Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

ICH-AG, gibt es das noch?

Was ist eine Ich-AG, gibt es das noch, und wenn ja wie? Gibt es da spe­zi­el­le För­de­run­gen für eine ICH-AG Gründung?

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Nein, die Ich-AG gibt es seit 1. August 2006 nicht mehr. Als Ich-AG wur­de zwi­schen 2003 und 2006 eine Unter­neh­mens­grün­dung eines Arbeits­lo­sen bezeich­net, die vom Arbeits­amt mit­tels bestimm­ter Zuschüs­se geför­dert wur­de. Seit 2006 wur­de anstel­le der Ich-AGs der Grün­dungs­zu­schuss wirksam. 

Mitt­ler­wei­le wird bei den För­der­maß­nah­men in die Selb­stän­dig­keit zwi­schen ALG-I-Emp­fän­gern und ALG-II-Emp­fän­gern unter­schie­den. Emp­fän­ger von ALG-I haben aller­dings seit 2011 kei­nen Rechts­an­spruch mehr auf den soge­nann­ten Grün­dungs­zu­schuss, Emp­fän­ger von ALG-II kön­nen Ein­stiegs­geld bean­tra­gen, auch in die­sem Fall ist das aber eine Ermes­sens­leis­tung, auf die kein ver­brief­ter Rechts­an­spruch besteht. 

Der Grün­dungs­zu­schuss wird dem­nach im Ermes­sen der Arbeits­agen­tur für alle Arbeits­lo­sen gewährt, die eine haupt­be­ruf­li­che Selb­stän­dig­keit anstre­ben. Kurz gefasst müs­sen Grün­der tat­säch­lich arbeits­los sein, noch einen Rest­an­spruch von 150 Tagen Arbeits­lo­sen­geld haben und ein geprüf­tes und hin­rei­chend erfolg­ver­spre­chen­des Unter­neh­mens­kon­zept (Busi­ness­plan) vor­le­gen kön­nen. Nach erfolg­ter Geneh­mi­gung erhal­ten die Grün­der für 6 Mona­te ihr Arbeits­lo­sen­geld wei­ter, danach – eben­falls im Ermes­sen der Arbeits­agen­tu­ren – noch für 9 Mona­te lang einen monat­li­chen Zuschuß von 300 Euro. Je nach Erfolg der Geschäfts­tä­tig­keit kann die­ser wei­ter­ge­hen­de Zuschuss aber auch von der Arbeits­agen­tur ver­wehrt werden. 

Für ALG-II-Bezie­her sieht es etwas weni­ger rosig aus: Das gezahl­te Ein­stiegs­geld liegt in der Höhe von maxi­mal 50 % (bezie­hungs­wei­se 75% bei pau­scha­ler Bemes­sung) der Regel­leis­tung, in eini­gen Fäl­len auch bei ledig­lich 20 % der Regel­leis­tung. Die Höhe der För­de­rung rich­tet sich nach dem Bedarf des ALG-II-Emp­fän­gers, nach der Grö­ße der Bedarfs­ge­mein­schaft und nach dem Ermes­sen der jewei­li­gen Arbeits­agen­tur. Ziel ist auf jeden Fall die Wie­der­ein­glie­de­rung in den Arbeits­markt – dazu zäh­len selbst­ver­ständ­lich auch selb­stän­di­ge Tätigkeiten. 

Für Grün­der gibt es aber noch mög­li­che wei­te­re För­de­run­gen, gera­de Start­up-Unter­neh­men kön­nen auf viel­fäl­ti­ge För­der­mög­lich­kei­ten, auch außer­halb der Arbeits­agen­tu­ren, zurück­grei­fen. Wel­che För­de­run­gen mög­lich und auch sinn­voll sind, muss man im Ein­zel­fall beur­tei­len. Gera­de für wenig Erfah­re­ne loh­nen sich oft auch Coa­chings und Seminare. 

Eben­so kann in Ein­zel­fäl­len auch der AVGS, der Akti­vie­rungs- und Ver­mitt­lungs­gut­schein für eine För­de­rung einer Selb­stän­dig­keit oder für Maß­nah­men, die eine erfolg­rei­che Selb­stän­dig­keit för­dern oder mög­lich machen, her­an­ge­zo­gen werden. 

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