­mens­wert ori­en­tiert. Die Mit­ar­bei­ter sind dann nicht am Kapi­tal der Gesell­schaft betei­ligt und haben weder Stimm- noch Infor­ma­ti­ons­rech­te, wie sie nor­ma­le Gesell­schaf­ter haben, son­dern erhal­ten „nur“ eine Zahlung.

Der Vor­teil für die Grün­der und Inves­to­ren liegt auf der Hand: Der Gesell­schaf­ter­kreis ver­grö­ßert sich nicht und ihre Betei­li­gung schrumpft nicht, was der Fall wäre, wenn sie Antei­le abge­ben oder neue Antei­le im Wege einer Kapi­tal­er­hö­hung aus­ge­ben würden.

Fakt 2 Vor­sicht mit der Steu­er: Die Lohn­steu­er schlägt zu

Wenn über ein Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­pro­gramm dis­ku­tiert wird, wer­den häu­fig die steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen außer Acht gelas­sen: Auf Sei­ten des Mit­ar­bei­ters ist die Zah­lung aus vir­tu­el­len Antei­len lohn­steu­er­pflich­tig – aller­dings erst im Zeit­punkt des tat­säch­li­chen Zuflus­ses, nicht schon mit Ver­ein­ba­rung. Auf der ande­ren Sei­te wird der Betrag, den der Mit­ar­bei­ter erhält auch nicht als Divi­den­de bzw. Ver­äu­ße­rungs­ge­winn besteu­ert, wenn es sich um rein vir­tu­el­le Antei­le handelt.

Der Betrag, dem der Mit­ar­bei­ter im Exit­fall zufließt, wird also durch eine Steu­er­be­las­tung geschmä­lert. Aber so ist es ja auch im Fall eines „nor­ma­len“ Bonus, der dem Mit­ar­bei­ter gewährt wird.

Fakt 3 Vir­tu­al Stock Opti­ons: Wet­te auf die Zukunft

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Wer bei Vir­tu­al Stock Opti­ons an jähr­li­che Bonus­zah­lun­gen denkt, liegt in der Regel falsch. Denn in der über­wie­gen­den Zahl der Fäl­le wird die Zah­lung in der ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung an den erfolg­rei­chen Exit geknüpft. Der Mit­ar­bei­ter erhält also nur im Fall des erfolg­rei­chen Ver­kau­fes des Unter­neh­mens eine Betei­li­gung, die sich bei einer vir­tu­el­len Betei­li­gung am Kauf­preis, also letzt­lich am Unter­neh­mens­wert ori­en­tiert. Dadurch soll der Mit­ar­bei­ter moti­viert wer­den, eben­so wie die Grün­der und Inves­to­ren, mit sei­ner Leis­tung auf einen erfolg­rei­chen Exit hinzuwirken.

Kommt kein Exit zustan­de, rea­li­siert sich die­se Zukunfts­chan­ce aller­dings auch nicht.

Fakt 4 Wich­ti­ge Regel des Vir­tu­al Stock Opti­ons Ver­trag: Das Kleingedruckte

Ein Vir­tu­al-Stock-Opti­on-Ver­trag, der häu­fig als Zusatz­ver­ein­ba­rung zum Arbeits­ver­trag geschlos­sen wird, kann neben der vir­tu­el­len Betei­li­gung noch wei­te­re Klau­seln enthalten:

  • So wird dort meist gere­gelt sein, dass von der Exit-Betei­li­gung des Mit­ar­bei­ters in Höhe eines bestimm­ten Pro­zent­sat­zes des erziel­ten Ver­kaufs­prei­ses noch die Anschaf­fungs­kos­ten der Inves­to­ren und even­tu­ell ein dar­über hin­aus­ge­hen­der Betrag (sog. Liqui­da­ti­ons­prä­fe­renz) abge­zo­gen werden.
  • Außer­dem kann die vir­tu­el­le Betei­li­gung in Form eines soge­nann­ten Ves­tings von der Dau­er der Beschäf­ti­gung des Mit­ar­bei­ters abhän­gig gemacht wer­den. Das heißt, je län­ger der Mit­ar­bei­ter beim Unter­neh­men ist, des­to mehr vir­tu­el­le Antei­le erhält er und des­to höher ist sei­ne Par­ti­zi­pa­ti­on im Fal­le eines Verkaufes.
  • Schließ­lich wer­den häu­fig soge­nann­te „Good Lea­ver“- und „Bad Leaver“-Klauseln in den Ver­trag auf­ge­nom­men: Ver­lässt der Mit­ar­bei­ter unver­schul­det das Unter­neh­men (zum Bei­spiel wegen Krank­heit), kann er sei­ne vir­tu­el­le Betei­li­gung behal­ten und par­ti­zi­piert trotz sei­nes Aus­schei­dens an einem spä­te­ren Ver­kauf. Ver­lässt er das Unter­neh­men hin­ge­gen als „Bad Lea­ver“ (z. B. auf­grund einer Kün­di­gung durch das Unter­neh­men aus wich­ti­gem Grund), dann ver­liert er sei­ne vir­tu­el­le Beteiligung.

Fakt 5 Dau­er­haf­te Rech­te: Ver­knüp­fung mit dem Arbeitsvertrag

Aus Mit­ar­bei­ter­sicht ist es wich­tig, dass der Vir­tu­al-Stock-Opti­on-Ver­trag aus­drück­lich recht­lich mit dem Arbeits­ver­trag ver­knüpft wird. Denn in die­sem Fall bleibt sei­ne Betei­li­gung auch bei einem Betriebs­über­gang, der kei­nen Exit dar­stellt (z. B. weil ein bestimm­ter Schwel­len­wert an ver­kauf­ten Antei­len nicht erreicht wird), bestehen und geht auf den neu­en Betrieb über. Der Mit­ar­bei­ter behält dann sei­nen Anspruch auf die spä­te­re Exit-Beteiligung.

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