Frei­be­ruf­ler oder Gewerbetreibender?

Ich möch­te mein Hob­by zum Beruf machen! Ich bin lei­den­schaft­li­cher Foto­graf und möch­te mei­ne Bil­der über Online-Shops und Por­ta­le ver­kau­fen. Muss ich ein Gewer­be anmel­den oder eine frei­be­ruf­li­che Tätigkeit?

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Wie so oft im Steu­er­recht heißt die Ant­wort: Es kommt dar­auf an und zwar auf ihre genaue foto­gra­fi­sche Arbeit. Die Aner­ken­nung als Frei­be­ruf­ler setzt vor­aus, dass Sie ent­we­der eine bild­jour­na­lis­ti­sche oder künst­le­ri­sche Tätig­keit aus­üben. Bild­jour­na­lis­tisch sind Sie tätig , wenn Ihre Bil­der als aktu­el­le Nach­rich­ten über Zustän­de oder Ereig­nis­se poli­ti­scher, wirt­schaft­li­cher, gesell­schaft­li­cher oder kul­tu­rel­ler Art berichten.

Wenn Sie kein Bild­jour­na­list sind, müs­sen Sie gegen­über dem Finanz­amt nach­wei­sen, dass Sie künst­le­risch arbei­ten. Über Kunst lässt sich bekannt­lich strei­ten und so wur­den in eini­ge Bun­des­län­der spe­zi­el­le Gut­ach­ter­kom­mis­sio­nen zur Über­prü­fung der Künst­ler­ei­gen­schaft ein­ge­rich­tet. Ein Foto­graf, der sei­nen Sta­tus über­prü­fen las­sen will, muss umfang­rei­che Antrags­un­ter­la­gen ein­rei­chen, wie z.B. Stu­di­en-, Aus­bil­dungs- und Assis­tenz­zei­ten bei Foto­gra­fen oder Foto­stu­di­os, Nach­wei­se über künst­le­ri­sche Aus­zeich­nun­gen, Teil­nah­me an Aus­stel­lun­gen oder Bild­ver­öf­fent­li­chun­gen sowie Bei­spie­le von foto­gra­fi­schen Arbei­ten. So sind die finanz­amt­li­chen Hür­den für die Aner­ken­nung als künst­le­ri­sche Tätig­keit hoch ansetzt.

Aus dem Umkehr­schluss folgt also, wer als Foto­graf weder bild­jour­na­lis­tisch noch künst­le­risch tätig ist, ist steu­er­lich als Gewer­be­trei­ben­der einzustufen.

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